Solidaritätserklärung der MLPD Nürnberg an die streikende AEG-Belegschaft
22.12.05 - Wir dokumentieren im Folgenden eine Solidaritätserklärung des Kreisverbands Nürnberg/Erlangen/Fürth der MLPD an die im Kampf gegen die Schließung ihres Werks stehenden AEG-Kollegen:
Solidaritätserklärung der MLPD an die streikenden AEG-Arbeiter in Nürnberg
16.12.2005
Nur wer kämpft kann gewinnen
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Nürnberger und Nürnbergerinnen,
seit Montag Nachmittag steht die Produktion im Hausgerätewerk der AEG in der Muggenhofer Straße weitgehend still! Ihr habt die Provokation der Stockholmer Konzernzentrale mit der Sprache beantwortet, die weltweit verstanden wird, und die heißt Streik. Nach Auftrag der Elektroluxzentrale soll das Werk in Nürnberg 2007 geschlossen werden. Dadurch wären in der Region 10.000 Arbeitsplätze zusätzlich in Gefahr. Der Weg, durch Zugeständnisse der Belegschaft ein Einlenken von E-Lux zu erreichen ist gescheitert.
Kaltschnäuzig haben die E-Lux Bosse die Schließung des Werkes verkündet. Für eine sprunghafte Steigerung der Kapitalrendite vernichten sie die Existenz tausender Beschäftigter und ihrer Familien. Was ist das für ein System? Mit euren mutigen Kampfmaßnahmen zeigt ihr, dass ihr nicht bereit seid, euch einer solchen Kapitalentscheidung unterzuordnen. Ihr werft die Frage auf, warum es legal sein soll, solche Entscheidungen zu treffen, während beispielsweise eure Betriebsblockade vom Oktober rechtswidrig sein soll? Notwendig ist in Deutschland ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht. Kriminell sind nicht diejenigen, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen, sondern die Bosse und Anteilseigner von Elektrolux.
"Wir müssen kämpfen wie bei Opel", sagen etliche Kollegen zu Recht. Der Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz muss wie bei Opel in aller Konsequenz geführt werden. Wie der Kampf konkret geführt wird, entscheidet ihr selbst. Mit der Schließung des Werks braucht ihr euch noch lange nicht abfinden - das hängt von eurer Kampfentschlossenheit ab und inwieweit es gelingt, den Kampf konzernweit zu führen.
Der Streik zeigt offenkundig bereits starke Wirkung und wird in ganz Deutschland mit großer Sympathie und Solidarität verfolgt. Denn der Kampf um jeden Arbeitsplatz, die Auseinandersetzung darum, sich nicht mit Abfindungen oder Auffanggesellschaften in die Arbeitslosigkeit zufrieden zu geben, beschäftigt heute Millionen Arbeiter. Wir von der MLPD sind der Meinung: Es muss offensiv um den Erhalt der Arbeitsplätze und um neue Arbeitsplätze gekämpft werden! Das können wir nur erreichen, wenn die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilt wird. Dafür ist die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich von größter Bedeutung. Sie ist geeignet, über die Grenzen hinweg die Belegschaften an den verschiedenen E-Lux Standorten zusammenzuschließen.
In ganz Deutschland ist eine politisch selbständige Massenbewegung "Weg mit Hartz IV - das Volk sind wir" jeden Montag gegen die Regierung auf der Straße. Deren Solidarität, ebenso wie zahlreicher anderer Belegschaften, und der Nürnberger Bevölkerung könnt ihr euch sicher sein. Welche Stärke wird vom gemeinsamen Kampf ausgehen! Er könnte dem befreienden Gedanken von einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, Massenarbeitslosigkeit, Kriege und Perspektivlosigkeit für die Jugend einen neuen starken Aufwind geben.
Wir sichern euch zu, dass wir zu 100% an eurer Seite stehen.
Was wollen wir beitragen?
* wir stellen unsere ganze Kraft und unser ganzes Know How, das wir bei konzernweiten Kämpfen gesammelt haben, zur Verfügung.
* Die MLPD unterstützt den Gedanken einer Spendensammlung unter dem Motto "Einen Stundenlohn für die AEGler".
* Für den Aktionstag am Dienstag werden wir auch in Betrieben und Wohngebieten der Region werben.
* Wir unterstützen den Vorschlag des europäischen Metall Gewerkschaftsbund einen weiteren europäischen Aktionstag aller E-Lux Standorte durchzuführen. Wir tun alles für die Organisierung der internationalen Solidarität.
* Unser Internetportal www.rf-news.de bietet ein Forum, das ihr für brandaktuellen, selbständigen Erfahrungsaustausch nutzen könnt.
* Wer kämpft muss mit Gegenwind rechnen. Wir versichern euch: unsere Wohngebietsgruppen beginnen ab sofort mit der Organisierung der Solidarität aus der Bevölkerung.
Vorwärts zur Arbeiteroffensive!
Mit kämpferischen herzlichen Grüßen und besten Wünschen für den gemeinsamen Kampf,
i.A. der Kreisleitung der Marxistisch Leninistischen Partei Deutschlands Nürnberg/Erlangen /Fürth
Silke Treusch
VisdP. J.Rupprecht, Adam Kleinstr.17, 90459 NBG, Tel: 0911/ 28 45 25
