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21.12.05 - Bottrop: Wie weit soll die Armut noch gehen?


Bottrop (Korrespondenz): Am Montag, 19.12.2005, waren 50 bis 70 Teilnehmer/innen anwesend bei dem Thema: "Armutsbericht der Stadt Bottrop". Eine Kollegin sprach von dem Tod zweier Bottroper Bürgern, denen das Heizkosten sparen zum Verhängnis wurde. Sie hatten in ihrer Wohnung eine Gasheizung aufgestellt und sind dabei erstickt. Wie weit soll die Armut der Menschen noch gehen?

Bei der ganzen Armutsdiskussion machten sich auch viele Anwesenden Sorgen über die betroffenen Kinder und Jugendlichen, die gar nichts dafür können. Was soll aus denen werden, wenn das so weitergeht? Denn so wie es aussieht, wird sich daran vorläufig nichts ändern. Dann kam die Sprache nochmal auf den Stellenabbau, den die Großkonzerne für nächstes Jahr geplant haben, wie Telekom, RAG/DSK, Ford, Opel, AEG/Electrolux - und das alles mit Unterstützung der Regierung.

Wo bleibt da Arbeit für uns? Denn momentan sind wir auf dem besten Wege zum Billiglohnland zu werden. Deshalb wird auch die Armut nicht weniger werden, sondern eher ansteigen. Dann haben die Regierung und die Großkonzerne uns da, wo wir immer schon hin sollten, nämlich noch kleiner zu werden, als wir sowieso schon sind und das darf nicht passieren. Deshalb steht auf, Leute, und kämpft dagegen, denn wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Anschließend waren wir in der Dom-Schänke und haben den Tag nochmal Revue passieren lassen, um im neuen Jahr wieder voll da zu sein. Die nächste Bottroper Montagsaktion findet am Montag, den 2.1.2006 um 17.30 Uhr am Mensingplatz statt. Vielleicht können wir dann auch über den gestellten Antrag auf den Armutsbericht der Stadt Bottrop berichten. Weiterhin berichten wir über eine Betriebsratswahl, wo der Wahlschein mit Bleistift ausgefüllt wurde. Ob das so stimmt? Aber das werden wir dann im Januar 2006 wissen.

Die Bottroper Montagsaktion wünscht allen Bürger/innen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Antrag auf Armutsbericht der Stadt Bottrop

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Noetzel,

im Auftrag der Bottroper Montagsaktion"Weg mit Hartz IV" stellen wir den Antrag, das die Stadt Bottrop ab sofort jährlich einen Armutsbericht erstellt.

Wir als Bürger der Stadt Bottrop erfahren wöchentlich von vielen anderen Teilnehmern das die Armut in Bottrop stark angestiegen ist. Viele Frauen, Männer und Eltern berichten, das Sie in der zweiten Hälfte des Monats nicht mehr in der Lage sind sich selbst und ihre Kinder zu versorgen.

Wir verweisen auch auf einen Bericht der WAZ vom 16.12.2005 über die Armut auch in anderen Städten. Insbesondere steigt die Kinderarmut langsam ins Unerträgliche!

Die Erfahrung, die wir seit Beginn von Hartz IV gemacht haben, berechtigt uns als aufmerksame Bürger diesen Antrag zu stellen oder sind wir gezwungen, in Bottrop noch mehr Opfer hinzunehmen?

Armut ist in Deutschland ist ein Skandal, in einem der reichsten Länder der Welt. Armut macht krank und Armut kann tödlich sein. (Siehe sozialer Brennpunkt, Borsigweg)
Nichts davon sollten wir uns leisten. Auch nicht in Bottrop!

Vom menschlichen Verstand her, sind wir der Meinung, das Sie als Oberbürgermeister unseren Antrag unterstützen werden!

Hier geht es nicht um politische Taktik, sondern um Menschlichkeit.


Mit freundlichen Grüßen
Bottroper Montagsaktion "Weg mit Hartz IV"

 

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