07.09.04 - 22.00 Uhr: Wilhelmshaven - Proteste gegen undemokratisches Vorgehen der Veranstalter
Wilhelmshaven (Korrespondenz): Mit 200 Leuten bei der Montagsdemo am 6.9. in Wilhelmshaven hat sich die Teilnehmerzahl nicht verringert. Erstmals traten ver.di mit Fahnen und die Arbeitsloseninitiative mit einem großen Transparent auf. Axel Trost von der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit sprach sich gegen Hartz IV aus. Viel Beifall gab es dafür, dass am 6.9. in Berlin wieder gemeinsam demonstriert wird.
Die Leipziger Resolution vom 28.8. wurde erneut vorgelesen. Sie erhielt zwar wieder Beifall, leider gab es dazu aber keine Redebeiträge. Der Moderator der Arbeitsloseninitiative versuchte eine Abstimmung zu verhindern. "Diskutieren können wir, aber nicht abstimmen." Er behauptete, es hätte bereits eine Einigung für die Berliner Demo am 2. Oktober gegeben und wer zu einem anderen Termin fahren wolle, der könne das ja tun. Der Delegierte, der am 28.8. in Leipzig war, startete dann eine Umfrage unter den Versammelten, ob sie mit zu einer Demonstration nach Berlin fahren würden unabhängig vom Datum. Eine Frau sagte: "Natürlich, das ist doch ein Frage der Ehre."
Als dann im Zusammenhang mit der Umfrage eine Geldsammlung begonnen wurde für die Fahrt nach Berlin (egal zu welchem Datum), kam es zum Eklat. Ein Mitglied der Arbeitsloseninitiative beschimpfte den Kollegen als Spalter und sprach ihm das Recht ab, überhaupt zu sammeln. Daraufhin erklärte der Moderator die Veranstaltung für beendet und schaltete das offene Mikrofon ab. Es gab wütende Proteste und heiße Debatten.
Danach im Gewerkschaftshaus war es gerammelt voll. Das Vorgehen der Veranstalter wurde als undemokratisch kritisiert. Die kontroverse Diskussion wurde vor allem um das Verständnis der Montagsdemo als selbständige Bewegung und um das Motto "Hartz IV muss weg - das Volk sind wir!" geführt. Der gemeinsame Wille, nach weiteren gemeinsamen Montagsdemos war bestimmend, dass wieder demonstriert wird und auch die Route wurden einmütig abgestimmt.
