Es ist die Zeit zum Aufstehn!
Kaarst (Korrespondenz) 16.06.06: Der Artikel in Rote Fahne News" über die antifaschistische Demo am 10.6.2006 in Gelsenkirchen entspricht der Wahrheit, denn ich war dabei und kann es bestätigen in allen Punkten. Da ich so nicht mehr gut laufen kann, saß ich vorne im Lautsprecherauto und konnte etwas erhöht alles gut überblicken. Hörte auch genau die Ansagen und Reden. An den Straßenrändern und aus den Fenstern der Häuser haben die Menschen Zustimmung gezeigt.
Die Autofahrer haben Zustimmung gehupt, ja sogar machten viele Menschen die Faust als Zustimmung. Das Zeichen der alten Arbeiterbewegung. Eine Stadt gegen die braune Pest. Das gibt Mut.
Nun zu dem Halt bei der Veranstaltung mit Herrn Müntefering. Die Polizei hat oft an großen Kreuzungen unseren Zug angehalten, wohl aus verkehrstechnischen Gründen. Auch am Musiktheater. Stefan Engel sagte ein Grußwort an die Veranstaltung. Ich grüße alle antifaschistischen Veranstaltungen" usw. und bat alle, das Lied der Moorsoldaten zu singen. War das ein schlechter Gedanke? War das Parteipropaganda? An den Rändern der von der Öffentlichkeit abgeschirmten Veranstaltung drehten sich die Besucher zur Demo und grüßten. Die Falken schwenkten ihre Fahnen. Musste da dieser Herr Matzkowski von den Grünen seine antikommunistischen Hetzparaden loslassen, um eine Einheit zu verhindern? Die Besucher saßen vor einer großen Bühne - ich habe nichts gegen Feiern. Doch es ist nicht die Zeit zum Sitzen, sondern die Zeit zum Aufstehen.
Wenn Herr Müntefering jetzt die große Rede auf einer antifaschistischen Veranstaltung hält, so sage ich ihm: Er hatte mit seiner Partei in der Regierungsverantwortung über Jahre Zeit, Gesetze zu erstellen, die das Kontrollratsgesetz wieder zu Geltung bringen. Dann hätten wir die braune Brut in dieser Zahl und Aktivität nicht.
Ganz besonders hat mich der Ruf Hoch die internationale Solidarität berührt.
Dieses Vermächtnis der Arbeiterbewegung ist immer noch ein Auftrag für die Zukunft.
