19.12.05 - Düsseldorf: Stadtwerke privatisiert - und kein Geld für die Kindergärten ...
Düsseldorf (Korrespondenz): Ein Vater mit Kleinkind im Kinderwagen meldete sich am offenen Mikrofon zu Wort. Während sich Düsseldorf seiner gefüllten Stadtkassen rühmt und eben gerade die Mehrheit im Stadtrat die Stadtwerke für 361 Mio. Euro privatisiert haben, fehlt es den Kindergärten teilweise am nötigsten. Im Stadtteil Garath, einem sogenannten sozialen Brennpunkt in Düsseldorf, las der Kollege in einem Aushang: "Wer kann uns ein Reisebett für die Mittagsruhe unserer Kleinen spenden?" Mit nüchternen Worten brachte der Vater diesen schreienden Widersinn zur Sprache.
In weiteren Beiträgen wurde aufgedeckt, wie EnBW als internationales Monopol offenbar bis in die Privatisierungsentscheidung im Stadtrat zu seinen Gunsten hineinwirkt. Ein Daimler-Kollege stellte in Frage, ob der geplante Stellenabbau von 16.000 Stellen bundesweit wirklich so spurlos an Düsseldorf vorbeigehe, wie von den regionalen Zeitungen verbreitet.
In vielen weiteren Beiträgen wurde die Politik der Bundesregierung auseinander genommen. Ein Beitrag informierte über den 74.Streiktag der Gate Gourmet-Kollegen und forderte zur Solidarität auf. Mit 22 Teilnehmern war die Beteiligung wieder gestiegen.
Mit viel Applaus wurde der Erfolg der Montagsdemo begrüßt, dass wir seit zwei Wochen wieder eine Lautsprecheranlage einsetzen dürfen. In einer Erörterung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf wurde das polizeiliche Lautsprecherverbot ausdrücklich als "rechtswidrig" bezeichnet. Ein wichtiger Erfolg auch für die bundesweite Montagsdemobewegung.
