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Gedichte von und für Montagsdemonstrationen

Hier werden alle auf Montagsdemos vorgetragenen oder dafür geeigneten Gedichte veröffentlicht (weitere geeignete Vorschläge bitte einsenden an redaktion@rf-news.de):

Inhaltsverzeichnis

Spottgedicht aus Wilhelmshaven, frei nach Wilhelm Busch: Meister B(ö)eck

Dieses Gedicht brachte der „Nikolaus“ zur Rheinfelder Montagsdemo

Ein Gedicht von der Montagsdemo Bochum vom 4.12.06

Das Optimierungsgesetz (von Gerald)

100 gute Gründe

Betrüger

Das große Fressen

Die Firmen entlasten

The day after

Hartz IV lebt ...

We are the Champions!

Nieder mit Hartz IV

Ode an Peter

Zeitung lesen

Das Kapital ...

Gedicht zur Montagsdemo aus Weißenfels

Zur Montagsdemo sind wir bereit

Hartz-IV-Märchen

Die Mitnehmer-Mentalität

Adventsgedicht zur Montagsdemo

St. Nikolaus

Wintergedicht aus Mannheim für die Montagsdemo-Bewegung

Vom Arbeitsamt, da kam ich her

Das letzte Hemd

Montagsdemo-Gedicht aus Bremen

Die Riesterrente

Zehn Prozent der Deutschen

Der Arbeitsplatz

Menschenwürde

Sankt Martin war ein frommer Mann

Die perfekte Arbeitskraft

Umbruch

 

Spottgedicht aus Wilhelmshaven, frei nach Wilhelm Busch: Meister B(ö)eck

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Jedermann im Lande kannte
einen, der sich Beck benannte.

Ja, der Pfälzer-Kurt vom Main,
der wollt´ immer Vorbild sein,
ganz sozial und demokratisch,
fleißig, ernsthaft und pragmatisch
trotz Agenda ZwanzigZehn
immer sauber, telegen.

Doch den vielen Arbeitslosen,
seiner Meinung nach Mimosen,
Faule, die sich niemals waschen,
diese unrasierten Flaschen,
denen will er Jobs besorgen,
in drei Wochen oder morgen.

Nur des Meisters Beckes Bart
an den Wangen flaumte zart
bis zur Oberlippe gar
sproß der Wildwuchs sonderbar,
unrasiert und ungenierend
sich dem Volke präsentierend.

„He, heraus du Mecker-Beck,
Meister, Meister meck, meck, meck,
auf der Stelle zur Rasur
und Diät für die Figur,
denn so feist und wohlgenährt,
lebt kein Sozi unbeschwert
nur in Saus und Völlerei
dort in seiner Staatskanzlei“.

Alles konnte Beck ertragen,
doch das schlug ihm auf den Magen:
„Undankbar und ohne Pflicht,
diese dumme Unterschicht ...
solch ein arbeitsloses Pack
bring ich ganz, ganz schnell auf Zack !!!“

Wieder tönt es „Meck, meck, meck,
Meister Beck, ran an den Speck,
dein Anzug platzt aus allen Nähten
wegen üppiger Diäten
auch der Herzinfarkt schon droht,
meck, meck, meck, du Idiot …
all die Steuern zu entrichten,
die du kostest ... wir verzichten
auf die Nadelstreifennieten,
das sind Clement-Parasiten !!!
Du ein Vorbild? Bitte nicht ...
es grüßt dich Deutschlands Unterschicht“

Beck in seiner Staatskanzlei
tobte „Welche Sauerei !!!
Ohne Hartz wär´s nie passiert,
dass man mich hier so blamiert ...
Überhaupt: Was mir nicht passt:
Peter Hartz bald schon im Knast,
sitzt dann unrasiert und faul,
doch ab jetzt halt ich mein Maul
und werf das Parteibuch weg ...
sonst schrei´n sie wieder: Meck, meck, meck“


Dieses Gedicht brachte der „Nikolaus“ zur Rheinfelder Montagsdemonstration am 4.12.06 mit.

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Alle wissen, das ist doch klar,
kommt St. Nikolaus einmal im Jahr.
Euere Einladung habe ich freudig angenommen
Und bin zu euch Rheinfeldern etwas verspätet angekommen.

Von draußen vom  Walde komm ich her.
Ich muss  euch sagen , es hartzelt immer noch sehr.
Das wundert mich gar nicht,
denn unter der Berlinerkäseglocke
sehe ich immer noch dieselben Politiker hocken.

Arbeitsplätze  weg, die Profite steigen,
aber für die Jugend  tun sie nichts abzweigen.
Die Frage steht, was ist das für ein Staat,
der für unsere Jugend keine Arbeit  hat?

Kurt Beck helau trara beim Karneval ist er immer dabei der Bösewicht,
und seit neuestem hat er entdeckt die Unterschicht.
Er hinkt dem Endecker 150 Jahre  hinterher,
denn der Sozialstaat war schon immer eine Mär. 

Angeblich  gibt es  jetzt einen großen Schritt nach vorn
z.B. die  Reformierung der Gesundheitsreform.
Merkt euch: die schwarz – rot mit der Industrie verfilzte Bande,
ist der Untergang  für euch in diesem Lande.

Das Vertrauen  schwindet man sieht’s an den Wahlen,
das verursacht der Wirtschaft und den Politikern große Qualen.
Ihr  Rheinfelder lasst euch nicht bescheißen,
und tut weiterhin die Initiative ergreifen.

Um was zu verändern, das zeigt die Geschichte,
ist ein langer Atem besonders wichtig.
Ich habe Euch etwas mitgebracht
und wünsche mir dass ihr so weiter macht.

Von draußen vom Walde da komme ich her,
ich muss Euch sagen es weihnachtelt sehr !!!


Ein Gedicht von der Montagsdemo Bochum vom 4.12.06

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Als Bischof von Myra und Smyrna war ich bekannt
als einer der sozialsten Männer im Land,
ich kämpfte stets gegen der Armen Not,
nicht nur mein Mantel - auch mein Herz ist rot.

Heut`darf ich in seligem Angedenken,
die Bösen bestrafen, die Guten beschenken,
Politikerkaste und Arbeitsvernichter,
Bonzen, Konzernchefs und Nazigelichter,
Rogowski und Hundt und der Ackermann,
die knöpf ich mir vor - nichts wie ran!
Die kriegen die Rute,
bis das es blute.
Doch wer den Kampf für das Recht nicht scheut,
der ist es, der mein Herz erfreut.
Den möcht`ich mit Gaben reich beschenken,
ich kann mir soviel Schönes denken.
Dies Land, es könnte kaum reicher sein,
drum kämpft und fordert die Rechte ein:

Ein Kita - Platz für jedes Kind
-kostenlos- weil die Kids unsere Zukunft sind.

Für alle Migranten ein Bleiberecht,
das fände ich selber als Türke nicht schlecht.
Denn Myra und Smyrna sind heute Türkei.
Doch ich schweife ab, belasst es dabei.
Für jeden Arbeitslosen nen`richtigen Job
oder wahlweise Grundsicherung - aber hop, hop!
Die großen Konzerne vernünftig besteuern
und mit dem Geld die Bildung befeuern,
um dadurch die Menschen in Freiheit zu führen:
Also endlich Schluß mit den Studiengebühren!

Kultur für alle - das wär ein Fanal!
Ein Gesundheitssystem - solidarisch - sozial.
Mehr öffentlichen Personalverkehr!
Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!
Sichere Renten, das Leben ist teuer,
also: Nieder mit der Mehrwertsteuer!
Und klare Flüsse, ein gesunder Wald,
in so einem Land wird man gerne alt.

Das Wichtigste muß hier genannt noch werden.
Für alle Menschen: Frieden auf Erden.
Jetzt bleibt nur eins, wenn ich`s recht bedenke,
für unsere Kinder: Geschenke, Geschenke!

Christoph Nitsch

 

Das Optimierungsgesetz (von Gerald)

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100 gute Gründe

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(von Dagmar, vorgetragen auf der Montagsdemo Magdeburg am 12. Juni 2006)

Es gibt immer einen Grund,
nicht zur Montagsdemo zu gehen.

Es ist zu kalt.
Es ist zu heiß.

Ich bin kaputt von der Arbeit.
Ich bin kaputt von der Arbeitslosigkeit.

Mein Mann kocht - vor Wut.
Meine Frau will Eis essen.

Das Kind muss schlafen.
Dem Hund ist der Lautsprecher zu laut.

Ich habe Kopfschmerzen.
Wer zahlt mir den Fahrschein?

Das sind doch viel zu wenig Leute.
Wir können doch nichts ändern,
wir kleinen Leute.

Nun sagen Sie mal,
was sind denn das für Leute?
Montagsdemos!
Und wenn sie mit 60 Menschen demonstrieren,
fällt dann das Kapital vom Sockel?
Ich bitte Sie, das kann doch nicht Ihr Ernst sein!

Es gibt immer einen Grund,
doch zur Montagsdemo zu gehen!

Ich sage Euch:
Wem es zu kalt ist,
dem wird hier warm um's Herz.

Und wer schwitzt,
der findet Kühlung
beim Schwenken der Fahnen und Transparente.

Ich bitte Sie,
das wissen wir doch,
dass wir viel zu wenig sind.
Wir wissen, dass wir einen langen Atem brauchen.

Aber beim Weitertragen des Feuers
Wird der Gang aufrecht,
die Augen werden klarer.

Der Weg wird deutlicher,
wenn wir uns auseinandersetzen,
um zusammen zu stehen.

Kopf, Herz und Hände können endlich, endlich
zusammenarbeiten
und wir kleinen Leute auch.

Dein Kind sieht dich anders an,
Dein Mann, Deine Frau, Deine Kollegen.

Sie fangen an zu fragen:
Wie machst du das,
Du siehst so gut aus?
Wo sind Deine Falten,
wo ist Deine Resignation?
Wo ist dein Bierbauch?

Mit klarem Kopf sage ich Ihnen,
es gibt immer einen Grund,
zur Montagsdemo zu gehen!

 

Betrüger

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(Pit Bäuml Heilbronn Pfingsten 2006)

Herr Müntefering urteilt knapp:
"Hartz-IV-Empfänger zocken ab!"
Ja, Hartz steckt in der Krise, tief!
Doch seien wir mal objektiv:
bei den paar Euro sieht man gleich,
von Hartz IV wird keiner reich.

Die oben, die "Missbrauch" gebrüllt,
haben selbst die Tasch' gefüllt.
In Wahrheit zocken andre ab -
ein Millionen-Euro-Grab -
die sitzen nicht in kleinen Küchen,
sondern an den großen Tischen
der Banken und der Weltkonzerne,
unterschreiben auch mal gerne,
dass sie tausend Leute feuern -
zum Dank zahlen sie keine Steuern.
Die zahlen wir dafür vermehrt.
Da ist doch irgendwas verkehrt?!

Wer abzockt und wer wird geprellt,
wird hier doch auf den Kopf gestellt!
Da ruft der Dieb "Haltet den Dieb!",
weil vom Hartz-Glanz wenig blieb.
Die Regierung - leicht nervös -
beschimpft dann Arbeitslose bös.

Die Schwarzen wolln mit dem Geschwätz
verschärfen noch das Hartz-Gesetz.
Die Roten stehn, wie's ist, dahinter,
warn von dem Mist je die Erfinder.
Und beide sind sie darin einig:
so ein Reform-Weg sei halt steinig.
Das sagen die mit den Diäten
im Kabinett, in Aufsichtsräten.

Wir sagen der Regierung klar,
dass Hartz ein großer Fehlschlag war.
Wir sagen das seit Jahr und Tag:
Hartz IV muss weg mit einem Schlag!
Wie in Frankreich, wo's gelang,
das Volk die Herrn zum Rückzug zwang.

Wir brauchen Arbeit, die reicht zum Leben,
da kann's nicht Niedriglöhne geben!
Wer keinen Job hat, braucht so viel Geld,
dass am Leben ihm nichts fehlt!
Wenn wir auf Ämtern was verhandeln,
soll man wie Menschen uns behandeln!

Eine Gesellschaft brauchen wir
ohne Angst, Profit und Gier,
wo die, die schaffen allen Wert,
Kinder großziehn, unbeschwert
tragen alle Last der Welt
nicht als Betrüger hingestellt!!!

 

Das große Fressen

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(Gedicht von der Montagsdemo Bruchsal - frei nach Erich Weinert)

Ein aufgeblasener Kapitalist
ist so auf Macht und Geld versessen,
dass er im Umkreis alle Aktien frisst
doch wie´s im Leben manchmal ist:
Hier hat sich einer gründlich überfressen.

Und das kam so: sein Herz begehrte
ein Stahlwerk, das ihm nicht gehörte.
Doch diesen Brocken zu erraffen
muss er die Aktienmehrheit sich verschaffen

Doch da er soviel Geld in bar
nicht flüssig hat im Kassenschrank
so pumpt er sich´s bei einer Bank
und frisst den Stahlkonzern mit Haut und Haar.

Der Fraß ist ihm nicht gut bekommen,
er hat sich etwas übernommen.
Die Aktien fallen wie die faulen Pflaumen
und er sitzt da mit trocknem Gaumen.

Die eine Pleite reißt die andere mit,
die Bank, die kündigt den Kredit
und ist schon mächtig drauf versessen
nun den Konzern auch seinerseits zu fressen.

Den Unternehmern wird´s nicht bange
sie stehen wartend in der Schlange
und starren auf das Haifischbecken
das Motto gilt: wer nicht frisst, der wird gefressen.

Und die Moral von dem Gedicht
wir brauchen diese Geldgeier nicht
viel schöner können wir die Welt gestalten
wenn Mann und Frau und Jung und Alt: zusammen halten

 

Die Firmen entlasten

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Pit Bäuml, Febr. 06
Zum politischen Rosenmontag 2006
(Montagsdemo)

Aktionäre und Manager leben nicht schlecht:
Das ganze Jahr Fasching, s wird fröhlich gezecht.
Doch nähern wir uns dem Tariflohnstreit,
dann sagt man zu uns plötzlich: "Fastenzeit!
Übt das Verzichten und übt das Fasten!
Man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Ob Talkshow am Abend bei Frau Christiansen,
ob Börsennachrichten, wo Kurse tanzen,
ob Doku, ob Spielfilm, ob Interview,
bei Tag und bei Nacht und immerzu
dieselbe Leier tönt aus dem Kasten:
"Man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Ob die Krise Konkurse bringt,
die Konjunktur grad steigt oder sinkt -
Wirtschaftsexperten sagen stets munter:
"SOS, Hilfe, wir gehen unter!
Wir sind am Ende vom Fahnenmasten!
Man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Konzerne, die ächzen schwer unter der Steuer:
Sie zahlen fast nichts mehr, und doch ist's zu teuer.
Der Wettbewerb ist ja so hart, so hart,
wir suchen das Land, das uns Steuern erspart!
Und wieder hörn wir den Spruch, den verhassten:
"Man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Gesundheit und Arbeit und auch bei den Renten
Die magische Formel seit vielen Jahrzehnten:
Entlastung der Firmen in einem Flug -
Wenn's nicht greift, war's nicht Entlastung genug!
Weil wir schon all diese Chancen verpassten,
muss man jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !

Stell dir mal vor, mehr Geld könnte man auch
Für Bildung ausgeben, so viel jeder braucht.
Gesundheit wär' gratis und jeder wär' reich -
Und wie wir so träumen, da mahnt man uns gleich:
"Es nützt nichts nach schönen Idealen zu hasten,
man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Und wenn wir es dann mal nicht mehr akzeptieren,
gegen den Arbeitsplatz-Klau rebellieren,
selbstbewusst handeln, Betriebe besetzen,
verstehn sie uns plötzlich und schrein voll Entsetzen:
"Hört auf zu streiken, ihr blinden Phantasten!
Man muss jetzt die Firmen entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !"

Die Mächtigen klagen, die macht sei so schwierig:
Sie streiten um Pöstchen und jeder ist gierig.
Sie müssten viel ackern und täglich sich plagen,
müssten die schwere Verantwortung tragen -
wie wär's, wenn wir aus ihren Sesseln sie schassten?
Wir können sie gerne entlasten, entlasten,
e n t l a s t e n !

 

The day after

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(Gedicht zur Montagsdemo am Tag nach der Wahl - Pit Bäuml, Heilbronn, 19.9.05)

1
Liebe Leute, lasst euch sagen:
die Wahluhr, die hat zwölf geschlagen.
Für die Politiker da oben
hat sich einiges verschoben:
Schröder hin und Merkel her
finden keine Mehrheit mehr,
Angi, Gerd sind beide platt
- im Schach spricht man von einem Patt -,
nach wochenlangem, dickem Prahlen
reicht's keinem recht zu einem Strahlen.

2
Die Konzerne sind am Schwitzen,
die hinter den Kulissen sitzen:
ihre Puppen an den Fäden
zeigen jetzt doch manche Schäden,
und die Schnüre sind verwirrt -
ob wer den Knoten lösen wird??
Rot-grün-gelb und schwarz jonglieren,
wie soll man künftig da regieren?

3
Mancher sich doch heute schindet,
bis er eine Arbeit findet.
Drum machte Schröder die Gesetze
zur Schaffung vieler Arbeitsplätze.
Die könnten jetzt den Weg bereiten,
wo sich Gerd und Angi streiten:
ein Bundeskanzlerminijob
bringt alle unter (ohne Flop)!
Ein Kanzler und `ne Kanzlerin
für wenig Geld - das macht doch Sinn!

4
Heut gilt doch viel als zumutbar,
was früher ganz undenkbar war:
für Arbeitslose weite Wege
jedem eine Arbeit gebe?!
So könnte Angi oder Gerd,
falls mit dem Kanzler es nix werd',
sich im Ausland mal bewerben,
weil immer `wo Staatsmänner sterben.
Falls doch eine Stelle fehlt,
bietet sich für deutsches Geld
ein Job als Botschafter noch an
vielleicht in Afghanistan?!

5
Doch machen wir uns keine Sorgen:
beide sind versorgt auch morgen.
Uns ist es gleich, wer's Rennen macht -
im Herbst wird ein Besuch gemacht.
Am 5.11. fahrn wir hin
und rufen laut durch ganz Berlin:
"Jetzt sind wir da, das Volk sind wir -
doch wer seid ihr - - - ?"


Hartz IV lebt ...

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(von der Montagsdemo Wilhelmshaven)

Hartz IV, das ist ein seltsam` Tier,
ins Portemonnaie, da krabbelt`s Dir
es möcht` auf ewig mit Dir leben,
Dir immer ein Zuhause geben.

Hartz IV ... ein sehr fürsorglich` Tier,
es teilt gern Dein Quartier mit Dir
und kümmert sich um Wohnungsmiete
und macht auch mal `ne Stippvisite,
es wühlt in Bad, Bett, Einbauwand
und kontrolliert den Kontostand.

Hartz IV ist ein gefährlich` Tier,
ist so bedarfsgemein zu Dir,
es kürzt Dir Deine Kohle
zu Deinem eig`nen Wohle
und kriecht durchs Schlüsselloch,
weil's grad nach Partner roch.

Hartz IV ist ein Behördentier,
es schuftet stets von acht bis vier
(ist Fallmanager, Therapeut,
der Dich verfolgend gern betreut)
mit eingegliederten Sanktionen
will es vertraglich Dich belohnen ...
Weil Du Verständnis dafür hast,
kriegst Du `ne Maßnahme verpasst.

Hartz IV, das ist ein Ekeltier,
wirft Dich aus Deinem Wohnquartier,
zwingt Dich, ins Ghetto umzuzieh`n
und heuchelt für Dich Sympathien ...
Nicht nur hier in Wilhelmshaven
macht es Dich zum Arbeitssklaven:
In der Kommune, Agentur:
Ein-Euro-Jobs rund um die Uhr

Hartz IV? Ach bitte glaube mir,
dies Paragraphenreitertier,
es ist ein echter Bildungsträger,
es mag nur keine Kammerjäger ...
Wo sich die Viecher so vermehren?
In ARGEn sind sie am Verkehren,
fehlprogrammiert im Chromosom !!!
Zum Amtsbesuch nur mit Kondom ...
Das Freudenhaus des ALG-Bescheids
erfreut sich stets an Deines Leids
der Triebabfuhr der Widersprüche -
Hartz-IV-Duft fast wie Moschusrüche ...

Zu alledem macht Clement Mut
und fördert Arbeitslosenwut,
gibt sich in Callcentern vergnüglich,
Callgirls und -boys sind da so üblich,
verwöhnen ihn rund um die Uhr,
wird dort erregt und kommt auf Tour ...
Hartz IV, ein einzig` Sinnesrausch,
fehlt nur noch Hartz-IV-Partnertausch !!!

Dem Abwirtschaftsminister fehlen
seriöse Jobs: Nicht Wiederwählen !!!
Gemeinnützig war sein Job nie:
Zusatzgeschäft und Perfidie !!!

Hartz IV, ein rattenscharfes Tier,
das Maul voll Schaum und nackter Gier,
ganz ohne Rechtsbehelfsbeschwerden
sollst Du geschäftsunfähig werden:
Es will die Unterschrift von Dir
auf dem Vereinbarungspapier,
sonst nichts ! Du hast zu unterschreiben,
damit sie`s weiter mit Dir treiben !!!

Hartz IV ist wie ein großes Schwein,
es möchte Dein Vertrauter sein,
es wartet dass Du wieder träumst
und auch die letzte Frist versäumst,
bis Du Verzweifelung gebierst
und jeden Rest an Mut verlierst

Hartz IV, ein Leichenfleddertier,
es wittert Müdigkeit in Dir,
ein Freund auf Deinem letzten Gang,
es knüpft bereits Dir Deinen Strang ...
Doch wie in Deutschlands üblich` Fällen
musst Du zuerst `nen Antrag stellen,
dann darfst Du ganz in Ruhe sterben
und Dich auch bundesweit bewerben

 

We are the Champions!

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(vorgetragen zur Ein-Jahres-Feier der Montagsdemonstration in Duisburg)

Ein Jahr lang montags demonstriert!
In diesem Jahr ist viel passiert.
Doch nichts und niemand konnt' erreichen,
dass wir von der Strasse weichen.

X-mal totgesagt, x-mal hintertrieben!
Tatsächlich auf der Strecke geblieben
Sind nicht das Fußvolk, also wir,
Sondern die Häuptlinge von Hartz IV.

Wenn's  um  345 Euro Almosen geht,
Schrie  Schröder von "Mitnahme- Mentalität".
Arbeitslose bespitzeln und kontrollieren,
Als Trickser und Faulenzer kriminalisieren,
Das kennt ihr alle, das ist gängige Hetze.
Doch der Namensgeber der Hartz-Gesetze,
der steckt tatsächlich - ihr wisst es schon -
im Sumpf von Korrupt- und Prostitution.

Und solche zwielichtigen Gestalten
Wollten uns Anspruchsdenken vorhalten!

Ihr kennt auch seit Anfang die x-fache Mahnung,
wir hätten alle  keine Ahnung.
Die Hartz-Gesetze sollten dazu führen,
Dass Unternehmer investieren,
Denn das, so schwor es jeder Affe,
Allein uns Arbeitsplätze schaffe.
Doch wir haben längst kapiert:
Alles, was ihr investiert
Führt zur Arbeitsplatzvernichtung!
Alles andere ist Dichtung!

Experten mit Durchblick - das waren wir!
Schröder machte die Fliege - wir stehen noch hier!

Manche sagten: "Was ihr montags macht, ist klasse.
Doch leider fehlt es euch an Masse.
Wenn ihr mehr seid, schau ich gern wieder rein!"
Leute - reiht euch heute, nicht morgen erst ein!
Oder wollt ihr der Jugend Zukunft und euer Leben
Weiter Schröder oder Merkel  in die Hände geben?
Selber Politiker werden! Schluss mit den Faxen!
So sind wir auf der Montagsdemo zusammengewachsen.

Und mancher unkte: "Ihr werden nichts erreichen,
die Armen werden ärmer und reicher die Reichen,
das war immer so, es ist besser, wenn ihr's lasst."
Junge, da hast du in Physik nicht aufgepasst!
Wenn sich die Dinge erst mal bewegen,
tut sich in der Welt so einiges regen:
Was jetzt unten ist, wird oben sein,
was gross wird,  war zuerst auch klein.
Wer's lieber himmelskundlich mag:
Die Nacht hat zwölf Stunden,
dann kommt schon der Tag!

Dann kommt schon der Tag!

 

Nieder mit Hartz IV

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(von einer Montagsdemonstrantin aus Halle/Saale)
 
Sklavenarbeit für einen Hungerlohn
bei uns in Deutschland gibt's das schon.
Darum müsst ihr auf die Straße gehen
und alle fest zusammen stehen!

In allen Fabriken müsst ihr  streiken,
den Arbeitslosen eure Hände reichen!
Also, lasst sie jetzt nicht so allein,
ihr werdet bald die nächsten sein.

Was euch dann bleibt, das ist Hartz IV,
und das vernichtende Papier.
Worauf dir die Agentur dann schreibt,
wie viel dir noch zum Leben bleibt.

Für's Leben zu wenig, das ist uns klar,
und auch zum Sterben reicht es nicht einmal.
Die großen Bosse haben die Taschen voller Geld,
und dadurch die Macht auf dieser Welt.

Doch der kleine Mann sich ewig krümmt,
das Kind nichts mehr zu essen bekommt,
und die Frau sich fragt: Aber wer sind denn wir?
Nieder mit Hartz IV, das Volk sind wir!

Darum gehen wir Montags demonstrieren,
denn wir alle sollten unser Land regieren!
Schluss mit Hartz IV und Agenda 2010,
Wir machen jetzt Politik, ihr werdet's sehn.
 

Ode an Peter

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(von der Montagsdemo in Witten)

Du, Peter Hartz, bist wie ein Vogel
Du sähst nicht, du erntest nur
Fliegst durch Affär´n mit viel Gemogel
Doch in der Sache bist du stur

Mal bist du in der Wirtschaft tätig
Und beutest dort die Arbeiter aus
Mal bei der Regierung ganz willfährig
Bringst menschenfeindliche Gesetze raus

Zu guter Letzt, zum Haare raufen
Da hat es dich doch noch erwischt
Gibst Gelder aus für Frau´n und Saufen
Personalchef bist du länger nicht

Doch ... nun muss es weitergeh´n
Deine Gesetze sind noch immer hier
Drum montags weiter zusammensteh´n
Denn wie heißt es: Das Volk sind wir!

 

Zeitung lesen

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(Gedicht von der Montagsdemo Kassel am 9.5.05)

Zeitung lesen heutzutage
ist nicht selten eine Plage.
Deshalb muss man, für die Nerven,
selber das Gehirn anwerfen.

Dieses gilt auch, wie man weiß,
für den meisten Fernsehscheiß.
Je wichtiger aus unsrer Sicht,
desto kleiner der Bericht.

Schon 60 Jahre ist es her,
geschlagen war das deutsche Heer.
Für jeden echten Demokraten
eine von den größten Taten.

Für Schröder, Köhler und Konsorten
ein Anlass zu geschwoll'nen Worten.
Tränen wie vom Krokodile
glitzern ihnen im Profile.

Sieht man dies in diesen Tagen,
neigt man zum Vergleiche wagen.
Arbeitsdienst fürs deutsche Reich,
kommt da die Erinn'rung gleich.

Heute der 1-Euro-Job
für - oder gegen? - den arbeitslosen Mob.
Gerade Köhler, vormals Chef
vom brutalen IWF,
der durch Schuldenpolitik
ganze Länder unterdrückt,
und der Schröder für Konzerne
schickt Soldaten in die Ferne,
beide wünschen sich so sehr
die EU-Verfassung her.

Die soll unsre Rechte knacken,
Heere aufbau'n für Attacken.
Auch heut' wie damals, so die Lehre,
marschiern fürs Kapital die Heere.

Nazis dürfen aufmarschieren,
Schily will kaum reagieren.
Dass durch Berlin sie doch nicht rannten,
lag an den Gegendemonstranten.
Das heißt, wir müssen selber handeln,
Regierung wird sich nicht verwandeln.

Geld für Essen, das wird knapp,
hält die Schlagzeilen auf Trab.
Die Kassler Tafel ist beliebt,
weils sonst nichts mehr zu Mittag gibt.

Gerade Ält're sind betroffen,
da hilft kein Beten und kein Hoffen.
In Kassel sind's bald 30.000
Familien, schon in Armut hausend.

Zynisch kommt da der Bericht:
"Wer Wasser spart, versteht was nicht."
Wasser, neu als Markt entdeckt,
hat Profitgier aufgeweckt.
Deshalb der Apell an alle:
Wasser kaufen, walle, walle!

Und: Dank dem, der Müll mehr produziert,
dass die Müllverbrennung sich rentiert.
All die paradoxen Sachen
sind zum Weinen und zum Lachen.

Der Ärztetag hat festgestellt,
man stirbt viel früher ohne Geld.
Ohne Arbeit dann erst recht,
die Moral ist dann sehr schlecht.

Wenn man dann Westerwelle hört,
dann denkt man: Au, ist der gestört.
Doch dieser Mann ist Lobbyist,
er erfindet nicht den Mist.

Von Unternehmern wird diktiert,
von ihm dann nur noch formuliert.
Solche Leute braucht man nicht,
hier empfiehlt sich ein Verzicht.

Wie im Zufall vor den Wahlen
hört man Müntefering prahlen,
die Profitgier der Konzerne
sehe er gar nicht so gerne.

Lustig, weil ihm keiner glaubt,
da er uns für sie beraubt.
Doch er sagt das, weil die Massen
die Profitgier langsam hassen.

Und diese Stimmung greift er auf,
lenkt sie auf seine Mühlen drauf.
Dies' Manöver ging glatt schief,
weil es aus dem Ruder lief.

Die Menschen meinen heute eher,
es muss ne Perspektive her.
Wir lassen uns hier nicht mehr lenken,
wir werden selber reden, denken.

Zu Pfingsten werden wir ja sehen,
wie viele zu der Demo gehen.
Und feiern wollen wir mit vielen
gemeinsam mit konkreten Zielen.
Kommt doch mit und schauts euch an,
Kind und Kegel, Frau und Mann.


Das Kapital ...

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(Von einem Wilhelmshavener Montagsdemonstranten)

Münte, Sozi-Populist
outet sich als Jung-Marxist
und er wälzt das Kapital ...
welch´ ein Zufall vor der Wahl

Kreide fressen, sich verbiegen
und zu Wählers Füßen liegen ...
Kotau ob der vielen Lügen
wird jetzt auch nicht mehr genügen

Schleimen um des Wählers Gunst,
peinlich` Qual statt hoher Kunst ...
Nein, nicht mal vor Scham versinkt
die Partei blutrot-geschminkt

Kanzlersturz scheint Blasphemie ...
weitermurksen irgendwie ...
Glaube an die SPD
ist schon längst geschmolz`ner Schnee

Die Champagner-Sozialisten
woll`n das Kapital ausmisten ...
Marx, dem würd` vermutlich schlecht,
denn die Partei hat immer recht


Gedicht zur Montagsdemo aus Weißenfels

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(Die Grundidee für dieses Gedicht stammt aus Krefeld. Es wurde mit einigen Veränderungen vorgetragen, ist also eine West-Ost-Produktion)

Liebe Leute hört `mal her,
ich bring Euch kein Spaß und Freud  -  ich bringe mehr:

Hartz IV ist doch eine Sauerei,
was denken die sich da oben dabei?
Das Volk , das soll ständig mehr bluten
Während Abgeordnete sich sputen
Immer mehr Diäten und Nebenjobs zu erreichen
Muss statt dessen  für das gemeine Volk der Arbeitsplatz weichen!

Doch Volksvertreter hört `mal her,
Wir sind kein dummes Stimmvieh mehr!
Mit Montagsdemo`s fangen wir an,
Und wissen genau: da hängt noch viel daran!

Wir machen uns schlau und tun uns organisieren,
Für Wissensdurst tun wir uns nicht genieren!
Statt vor der Glotze abzuhängen,
Und unsere Geistes Gegenwart zu verpennen,
Befassen wir uns mit den Volk bewegenden Fragen,
Und bereiten somit den Herrn Politikern Unbehagen!

Denn eines weiss ich ganz gewiss,
Nur wenn wir stillhalten bei diesem Beschiss,
Werden die da oben mit uns machen
Viel mehr von diesen gemeinen Sachen!

Hartz IV, Agenda 2010 und so weiter,
Lösen keine Probleme und machen auch nicht heiter!
Gesellschaftlich fordern wir Arbeitsplätze,
Statt der öffentlichen gemeinen Hetze!

Hartz IV und Agenda 2010 müssen weichen,
Dies wollen wir mit den Montagsdemo`s erreichen!
Wir als Montagsdemonstranten fordern daher locker,
für die Parlamente gibt es nur noch  1 - Euro - Jobber!

Gemeinsam sind wir stark  -  gemeinsam packen wir es an,
dazu rufe ich auf: jeden Jugendlichen, jede Frau und jeden Mann!

Zu guter Letzt ruf ich Euch auf:
Kommt weiterhin montags zu Hauf`!


Zur Montagsdemo sind wir bereit

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(Gedicht von der Montagsdemo in Zwickau am 3.1.2005)

Zur Montagsdemo sind wir bereit.
Die Menschen kommen oft von weit.
Der Frust, der macht uns alle krank.
Doch die Politiker haben ihr Geld auf der Schweizer Bank.
Darum müssen wir uns wehren, egal wie.
Sonst sind wir für die nur noch wie Vieh.

Hartz-IV-Märchen

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(von Jutta Otto aus Mülheim/Ruhr)

Kaum zu glauben aber wahr,
Hartz IV endlich ist nun da!
Manch einer denkt, jetzt gibt es Hetze
auf die Unmengen Arbeitsplätze.

Wer glaubt, mit Hartz IV ist er nun sorgenfrei,
wenn er mit 345 Euro ist dabei,
der merkt sehr schnell den Irrtum,
denn plötzlich ist der Monat um.

Diese Riesensumme kann man nun verprassen.
Welch ein Glück - man kann es gar nicht fassen!
Vielleicht hat der Partner einen Minijob,
sagt das Sozialamt ganz schnell stopp!

Dann gibt es ganz klar keine Kohle,
natürlich nur zu deinem Wohle!
Haben deine Kinder vielleicht auch noch Geld,
wird es sofort mit dazugezählt.

Trotz Arbeit oft jahrzehntelang,
wird einem für die Zukunft eher bang.
Aber wozu macht man sich Sorgen,
Ein-Euro-Jobs gibt’s doch ab morgen!

Ob Angestellte, Manager oder Arbeiter,
alle auf der gleichen Karriereleiter!
Toiletten putzen oder fegen nun die Strassen,
guten Mutes sehen das alle ganz gelassen.

Mit viel Glück kriegt man einen Minijob,
bedeutet das jedoch einen Riesenflop.
Erst ist die Freude darüber groß,
doch 60 Euro bleiben dir bloß.

Clement predigt, besser nun sind alle jetzt gestellt,
wozu braucht man denn überhaupt soviel Geld?
Was die Politiker alles bieten,
zahlen ja auch unsere Mieten!

45 qm dürfen es sogar sein,
wenn jemand lebt allein.
Wenn angemessen ist der Betrag,
sonst wird’s dir direkt gesagt!

Wehe wenn der Betrag einen Euro übersteigt,
knallhart wird dir dann aufgezeigt,
du sollst die Miete irgendwie senken
und deinen Vermieter in die Richtung lenken.

Andernfalls kannst du noch so fluchen,
musst dir eine andere Wohnung suchen.
In eine Gegend möglichst billig,
und wehe, du bist nicht willig!

Wovon die Umzugskosten bezahlen, wär ganz interessant,
doch das ist nebensächlich und nicht relevant.
Die Möglichkeit besteht, eins deiner Zimmer anzubieten
und an ein anderes Hartz-IV-Opfer zu vermieten.

So wollen wir den Politikern ganz herzlich danken,
dass sie uns nun weisen in die Schranken.
damit wir ändern unsere Mitnahmementalität,
wozu man uns ganz herzlich rät!

Doch weil Märchen meistens gut enden,
werde ich das Blatt jetzt wenden:
Da ich die Misere nicht stumm dulden will,
halte ich – wie viele andre – nicht mehr still.
Traf durch Zufall die Montagsdemo gegen Hartz IV,
die gibt mir Mut, mach jetzt jedesmal mit,
DENN DAS VOLK SIND WIR !!!

 

Die Mitnehmer-Mentalität

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Ein Mitstreiter der Schwäbisch Gmünder Montagsdemo hat noch vor seinem Urlaub folgendes Gedicht geschrieben, das am 27.12. verlesen wurde:

 

Der Chef der CDU-Fraktion
kassierte heimlich Arbeitslohn
vom großen Energiekonzern.
Die RWE hat Laurenz gern,
erhöht den Strompreis frech und keck.
Die Politik sieht gnädig weg.

Sie hemmt sogar Kontrollbehörden,
die früher die Konzerne störten.
So zahlen wir durch teuren Strom
Herrn Meyers satten Judaslohn.

Dank Leuten wie Herrn Laurenz Meyer
kommt Monopolstrom uns sehr teuer.
(Verbilligt kriegt ihn Laurenz Meyer.)
So pervertiert die Marktwirtschaft,
der Kunde zahlt, die Lobby rafft.

Wer glaubt, dass dieser Lobbyist
die Spitze nur vom Eisberg ist,
hat guten Grund für den Verdacht.
Schon lange war es angebracht,
dass Abgeordnete bekennen
und Nebeneinkünfte uns nennen.
Nicht nur dem Chef vom Parlament,
damit man Ross und Reiter kennt.
Stattdessen wird herum geeiert,
Bestechung wird bewusst verschleiert.

Es schweigt sehr laut die S P D,
so ist es nicht der Brauch.
Herr Meyer kommt aus N R W .
hat Clement etwa auch ?

Profitlich rafft der Lobbyist,
weil ihm Gemeinwohl schnuppe ist.
Er sitzt bequem im Parlament
für die Parteien, die man kennt:
Die Grünen, Gelben, Roten, Schwarzen,
die Arbeitnehmer gern verhartzen.


Adventsgedicht zur Montagsdemo

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(vorgetragen auf der Montagsdemo in Düsseldorf am 6.12.)

Liebe Freunde, seid willkommen!
Die Montagsdemo hat begonnen!
Am Anfang wird - ich will's gestehen,
heute ein Gedichtlein stehen!

Advent, Advent, es weihnachtet sehr.
Ihr lieben Leute, schnell, kommt her!
Montags, da demonstrieren wir
Weg mit Hartz IV - das Volk sind wir!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!
So manchem geht auch auf ein Licht,
bekommt er Hartz IV zu Gesicht!
Arbeit egal wie niedrig der Lohn,
egal, wie weit weg - das ist ein Hohn!

Und sind wir nicht willig - so folgt die Gewalt:
Gesperrt wird die Stütze - die Herren sind eiskalt!
Die Wohnung ein Quadratzentimeter zu groß -
"Such dir ne neue" - die bist du dann los!

Gestern hab ich geträumt - das will ich euch sagen:
Solche Albträume tun einem plagen!
Ich seh im Traum meinen Kleinen vor mir,
wie er am Adventskalender öffnet die Tür.
Kreidebleich wird das Kind, oh Schreck und o Graus:
Aus dem Türchen, da guckt der Schröder heraus!

Und er spricht, das Gespenst! Gruselig, wenn ich dran denk!
Er sagt: Mein Kind, du willst was geschenkt?
Weißt du denn nicht, dass Geben seliger als Nehmen ist?"
Sprach's und heraus kommt ein Arm,
greift nach dem Sparschwein - der Kleine schreit Alarm!

Im Schweiß gebadet, so wach ich auf,
und schwör: Das hört mir auf!
Advent - da geht es besinnlich zu,
und mit der Besinnung weiß ich, was ich tu!
Die Reichen, die bedienen sich sehr,
die Masse des Volkes darbt immer mehr.
Muss es denn wirklich so bleiben,
dass die auf unserem Rücken rumgeigen?

Ich denk mir, dass es auch anders geht,
und ich bin gespannt, ob ihrs auch so seht.
In Fabriken, in Verwaltung, auf der Welt überall,
nur mit unseren Köpfen und Händen läufts - ein klarer Fall!

Und - so tu ich sinnieren
Warum sollen wir nicht selbst regieren?
Wenn das Volk alles schafft, dann wärs doch auch richtig,
dass es seine eigene Geschicke lenkt - der Gedanke ist wichtig!

Ohne die Reichen - und das wären Zeiten:
Wenn diese für ihr Essen müssen selbst arbeiten!
Glaubt ihr nicht, dass vieles dann viel besser geht,
weil nur das Volk vom Volk was versteht!

So denk ich für mich, ich tu's nicht im Geheimen,
denn besser ist, wenn wir unsere Gedanken vereinen!
Das Mikro ist offen - ihr seid nun dran,
sagt, was wollt ihr dieses Jahr - vom Weihnachtsmann!


St. Nikolaus

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(von einem Montagsdemonstranten aus Schwäbisch Gmünd)

Die Kinder stellen Schuhe raus
und spähen in die Nacht.
Wo bleibt denn nur der Nikolaus?
Die Uhr zeigt schon halb acht.

Die Mutter blickt recht traurig drein
und sieht die Schuhe an.
Sie weiß, es kommt nicht viel hinein.
Wo bleibt denn nur ihr Mann?

Er schaffte einst bei "Nimmersatt",
der wollte mehr Profit!
Jetzt schuften dort an seiner statt
Zwei-Euro-Jobber mit.

Für einen Euro schafft er jetzt
im Altenpflegeheim.
Hartz IV hat seinen Stolz verletzt
und mürrisch kommt er heim.

Warum sind die noch nicht im Bett!?
beschwert er sich sogleich.
Sie warten auf den Nikolaus.
Da wird er plötzlich weich.

Er nimmt die Kinder in den Arm
und denkt, was mach ich bloß?
Wir sind so arm, dass Gott erbarm,
dann zieht er wieder los.

Irrt ziellos durch die halbe Stadt,
steht plötzlich vor dem Tor.
Dahinter liegt die Villa "Satt",
zwei Stiefel steh'n davor.

Sie leuchten rot, sind prall bestückt,
und aus den Schäften quillt,
was Kinderherzen hell entzückt
und ihre Sehnsucht stillt.

Er sieht sich um, er ist allein...
und klettert übers Tor.
Er sammelt beide Stiefel ein.
Er stahl noch nie zuvor.

Schnell über's Tor, ein Blick zurück,
auf Messing prangt da matt;
er glaubt es kaum, misstraut dem Blick...
der Name "Nimmersatt".

Zu Hause fragt ihn seine Frau
"wo sind die Sachen her".
Der Mann erzählt die Tat genau.
Das Sprechen fällt ihm schwer.

Sie seufzt und ihre Stimme bebt,
zu Dieben in der Nacht
hat uns, die ehrlich stets gelebt,
Hartz IV jetzt schon gemacht.

Wir haben uns zu lang geduckt,
stellt sie jetzt sachlich fest.
Ab morgen wird nun aufgemuckt,
sonst gibt uns Hartz den Rest.

Am Montag gehen wir hinaus
und fordern unser Recht.
Und das nicht nur an Nikolaus,
du weißt, es geht uns schlecht.


Wintergedicht aus Mannheim für die Montagsdemo-Bewegung

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(November 2004)

Montagsbewegung - bei Wind und Wetter demonstrieren?
Woche für Woche - mutig und kontrovers diskutieren.
Montagsbewegung - bis Agenda und Hartz IV fällt -
jede Woche - für die Zukunft - für eine neue Welt!

Nicht jeden Montag geh ich gerne heraus,
bei Regen und Kält bliebe ich lieber zu Haus.
Doch bin ich hier, mit Euch, am Offenen Mikrofon -
dann verspür ich die Kraft, die Wärme schon.
Vielerlei Leute, oft über Monate hier -
neue Politiker und Kämpfer - das sind wir!

Montagsbewegung - für Menschenwürde und Brot,
Woche für Woche - gegen Ausbeutung und Not!
montags - gegen staatlichen Diebstahl und -Schnüffelei.
Jede Woche neu - sind Sie auch schon dabei?

Nicht jeden Montag gehe ich sehr gerne heraus,
wenn Wichtiges anderswo entschieden wird -  bleib ich zu Haus?
Doch bin ich montags hier mit Euch Männer und Frauen -
dann spüre ich, dass wir an der Zukunft bauen;
wir lernen kämpfen, streiten, Demokratie, Disziplin -
Respekt und freie Menschen - da wollen wir hin!

Montagsbewegung - wir lernen jetzt für später -
Woche für Woche selbst aktiv - nicht Stellvertreter.
Montags - täglich - gegen Regierung und Kapital -
Wir sind das Volk - wir sind international!

Nicht jeden Montag geh ich gerne heraus,
was tun, weil  noch zu Viele bleiben zu Haus?
Jede Putzfrau kann lernen, Staatsgeschäfte zu lenken -
doch das werden uns die Mächtigen nicht schenken:
Gemeinsam gegen Antikommunismus, Lügen und  Betrug -
das Volk begreift sein Potential  - Zug um Zug.

Montagsbewegung - nicht allein, sondern organisiert,
jeden Montag - auf dass das Kapital nicht  mehr lang regiert.
Montagsbewegung - bis Agenda und Hartz IV fällt -
jede Woche - für die Zukunft - für eine andre Welt!


Vom Arbeitsamt, da kam ich her

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(Gedicht aus Mannheim)

Vom Arbeitsamt, da kam ich her,
und muss Euch sagen,
ich verstehe Schröders Politik schon lange nicht mehr.
Überall auf den Tannenspitzen
seh ich den gierigen Schröder sitzen.
Er verkündet stolz im ganzen Land:
"Ihr fresst mir bald alle aus der Hand!"
Herr Schröder, Sie bauen aber auf Sand,
denn das Volk sind wir im ganzen Land
und wenn das Volk es will,
stehen alle Räder still!
Ein frohes Fest von ganzem Herzen
wünschen wir Ihnen, Herr Schröder,
aber ohne Kerzen!

 

Das letzte Hemd

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(Gedicht aus Rostock)

Hartz IV nimmt uns das letzte Hemd,
ist Armut, verordnet den Armen,
ist grausam und herzlos, nimmt ungehemmt,
ist Ausbeutung ohne Erbarmen.

Wir müssten doch einsehen, sagt man uns,
der Staat müsse furchtbar viel sparen.
Um den Reichen zu geben - verschweigt man uns.
Das sind die Gründe, die wahren!

Das Ganze nennt sich Demokratie,
soll sowas wie Volksherrschaft heißen.
Doch im Verständnis der Bourgeoisie
heißt das: Das Volk darf man bescheißen!

Das letzte Hemd hat keine Taschen
und die wären sowieso leer.
Da ist nichts drin zum Vernaschen,
es nützt euch das Hemd auch nichts mehr.

Ihr nehmt es dennoch, das letzte Hemd
der Ärmsten aller Armen.
Wir stehen im Kalten, doch bedenkt,
wenn ihr schön kuschelt im Warmen:

Eines Tages kommt die Zeit,
da holen das Hemd wir uns wieder.
Für uns zu kämpfen sind wir bereit.
Fürs Erste: Hartz IV muss nieder!


Montagsdemo-Gedicht aus Bremen

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(geschrieben von Ursula Gatzke)

1. Mai, ich bin dabei.
Wo ist der große, laute Schrei?

Wir wurden belogen und betrogen!
Wo sind die großen Protest-Wogen?

Wir haben geschuftet, Tag ein, Tag aus!
Heute misstet man uns aus!

Wir haben gezahlt, Tag ein, Tag aus!
Man warf das Geld zum Fenster raus!

Wir haben geschuftet, bis in die Nacht!
Was hat das Leben uns gebracht?

Wir werden ausgenommen, wie eine Gans!
Das ist unser Politiker-Eier-Tanz!

Sie nehmen hier, sie nehmen da,
nur von unten, ist doch klar!

Die von unten werden sich nicht wehren.
Und die da oben können unser Geld vermehren!

Politik ist so einfach, wenn man bedenkt,
das nur, des Volkes Geld, die Politiker lenkt!

Sie haben nie genug Geld, von uns bekommen!
Drum werden jetzt auch die Armen und Kranken ausgenommen!

Wir haben geschuftet, Tag ein, Tag aus!
Politiker lebten in Saus und Braus!

Das Geld für unsere Rente, haben sie vernichtet!
Sie schämen sich nicht, als die Wahrheit sich lichtet!

Politiker haben kein normales Gewissen,
darum wird ja das Volk, so mächtig beschissen!

Politik ist: “Frühling-, Sommer-, Herbst-, und Winter-Theater!”
Politiker haben mächtig viele, teure, unnütze Berater!

Wenn die Politiker es nicht schaffen, unser Geld auszugeben,
dann helfen ihnen meist, die unnützen Berater eben!

Die Politik versagt im ganzen Land Land!
Wo stehen wir Leute, Hand in Hand?

Wir müssen schreien, dass dass es laut dröhnt!
Politiker, ihr habt uns mächtig verhöhnt!

Politiker, ihr habt uns jahrelang belogen, betrogen, bestohlen!
Ihr seid dabei, alles, alles, Tag ein Tag aus, zu wiederholen!

Darum Politiker werde ich euch, auf einen Sockel heben!
Ihr könnt euch aber auch alleine darauf heben!

Drei gelbe Zitronen, sollt ihr von mir bekommen!
Ihr habt mir schon zu viel genommen!

Eine fürs belügen, eine fürs betrügen und eine fürs bestehlen!
Das Volk würde euch ganz sicher, auch dafür wählen.

Politiker, was ihr auch macht, das ist beschissen!
Das solltet ihr vom Volke wissen!

Und kommt endlich auf die Erde,
damit es besser werde!

Wollt ihr nicht runter von eurer Wolke,
dann holt euch irgendwann das Volke!

Des Volkes Zorn ist mächtig groß!
Es frag sich längst, was mach ich bloß?

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?
Die da oben, aus der ganz anderen Welt!?

Nein, lieber die Alten, Armen, Kranken sollens sein.
Die werden gewiss nicht so laut schreien.

Doch ich schrei hier und heute laut!
Was habt ihr euch da nur getraut!

In den Köpfen war nur Schwachsinn drin!
Das nehme ich so nicht mehr hin!

Die 10,-€ Kassen-Strafgebühr muß weg!
Wir kriegen alle drei Monate einen Schreck!

Die Zuzahlungen sind hinaufgeschnellt.
Wir denken, wir sind in einer anderen Welt.

Betrug ist, die 1% für kronisch Kranke!
Wenn ich da ran will, komm ich ins Schanke!

Gläsern sein muß ich, bis in den Tot!
Ich sparte doch für große Not!

Verboten sein muß die Renten-Minus-Runde!
Sie reißt bei vielen Menschen eine tiefe Wunde!

Ab 14 Jahren, für die Rente geschuftet!
Jetzt sieht man, wie die Rente verduftet!

Mehr Abzüge, als Lohn, die letzen Jahre!
Da standen uns zu Berge Die Haare!

Haben trotzdem gespart, für die Rente später!
Heute löst sich alles auf, wie Aether!

Ein Grauen geht durchs deutsche Volke!
Das ist es nicht, was das Volke wollte!

Geschuftet bis zum alten Greis!
Nun hat man diesen Politiker-Scheiß!


Die Riesterrente

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(geschrieben von Kerstin Gundt)

Die Standardrente liegt zur Zeit bei 69 Prozent des Nettolohn.
Das ist zu viel bei so viel Arbeitslosen - das versteht ihr schon!
Wir geben euch in Zukunft 67 Prozent
- dass es nur 64 sind, weiß nur der, der den statistischen Trick erkennt.

64 Prozent bei 45 Arbeitsjahren - das ist ja wohl klar!
Wegen der langen Arbeitslosigkeit sind nur 53 Prozent wirklich wahr.
Und die sind nicht das letzte Wort - das seht ihr doch wohl ein!
Ihr könnt ruhig vor die Hunde gehn´, so soll es schließlich sein.

Wir lügen euch die Tasche voll und ihr fallt noch drauf rein!
Wir leisten echten Wahlbetrug - so wird es immer sein!
Die Riesterrente ist das größte Sozialverbrechen von rot-grün.
Über hundert Jahre Arbeiterkampf mit einem Mal dahin.

Von der CDU vor langer Zeit ausgedacht
haben wir sie uns zu eigen gemacht.
Uns geht´s gut und immer besser, unser Land ist frei;
jeder hat die Freiheit, unter Brücken zu schlafen - wir lachen noch dabei!

Heute finanziern´ nur noch halb so viel Erwerbstätige einen Rentner wie noch vor 40 Jahrn´,
und trotzdem sind die Renten in den 70igern um 10 Prozent gestiegen - wie das wohl kam !
Zur Zeit erwirtschaftet ein Erwerbstätiger jährlich 2,5 Prozent mehr Gewinn.
Die Zahl der Rentner steigt nichtmals um ein Prozent - die Riesterrente macht also nicht mal Sinn!

Die Sozialbeiträge der Unternehmen sind seit 25 Jahren konstant,
doch das hat bis heute, Gott sei Dank, noch kein Arbeiter erkannt.
Weil die Löhne sinken, steigen die Sozialabgaben nur als Prozentsatz des Lohn.
Der Betrag an sich bleibt unverändert - doch wer erkennt das schon ?

Wir lügen euch die Tasche voll und ihr fallt noch drauf rein!
Wir leisten echten Wahlbetrug - so wird es immer sein!
Die Riesterrente ist das größte Sozialverbrechen von rot-grün.
Über hundert Jahre Arbeiterkampf mit einem Mal dahin.

Von der CDU vor langer Zeit ausgedacht
haben wir sie uns zu eigen gemacht.
Uns geht´s gut und immer besser, unser Land ist frei;
jeder hat die Freiheit, unter Brücken zu schlafen - wir lachen noch dabei !

Und wer viel hat, der kriegt auch viel - das ist ja wohl nicht neu.
Eine Verkäuferin erhält 25 DM im Monat - ihr Chef ist mit 130 DM dabei.
Man muss mindestens 4 Prozent des Einkommens sparn´, sonst geht man ganz leer aus.
Ein Drittel der Deutschen kann sich das nicht leisten - arm wie ´ne Kirchenmaus.

Doch Banken, Versicherungen, Unternehmen war´n  von Anfang an dafür.
Die halten ja auch unsre Staatsanleihen und wissen genau, wofür.
30 Mrd Euro mehr Geldanlagen - da schlägt das Anlegerherz!
Es gibt 63mal mehr Geld auf der Welt als Waren - also schnell noch ´nen neuen Nerz!

Wir lügen euch die Tasche voll und ihr fallt noch drauf rein!
Wir leisten echten Wahlbetrug - so wird es immer sein!
Die Riesterrente ist das größte Sozialverbrechen von rot-grün.
Über hundert Jahre Arbeiterkampf mit einem Mal dahin.

Von der CDU vor langer Zeit ausgedacht
haben wir sie uns zu eigen gemacht.
Uns geht´s gut und immer besser, unser Land ist frei;
jeder hat die Freiheit, unter Brücken zu schlafen - wir lachen noch dabei!

Wenn zu viel Alte Geld abheben als die Jungen sparen, stürzen die Banken zwar ein.
Doch darüber wolln´ wir lieber schweigen - so schlimm wird´s schon nicht sein!
Ist die gesetzliche Rente erst abgeschafft, kommt das Gesundheitswesen dran.
Der Ärzteverband will das Krankengeld als Kassenleistung abschaffen - fragt sich nur noch, wann.

Auch die Sozialhilfe muss endlich weg - oder wie in Amerika
lebenslang höchstens noch 5 Jahre - bald werden Träume wahr!
Dort lautet die Frage: entweder Essen oder Arznei.
Solange die das hier mit sich machen lassen, bleibt es auch dabei.
Solange die das hier mit sich machen lassen, bleibt es auch dabei.

 


Zehn Prozent der Deutschen

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(geschrieben von Kerstin Gundt)

Ihr nehmt uns unsre Arbeit weg
und das nur aus dem einen Zweck,
um eure Gewinne immer weiter zu erhöhn´
- doch wir werden uns nicht an Armut gewöhn´!

Seit 1980 bringt ein Arbeiter 40 Prozent mehr Profit
- da fragt man sich doch, wieso er nur 4 Prozent Lohnerhöhung kriegt!
Die Gewinne der Unternehmen sind um 85 Prozent gestiegen
- wo ist da unser Anteil nur geblieben?

Zehn Prozent der Deutschen besitzen das halbe Land.
Gut hundert Konzerne beherrschen die ganze Welt.
Nur mit einem ham´ sie nicht gerechnet:
dass uns das nicht länger gefällt!

Wir lassen uns nicht länger belügen!
Was Hunger heißt, könnt ihr jetzt selber spüren!
Wir lassen uns nicht länger belehren !
Ab heute werden wir uns wehren!

Vier Milliarden Überstunden ackern wir Jahr für Jahr.
Das brächte 900.000 Arbeitsplätze - überlegt das mal!
44 Prozent der Arbeiter sind trotz Arbeit bettelarm!
Vier Millionen sind froh, daß sie wenigstens ´nen 630-Mark-Job ham´!

Warum verdient ein Top-Manager 1,7 Millionen Euro im Jahr?
Ber der Deutschen Bank sind es fast 8 Millionen sogar!
Warum zahlt die Aldi-Verkäuferin mehr Steuern als der gesamte Siemens-Konzern?
Solche Zahlen hört ihr da oben wohl nicht gern!

Zehn Prozent der Deutschen besitzen das halbe Land.
Gut hundert Konzerne beherrschen die ganze Welt.
Nur mit einem ham´ sie nicht gerechnet:
dass uns das nicht länger gefällt!

Wir lassen uns nicht länger belügen!
Was Hunger heißt, könnt ihr jetzt selber spüren!
Wir lassen uns nicht länger belehren!
Ab heute werden wir uns wehren!

Schröder´s  Steuerreform bringt 40 Milliarden Euro Steuerausfall pro Jahr!
Das ist viermal so viel wie unter Kohl Gang und Gäbe war!
Konzerne und Höchstverdiener sollen so entlastet werden.
Knapp die Hälfte davon holt er sich von den Rentnern und Arbeitslosen und stürzt die ins Verderben.

Die gesamte Wirtschaft kriegt mehr Subventionen als sie an Steuern zahlt.
Warum kriegt der Staat dann nichts von ihren Gewinnen ab?
Viele Millionäre zahlen keinen Cent Einkommenssteuer!
Deshalb sagen wir: Weg mit diesen ganzen Ungeheuern!

Zehn Prozent der Deutschen besitzen das halbe Land.
Gut hundert Konzerne beherrschen die ganze Welt.
Nur mit einem ham´ sie nicht gerechnet:
dass uns das nicht länger gefällt!

Wir lassen uns nicht länger belügen!
Was Hunger heißt, könnt ihr jetzt selber spüren!
Wir lassen uns nicht länger belehren!
Ab heute werden wir uns wehren!

Nur ein Prozent Vermögenssteuer brächte 15 Milliarden Euro im Jahr!
Wären die Gewinnsteuern so hoch wie vor Koh, kämen wir auf 50 Milliarden sogar!
Die Steuerbelastung von Kapitalerträgen liegt bei uns auf dem drittniedrigsten Platz!
Es gibt auf der Welt 63mal mehr Geld als Waren - also her mit dem Milliarden-Schatz!

 

Der Arbeitsplatz

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(vorgetragen auf der Montagsdemo Dresden von einem Arbeitslosen nach einem Text von Martin Niemöller)

Und als man ihnen sagte.
es wird niemand mehr eingestellt,
schwiegen alle,
denn sie hatten ja ihren Arbeitsplatz.

Und als man ihnen sagte,
die Befristeten werden nicht verlängert
dachten sie,
die finden schon wieder etwas.

Und als man ihnen sagte,
die Auszubildenden werden nicht übernommen
dachten sie,
wenigstens haben sie eine Ausbildung.

Und als man ihnen sagte,
die Hälfte der Belegschaft wird entlassen
atmeten sie tief durch,
denn es war ja nicht ihr Arbeitsplatz.

Und als man ihnen sagte,
"Ihr seid entlassen!"
war keiner mehr da,
der sich mit ihnen gegen das Unrecht wehren konnte.

 

Menschenwürde

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(von Rainer aus Hamburg)

Hört Leute von dem Hartz Programm,
das ist gesund für jedermann.
Die Reichen sind halt ausgeschlossen,
dazu mit Krimsekt übergossen.

Apropos - gedacht- die Reichen,
sie dürfen vor der Arbeit weichen.
Oh, Zwangsarbeit für's Kapital?
Ob unser Schröder noch normal???

Schnell weg mit Schröders Denkvermögen;
Gesichert in den Harzer Bögen,
die jeder unterschreiben muss,
sonst ist mit Menschenwürde Schluss.

Hartz darf niemand akzeptieren.
Hier im Land darf niemand frieren.
Für jeden einen kleinen Barsch.
Drum auf zur Demo. Marsch, marsch, marsch.

 

Sankt Martin war ein frommer Mann

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(von der Montagsdemo am 8.11. in Duisburg)

Sankt Martin war ein frommer Mann
Traf einst einen Bettelmann
Und er dachte: in Not und Leid
Ist es besser, wenn man teilt.
Unsere Regierung, die will das so
und sagt, "sei mal mit der Hälfte froh"!
Sankt Martin zog den Mantel aus,
machte schnell zwei Hälften draus.
Doch was beide nicht bedacht,
es kam ein Frost in tiefer Nacht.
Da waren sie beide verloren
und sind jämmerlich erfroren.
Die Moral von der Geschicht,
kämpfe lieber - bettel nicht!

 

Die perfekte Arbeitskraft

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(von Gerda Bernhardis aus Düsseldorf)

Man entferne ihren Kopf
Und transplantiere
Ein Puppengesicht mit Uhrwerk,
welches freundlich lächelnd
"Guten Tag" und für die viele
Arbeit "Danke" spricht.

Man entferne ihre Seele,
die andere Bedürfnisse hat,
als ständig herumkommandiert
zu werden.

Man verforme
ihren Rumpf,
pflanze ihr mehrere Arme
á la Tausendfüßler ein
und versehe sie
mit einer Automatik,
die mindestens
acht Stunden täglich
reibungslos funktioniert.

Zuletzt entferne man noch
Die weiteren
Menschlichen Reste
Ihres Körpers,
ersetze diesen
durch Titan, welches
nicht anfällig wird,
keine Schmerzen spürt,
keinen Urlaub braucht
und nie krank wird.

Mehr wird nicht verlangt!


Umbruch

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(von einem Montagsdemonstranten aus Schwäbisch Gmünd)

Korruption benagt die Wurzeln, Raupen nähren sich durch Raub.
Flechten hindern ihn am Atmen, schimmelnd fault am Zweig das Laub.
Wetterleuchten fern am Himmel, ein Gewitter zieht heran.
Jeder Sturm beginnt mit Säuseln, sanfte Luft wird zum Orkan.

Reißt mit sich, was morsch und faul ist. Krachend fällt der alte Baum.
Wo er Schatten warf, ist Lichtung. Neue Pflanzen haben Raum.
Schnell wächst Unkraut in die Höhe und die Chance ist vertan.
Überleg dir deshalb heute für die Zukunft einen Plan.

Ach wie gleicht dem morschen Baum doch unser kranker deutscher Staat.
Auf den höchsten dürren Ästen tagt der Parasiten Rat.
Einzelkampf wird ihn nicht zwingen, nimm Partei und schließ dich an!
Denn der Feind bedenkt bei Zeiten, wie er weiter herrschen kann.

Einig gleichen wir dem Sturmwind, keine Macht hemmt unsern Lauf.
Hartz-Gesetze, die uns knechten, heben wir ganz einfach auf.
Deshalb will der Feind uns spalten, denn er liebt die Sklaverei.
Sturm erheb dich, reiße nieder! Brich den alten Stamm entzwei!

Dann stehn wir nicht mehr im Schatten, selbst bestimmt und frei entsteht
eine uns gemäße Ordnung und der Geist der Freiheit weht.
Alle großen, offnen Fragen regeln wir durch Plebiszit.
Nicht nur alle Jubeljahre, ständig reden wir dann mit.

Keiner wird uns wieder knechten! Was die Oberschicht errafft,
werden wir ans Volk verteilen. Nehmen ihr so alle Kraft,
einen Gegenschlag zu führen. Und wir halten sie im Zaum.
Keiner wird uns wieder knechten, keiner sägt am neuen Baum!

Über dieser neuen Ordnung wird des Volkes Wille steh'n.
Die Regierung, die wir wählen, darf uns niemals übergeh'n.
Unser Wille wird gestalten, kein Zentralrat der Partei,
denn wenn Bürokraten walten, sind wir bald schon nicht mehr frei.

Was die Basis will, soll gelten. Ewig währt der Klassenkampf.
Schlechtes Beispiel lehrt uns Vorsicht. Hehre Worte, heißen Dampf
haben wir zu lang erfahren. Und wir kämpfen uns nur frei,
weil wir selber herrschen wollen. Nicht für neue Tyrannei.

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