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Magna Markgröningen: "Wir wurden behandelt wie die Tiere"

Markgröningen (Korrespondenz), 09.04.09: Dies meinte empört eine Kollegin des Kfz-Zulieferes Magna in Markgröningen (Kreis Ludwigsburg), früher "Georg Näher". Was war geschehen? Am 30. und 31. März wurden überfallartig über 60 Kolleginnen und Kollegen (von etwa 600) gekündigt. Wenige Minuten vor Arbeitsbeginn wurden sie ins Personalbüro zitiert, um ihnen die Kündigung auszuhändigen. Werksausweis und Schlüssel wurden ihnen abgenommen und manche unmittelbar darauf in Begleitung eines Vorgesetzten aus dem Werk geführt. Was ist das für ein System, wo so mit Arbeitern umgegangen wird?

Die Kollegen wurden gleichzeitig auf Widerruf von der Arbeit freigestellt. Was für eine Angst muss die Geschäftsführung davor haben, dass sich die Kollegen zusammenschließen, wenn sie mit solcher Brutalität vorgeht? Zugleich kritisieren Kollegen das undemokratische Vorgehen des Betriebsrates, der hinter ihrem Rücken einen Interessenausgleich und Sozialplan mit der Geschäftsführung abschloss und ihnen nicht einmal den Sozialplan aushändigte.

Am 7. April trafen sich daraufhin etwa 20 Betroffene vor dem Werkstor, um mit dem Betriebsrat zu sprechen, den Sozialplan zu verlangen und ihre Rechte einzufordern. Als wichtigen Schritt hatten sie sich an die Öffentlichkeit gewandt und die türkische "Bild"-Zeitung, die Ludwigsburger Kreiszeitung und die "Rote Fahne" dazu eingeladen, die auch kamen.

Die Methoden der Geschäftsführung richten sich gegen die gesamte Belegschaft. Willkürlich wird ein Teil herausgegriffen, um alle einzuschüchtern und weitere Angriffe vorzubereiten. Doch das darf nicht gelingen. Entscheidend dafür ist, dass sich die Kolleginnen und Kollegen nicht spalten lassen und einen festen Zusammenhalt organisieren. Jetzt in der Weltwirtschaftskrise stehen viele Belegschaften vor dieser Entscheidung: Bei Heidelberger in Ludwigsburg/Neckarweihingen, bei Gärtner+Klinger in Asperg, bei Komet in Besigheim ... Was liegt da näher, als sich überbetrieblich zusammenzuschließen für einen gemeinsamen Kampf?

Protesterklärungen bitte an: Intier Automotive Näher GmbH; Personalleitung, Hans-Grüninger-Weg 11, 71706 Markgröningen; Fax: 7145-14350; e-mail: norbert.burk@intier.com
Solidaritätserklärungen bitte an den Betriebsrat (dieselbe Adresse)

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