20.12.05 - Zwickau: Mit Mut, Elan und Kraft ins Jahr 2006
Zwickau (Korrespondenz) Zahlreiche Zuhörer verharrten auch gestern, um die Diskussionsbeiträge der zehn Montagsdemonstranten des "Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag Zwickau" aufmerksam zu verfolgen.
Da dies die letzte Montagsdemo in diesem Jahr war, zog der Sprecher des "Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag Zwickau" eine kurze Bilanz des nun zu Ende gehenden Jahres, in dem die Teilnehmer 45 mal ihren Protest gegen die volksfeindliche Politik der rot-grünen bzw. schwarz-roten Regierung der Monopole laut werden ließen.
In Anbetracht der realtiv kleinen Teilnehmerzahl brachte ein Passant seine Verständnislosigkeit über diese Tatsache zum Ausdruck. Er könne es nicht verstehen, daß nicht mehr Leute an dieser Stelle die Gelegenheit wahrnähmen, ihre Lage zu schildern und gegen die unsozialen Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Immer mehr Menschen drohe die Verarmung, erhielten Hungerlöhne und werden zu staatlich sanktionierter Zwangsarbeit verurteilt. Das kann doch niemand übersehen. Oder lassen sich die Menschen noch immer von den Beschwichtigungen der Regierung einlullen und von den Berichten in Presse und TV für dumm verkaufen?
Erschrocken war er auch über das völlige Fehlen von Jugendlichen, denen doch die Schließung von Schulen, die Entlassung von Lehrern, die Forderung nach Studiengebühren und das Fehlen von Lehrstellen auffallen müßte - alles Dinge, von denen gerade die Jugendlichen betroffen sind, auch wenn die Eltern noch keine Hartz-IV-Opfer sind.
In den Interviews, die der Sprecher der Montagsdemo dann mit den offenen Mikrofon führte, kam dazu passend auch ein Jugendlicher zu Wort. Erschreckend war allerdings seine "Lösung", die er als Reaktion auf eine sich immer mehr verschlechternde Lage der Massen in petto hatte. Es bleibe ja immer noch der Selbstmord. Auch der Sprecher hatte angesichts dieser Antwort zu schlucken, bevor er zu einer Antwort fähig war. Auf die
Entgegnung, daß das doch keine Perspektive für die Jugend sei, zuckte der junge Mann nur mit den Schultern und setzte seinen Weg fort.
Natürlich kann das nicht die Perspektive sein, und damit sie es nicht wird, muß die Basis der Bewegung der Montagsdemonstrationen wieder breiter werden. Auch deshalb hat die Zwickauer Montagsdemo am 30.11. einen Offenen Brief an die Stadtratsfraktion der Linke/PDS Zwickau sowie die Gewerkschaften geschickt, auf den bisher jedoch von keiner Seite eine Antwort einging. Die Teilnehmer beschlossen daher, noch einmal freundlich nachzustoßen.
Beschlossen wurde ebenfalls die Einrichtung einer Internet-Site der Montagsdemo Zwickau und die Verlegung des Demo-Standortes vom Hauptmarkt auf den Platz vor den "Arcaden".
Zum Abschluß der Demo wünschte der Sprecher des Aktionsbündnisses allen Teilnehmern in Zwickau sowie allen Montagsdemonstranten bundesweit ein paar schöne Weihnachtsfeiertage, einen guten Rutsch in das neue Jahr, und für 2006 Mut, Elan und Kraft für den weiteren Widerstand gegen die Politik des Sozialkahlschlags.
Noch eine Randbemerkung: Erneut erschien zu Beginn der Demo der Herr vom Sicherheitsdienst der "Arcaden", um den Montagsdemonstranten noch einmal unverfroren die Lüge vom "Privatgrundstück" aufzutischen. Inzwischen hatten diese jedoch einen Lageplan vom Ordnungsamt erhalten, auf dem die privaten Flächen eingezeichnet waren. Nach einem Blick darauf zog die Autorität heischende Uniform in ungeputzten Schuhen von dannen.
Bleibt zu hoffen, daß die "Arcaden Zwickau" sich im neuen Jahr damit anfreunden können, daß die Montagsdemonstranten den Platz vor ihrem Haus zum Kundgebungsort für die Zwickauer Montagsdemo gewählt haben.
Zum Abschluß lud der Sprecher der Montagsdemo alle Bürger Zwickaus und Umgebung zur nächsten Montagsdemo am 02.01.2006 um 17 Uhr vor den Arcaden /Drogerie Müller in der Inneren Plauenschen Straße ein.
Frau Merkel und ihre Mannen setzen die schrödersche "Reformpolitik" fort. Betroffen werden in naher Zukunft auch viele sein, die (noch) keinen ALG-II-Antrag ausfüllen müssen. Deshalb: gehen auch Sie zur Montagsdemo! Gegen die Winterkälte helfen ein warmer Pullover und dicke Socken. Gegen eine volksfeindliche Regierung hilft jedoch nur der Widerstand der Regierten. Hartz IV muß weg!
Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag Zwickau
i.A. Klaus Wallmann sen.
