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Kulturbeiträge und Witze von den Montagsdemonstrationen

Hier werden KulturbeiträgeWitze und witzige Anekdoten von den Montagsdemonstrationen veröffentlicht (weitere geeignete Vorschläge bitte an redaktion@rf-news.de schicken):

Inhaltsverzeichnis

Die Weihnachtsgeschichte 2005

Schröder-Witze

Kulturbeitrag von der Homepage des REBELL

Rheinische Büttenrede zum preußischen Rosenmontag

Schwäbische Büttenrede zum Rosenmontag

Zweiakter "Die zwei Seiten vom Arbeits-Los"

Neue Schröderwitze

Neue Sprüche aus Dessau

Zur Begrüßung der  16. Montagsdemo in Rüsselsheim

Agentur für Armut - Sklavenmarkt

Die Wahl oder Colorado-Gerds Höllenfahrt

Hier ein erster Montagsdemo-Witz aus Magdeburg

 

Die Weihnachtsgeschichte 2005

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(von der Montagsdemo Saarbrücken: Nach dem Evangelium des Apostels Theo Dorand, Übersetzung by Jutta von Jolande)

Es geschah in jenen Tagen, als das reiche und mächtige Rom über Iberien, Gallien, Britannien und Germanien, bis hin zu den Ufern des schwarzen Meeres und weit darüber hinaus, bis nach Ägypten, Syrien und Palästina herrschte.

Kaiserin Angeliana  von der großen Regierungskoalition der  Sozial- und Christdemokratur, die jüngst von ihrem  weisen und durchtriebenen Berater Wolfgang Clementius erfahren hatte, das es den Reichen in seinem Reich schlechter denn je erginge, und sich überall Parasiten breit machten, die den Wohlstand auffraßen, erließ ein Gebot, wonach alle Welt gezählt und ihr Wert für die Ökonomie geschätzt werden sollte.

Ein Jeder der keine Arbeit hatte, musste sich auf die Socken machen um sich in der Stadt seiner Väter bei der ARGE registrieren zu lassen. Auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, war mit seiner jungen Frau Maria, die ein Kind erwartete, unterwegs nach Bethlehem, um dem Willen des Kaisers zu gehorchen.

Josef und Maria waren, wie die meisten Bürger Galiläas arbeitslos, denn die Sänften und Wagenfabrikation, die ihnen einstmals die Existenz sicherte, war schon seit geraumer Zeit nach Babylon und Nubien ausgelagert worden. Dort war eben die Arbeit viel billiger und die Rendite für die Aktionäre fiel wesentlich höher aus.

Nach den Gesetzen von Petronius Hartzus, aus dem Vorstand der Volkskutschen AG, der mit Seinesgleichen auch die vornehmen Bordelle der Welt bereist hatte, waren ihnen nur wenige Sesterzen verblieben. Haus und Hof hatten die beiden verkaufen müssen. Ihr Erspartes für das Alter mussten sie ebenso aufessen, wie den Esel, der ihnen zuvor die Mobilität gesichert hatte.

Unterwegs begegneten ihnen viele arbeitslose Handwerker und Künstler, ja sogar Gelehrte und einstmals Selbständige waren in großer Zahl dabei. Maria und Josef hörten sie murren: "Die Regierung muss uns Arme sehr lieben. Wie sonst hätte sie so viele von uns geschaffen?"

Als eine römische Kohorte mit blank geputzten Waffen an ihnen vorbeizog, meinte Josef sarkastisch: "Schau mal Maria, dort schleppt die Soldatesca unsere Rente an den Hindukusch."

An der Straße nach Bethlehem gab es mehr Bettler, die um ein Almosen bettelten, als Bäume die Schatten spendeten. Gehüllt in Seidengewänder wurde die Kaiserin Angeliana in ihrer Sänfte vorbei getragen. Maria und Josef hörten sie fortwährend rufen: "Gebt uns vier Jahre Zeit und ihr werdet das Land nicht wiedererkennen."

Vor dem Stadttor von Bethlehem hatte der damals für die Verfolgung der "Faulenzer" zuständige Prokurator Wolfgang Clementius große Tafeln mit der Inschrift "Vorrang für die Anständigen" aufstellen lassen. Zu den Anständigen zählte er sich selbst, seinen Kaiser, seinen Geldbeutel und natürlich Petronius Hartzus, der mit seinen Gesetzen die
"Überflüssigen" und "Parasiten" in Fesseln gelegt hatte. Ein Sprayer hatte in großen Lettern darunter geschrieben: "Hau ab, Verdammter dieser Erde."

Streng bewacht von römischen Soldaten und Hilfswilligen des Königs Herodes, war das Tor Bethlehems. Josef und Maria mussten ihren Lebensberechtigungsschein abstempeln lassen, sowie den Hartzus IV Bewilligungsbescheid vorlegen, bevor sie die Stadt, in der König David das Licht der Welt erblickte, betreten durften.

Die beschwerliche Reise von Nazareth nach Bethlehem hatte die letzten Ersparnisse von Maria und Josef aufgefressen. Maria, die spürte daß ihre Zeit zu gebären gekommen war wollte einen Medicus aufsuchen, doch ohne zehn Sesterzen Praxisgebühr wurde sie erst gar nicht vorgelassen. Auch die Suche nach einer Herberge für die Nacht blieb erfolglos. "Schert euch weg, ihr elendes Gesindel", riefen die Türsteher und drohten mit
der Peitsche.

Aus den Tavernen drang Gesang und Gelächter, Maria war am Ende ihrer Kräfte, sollte ihr Kind in der Gosse geboren werden? Ein Vagabund, der selbst ohne Obdach und Zukunft war, wies ihnen den Weg zu dem Stall einer Karavanserei, die sie mit letzter Kraft erreichten. Dort lagerten viele Hirten mit ihren Tieren, aber auch Andere, die weder Geld für eine Herberge noch sonst ein Dach über dem Kopf hatten.

Maria und Josef fanden Aufnahme in einer Ecke des Stalls. Viele hilfreiche Hände streckten sich ihnen entgegen Maria gebar ihren Sohn, sie wickelte ihn in Tücher und legte ihn in eine Krippe.

Die Tage vergingen und Maria konnte sich von den Strapazen der Geburt erholen. Eine Karavane mit prächtig geschmückten Pferden und Kamelen näherte sich dem Stall in dem das Kind in seiner Krippe lag. "Wo ist das neugeborene Kind? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, das Kind und euch unter die Lupe zu nehmen", fragte eine tiefe Stimme. Sie gehörte einem Kontrolleur der ARGE Bethlehem der sich mit zwei seiner Kollegen auf den Weg gemacht hatte die seltsame Wohngemeinschaft in der Stallecke zu überprüfen. Maria und Josef und ihr kleiner Sohn waren in den Augen der ARGE Bethlehem nichts weiter als eine lästige und vorallem verdächtige Bedarfsgemeinschaft die den "Anständigen" auf der Tasche lag. "Wem gehören die Schafe und Ziegen, wem Ochs und Esel - Ihr habt euch Hartz IV erschlichen. Ihr seid Betrüger, Ihr seid Parasiten", musste sich das Paar anhören.

Als von draußen der Gesang einiger Hirten: "Wacht auf, Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum Darben zwingt! - Das Recht wie Glut im Kraterherde nun mit Macht zum Durchbruch dringt", kraftvoll erklang fügte Josef dem Lied der Hirten eine weitere Strophe an: "Es rettet uns kein hö´hres Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun. - Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun! -  Leeres Wort: des Armen Rechte! Leeres Wort: des Reichen Pflicht! - Unmündig nennt man uns und Knechte, duldet die Schmach nun länger nicht!" Da nahmen die Kontrolleure der ARGE rasch Reißaus.

 

Schröder-Witze

 

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Junge zu Schröder: "Du Schrödi, meine Eltern haben den ganzen Tag Zeit mit
mir zu spielen."
Schröder zu Junge: "Ja das hab ich gemacht. Das nennt man Arbeitslosigkeit."

Junge zu Schröder: "Du Schrödi, meine Oma kann sogar ohne Zähne essen." Schröder zu Junge: "Ja das habe ich auch gemacht. Das nennt man Rentenreform."

Auszug aus dem Lied "Schri Schra Schrödi" von Elmar Brandt:

"Du warst mal flüssig, und jetzt bleibt dir nicht mehr viel. Hast´n Konto und da ist noch was drauf. Joa. Bis ich Hartz V mach, dann löst du es schnell auf. Hahaha"

 

Kulturbeitrag von der Homepage des REBELL

 

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Die Idee:
Die Grundidee ist ein kleines Theater, dass zeigt, dass 1 Jahr Montagsdemos uns eine große Schule waren in Ausdauer, Kampfgeist, Musik (Trommelgruppen entstanden, Rasseln gebastelt, Lieder gedichtet), Wirtschafts-/Gemeinschaftskunde (lernen, warum Hartz IV jugend- und menschenfeindlich ist, und warum diese Gesetze gemacht werden), Bildende Kunst (Transparente und Plakate malen), Deutsch (“Referate” am offenen Mikrofon vortragen vor vielen Menschen) und alles was ihr noch gelernt habt. Diese besondere Schule für die Jugend war toll, gesellschaftlich erfolgreich und soll noch viele Geburtstage erleben. Dann können noch viel mehr Jugendliche diese Schule besuchen. Am Ende bringen wir einen großen Geburtstagskuchen mit, den wir verkaufen können.
 
So wird vorbereitet:
Am besten wird das Stück von den Kultur- bzw. Musik oder Trommelgruppen im REBELL vorbereitet. Dabei können viele Jugendliche und Kinder einbezogen werden, zum Beispiel die, die wir zur Zeit im Wahlkampf kennen lernen oder Kontakte von der Montagsdemo. Wichtig ist ein fester Kern, der das kleine Theater sicher beherrscht und zwei Mal gründlich geprobt hat. Dann können auch noch andere Jugendliche mitmachen, die nur ein Mal mitproben (z.B. die Rebellen aus den anderen AGs). Der feste Kern muss aber im Verhältnis groß genug sein um die anderen sicher zu führen. Besonders anziehend sind unsere Auftritte nämlich immer dann, wenn sie diszipliniert und straff ablaufen. Rechtzeitig vor dem Jubiläum der Montagsdemo an eurem Ort, müsst ihr mit den örtlichen Verantwortlichen den Rahmen und die technischen Möglichkeiten abklären. Wir schlagen vor, dass der Beitrag maximal sieben Minuten geht.
 
Das Stück: “Die Montagsdemo-Schule”
Mitspieler:
-         Mindestens ein Rebell, aber so viele wie möglich. Sie spielen sich selber. Bei vielen Mitspielern sollte einer Regisseur im Hintergrund sein um alles zu koordinieren.
-         Ein Erwachsener von der MLPD oder der Montagsdemo. Er/Sie spielt den Lehrer/in in der Schule.
 
Material:
-         Eine Pappe, die so bemalt wird, dass sie eine Schultafel darstellt.
-         Eine Pappe, die auf die Tafel passt mit der Aufschrift “Montagsdemo-Schule”
-         Einen Ständer, an dem man die Tafel anbringen kann.
-         maximal fünf Klappstühle (je nach Anzahl der Mitspieler)
-         alle Materialien, die ihr in dem einen Jahr Montagsdemo erstellt oder gesammelt habt.
 
1. Szene, in der Schule:
(Die Tafel ist aufgestellt. Die Stühle in passendem Abstand davor. Die Schüler und Rebellen sitzen drauf. (Wenn man nur einen Rebellen hat, kann der fett gedruckte Schülertext auch als Monolog gehalten werden)  Der Lehrer kommt rein)
Lehrer: “Guten Morgen, liebe Schüler!”
Schüler: “Guten Morgen, Herr Lehrer!”
Lehrer: “Ihr wisst, wie es ist. Heute ist Montag. Das heißt, wir haben heute 4 Stunden zusammen.”
Schüler unterhalten sich untereinander
1. Schüler: Oh nein, den kann ich echt nicht abhaben. Das ist so nervig montags.
2. Schüler: Ich find den nicht so schlimm.
Lehrer: Erst lernen wir in Deutsch was über Schiller. Wir haben ja das Schillerjahr. Dann versuchen wir uns in Bildende Kunst selbst, heute mit Wasserfarben. In der dritten Stunde geht es in Wirtschaftskunde um den Vergleich von Demokratien in Europa und zum Schluss haben wir Sport mit Ausdauerlauf.
Schüler unterhalten sich untereinander
2. Schüler: Siehst du, ist doch halbwegs abwechslungsreich.
1. Schüler: Aber allein die immer gleiche Stimme von dem zu hören. Und so viele verschiedene Sachen lernen zu müssen....
2. Schüler: Ich finde eher das Problem, dass man hier gar nicht alles lernt.
1. Schüler: Wie meinst du denn das?
2. Schüler: Hier lernt man auch viel Interessantes und Wichtiges für das Leben. Aber ganz viele wichtige Sachen lernt man nicht. Die lernt man nur in einer anderen Schule. Beim REBELL und in der Montagsdemo-Schule.
1. Schüler: Hä? Du weißt doch Montage sind eigentlich gar nicht mein Ding, so direkt nach dem Wochenende.
2. Schüler: Aber, dann schau dir mal diese Schule der besonderen Art an!
Lehrer: Hey, ihr da, in der ersten Reihe! Hier vorne spielt die Musik. Oder habt ihr etwas Wichtiges zum Unterricht beizutragen?
2. Schüler: Ach nöööö. Wir überlegen nur, wie wir noch mehr zur Schule gehen können, auch nachmittags und so.
 
2. Szene, auf der Montagsdemo
(Die Tafel ist behängt mit dem Schild “Montagsdemo-Schule”, die mitspielenden Rebellen, Rotfüchse und Jugendlichen rennen vom Mikrofon einmal im inneren Kreis an den Demonstranten vorbei)
Alle: Guten Abend, Montagsdemonstranten!
Pause, um auf Antwort der Demonstranten zu warten.
Alle: Herzlich Willkommen in der Montagsdemo-Schule!
 
Dann kommen immer einzelne Rebellen oder mehrere und zeigen/sagen, was sie gelernt haben, immer nur ganz kurz. Hier müsst ihr vor allem auf dem Aufbauen, was ihr an eurem Ort gelernt und gemacht habt. Das wird dann immer als ein Lieblingsfach vorgestellt, oder als ein Fach, wo man viel gelernt hat. Hier mal ein paar Beispiele:
 
1. Jugendlicher: Ich habe in Musik richtig was dazu gelernt: “Weg mit Hartz 4, das Volk sind wir” (rhythmisch gerufen). Ich verstehe jetzt was von Rhythmus und kann alles aus meiner Stimme rausholen. Noch nicht gelernt habe ich, wie ich es vermeide danach heiser zu sein.
 
2. Jugendlicher: Ich habe in Gemeinschaftskunde was über wirkliche Demokratie gelernt. Das bedeutet, dass das Volk bestimmt. Das haben wir hier gemacht. Jeder darf was am Mikrofon sagen außer Faschisten, denn die wollen jede Demokratie zerstören. Über die wichtigsten Fragen unserer Bewegung haben wir hier beraten und abgestimmt. Da zählt wirklich jede Stimme. Durch Delegierte aus unseren Reihen sind wir bundesweit vernetzt. Ich war auch bei so einem Treffen dabei in Leipzig/Hannover. Die Gegner der Demokratie, die sitzen in Berlin. Sie achten nicht unsere Stimme, sondern nur die der Kapitalisten.
 
Rotfüchse: Wir haben Kunst gemacht. Im Winter haben wir diese Laternen gebastelt, damit es bei der Demo gemütlich ist und es jedem leuchtet, dass auch wir Kinder gegen Hartz 4 sind. Also ist es richtig nützlich, was wir gebastelt haben.
“Laterne, Laterne,
Schröder in die Ferne!
Weg mit Hartz 1, 2, 3, 4,
und das Volk sind wir!”
 
Jugendlicher: Puh, heute morgen in der Schule habe ich mich schwer getan fünf Stunden ruhig zu sitzen. Ich bin mehr der Zappelphilipp. Das wird keine guten Noten beim Verhalten geben. Aber hier in der Montagsdemo-Schule: je mehr ich rumlaufe, Flugblätter verteile, oder Spenden sammle, desto besser.
 
Jugendlicher: Wirtschaftskunde, das sind nicht einfach viele graue, harmlose Seiten im Schulbuch. Die herrschende Wirtschaft hier in Deutschland, die beutet uns aus. Das habe ich durch den REBELL hier bei den Montagsdemo gegen Hartz 4 verstanden. Immer mehr Jugendliche werden durch die Regierungspolitik zu flexiblen billigen Hilfsarbeitskräften für die große Industrie gemacht. Oder wir werden gleich arbeitslos. Wenn man das versteht, dann kann man auch gegen diese Politik kämpfen. Ich bin sogar für den echten Sozialismus, weil da die Ausbeutung abgeschafft wird. Dann braucht man noch Mut zum Kämpfen....
Nächster Rebell, der z.B. über die Montagsdemos gewonnen wurde: Und diesen Mut, den habe ich auch hier bei den Montagsdemos bekommen. Bei mir war das so: .....
 
Rebell: Nun, zum Thema Mitarbeit lässt sich folgendes sagen: Wir haben durch euch hier ganz schön viel gelernt, was Standhaftigkeit und Ausdauer bedeutet. Das ist wichtig für uns Jugendliche. Wir hatten auch manchmal einen Durchhänger, wo wir nur mit wenigen da waren oder nicht viel gemacht haben. Das lag daran, dass....
 
Rebell: Ich habe hier gelernt am offenen Mikro vor ganz vielen Leuten was zu sagen.
 
Und so weiter. Lasst euch was einfallen. Vielleicht auch ein paar witzige Situationen, die euch passiert sind.
 
3. Szene, Abschluß.
Rebell: So. Das und viel mehr, das war unser erstes Schuljahr mit der Montagsdemo und dem Jugendverband REBELL. Wir wünschen uns noch viele weitere Unterrichtsstunden bis Hartz 4 weg ist, und auch jede andere Schweinerei. Diese Schule brauchen noch viel mehr Jugendliche,
Schulnoten werden dafür nicht vergeben. Denn ihr und wir haben alle meistens unser bestes gegeben. Dafür ist uns Applaus, gegenseitige Unterstützung und neue Mitstreiter viel wichtiger. Und natürlich auch eine helfende Kritik.
Zu einer Geburtstagsfeier gehört ein richtiger Geburtstagskuchen. Den haben wir für alle gebacken. Den gibt es hier, kostet ... Euro. Die Hälfte spenden wir für die Montagsdemo, die andere für die Arbeit unseres Verbandes.
Bis nächsten Montag.


Rheinische Büttenrede zum preußischen Rosenmontag - "De Jecken sin los"

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(Karl Nümmes, Berlin nach Pit Bäuml, Heilbronn Januar 2005)

Die Jecken sin jetz überall
von Berlin aus starten die den Überfall,
nicht auf die Rathäuser, sondern auf die kleinen Leute
werfen di sich wie eine wilde Meute.
Der Oberjeck heißt Ackermann
Mann! Wie der ackert, der Mann!
Gewinnexplosion von 50 Prozent
und uns zieht man aus das letzte Hemd!
6000 schmeißt der raus
aus seinem noblen Bankenhaus
und guckt noch brav aus der Wäsche raus!
Und überall Empörung, hört, wie sie heucheln
und gleichzeitig Arbeitsplätze meucheln.
Ja, früher, da sagen se: da herrschte noch Moral
da gab sich sozial das Kapital!
Doch die Wahrheit ist, liebe Närrinnen und Narrelesen:
Es ist noch nie so jewesen!
Watt hier herrscht is dat Profitjesetz
deshalb wirst du auf Hartz 4 jesetzt!
Wer hier herrscht, dat sind de Monopole,
die haben den Staat im Griff und verwalten die Kohle!
Und der Clement sacht:
Es sieht doch alles super aus,
die ein-Euro-Jobber fallen aus de Statistik raus!
Doch sein Hartzer Käse is grad ein Monat alt,
da zeicht de Bilanz eiskalt:
5 Millionen ohne Job!
Näh, Hartz 4 is ein Flop!
Clement, Schröder, ihr seid Lümmel
euer Hartzer Käse stinkt zum Himmel!

"Doch," -sacht jetzt Clement: "Wartet ab,
die Zeit is einfach zu knapp,
in ein paar Monaten", heißt et jetzt,
"da hat die Wirkung einjesetzt!"
Jetz kommen de Rechenkünstler her:
Arbeitslose, horcht mal her!
Ihr sollt still halten, das Maul halten,
und euch in Ost und West zerspalten!
Ihr sollt resigniert zu Hause stehn
und nich auf de Montagsdemos jehn!
Wir sollen enttäuscht uns gegenseitig beharken
derweil kann Ackermann auf dem Weltmarkt erstarken!
Die denken wohl zur Narrenzeit,
sind alle bekloppt, die Leut!?
Bloß  bei uns hier hat das keinen Zweck:
So schnell kriegen die uns nich von de Straße weg!
Watt wir hier machen, is eine Zukunftsinvestition,
wir machen dat nich nur für Arbeit und Lohn:
Die Zukunft der Kinder liegt uns am Herzen.
und damit kann man mit uns nich scherzen!
Darum: Liebe Pappnasen und Näsinnen
im Reichstag und Chefetagen,
ihr mit den Daimlers in den Garagen
Ihr Ackermänner und Esser,
Arbeitsplätze-Fresser
Ihr Raffgowskis und Schröder:
Nein: Trotz Pisa, wir werden nicht blöder!
Wir nehmen euch eure Scherze nich ab,
runter mit der Narrenkapp,
damit man euch unterscheiden kann
von dem kleinen, normalen Mann!
Hinter eurer grinsenden Fassade
seit ihr eine volljefressene Made
Made in Germany
Sozial war die nie!
In Brandenburg und Berlin ruft dat Volk jetzt: Hejoh!
Und demonstriert weiter, munter und froh.
Und bis nach Berlin, da rufen wir:
Allaaf! Helau! Weg mit Hartz Vier!


Schwäbische Büttenrede zum Rosenmontag - "Narra send los"

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(Pit Bäuml, Heilbronn Januar 2005)

Narra send los - em Überfall
stürmet se d'Rothäuser überall.
Ond i als Schwob steig jetz en d'Bütt
ond teil euch diese Story mit.
An Fasching gibt es viel zom Lache
wenn d'Narra ihre Scherze mache.
So sagt dr Clement: "Wartet ab
mit Hartz IV weret Arbeitslose knapp!"
Denkt sich: des gibt en Faschingsscherz,
wenn d'Ein-Euro-Jobs em März
aus dr Statistik fliaget raus
no sieht die Lage super aus!
Jetz isch Hartz IV oin Monet alt
ond die Bilanz, die zoigt eiskalt:
5 Millione ohne Job -
für d'Regierung: beser Flop!
"Doch koine Bange, wartet ab,
die Zeit isch oifach no zu knapp,
en a paar Monet", hoißt es jetzt
"do hot die Wirkong eingesetzt!"
Jetz kommet d'Rechenkünstler her:
Arbeitslose, horchet her!
S'Johr hot ab jetz - wenn i's euch sag -
bloß no 360 Tag!
No hemmer 5 Tag Geld gespart,
rechnet Politiker knallhart.
Dia denket wohl zur Faschingszeit,
do mache mr zom Narra d'Leut!?
Narra send los - em Überfall
stürmet se d'Rothäuser überall.
Bloß en Berlin hot des koin Zweck:
do sen dia Narra guat versteckt,
haltet em Bundestag ihr Sitzong ab
mit Krawatt ond ohne Narrakapp,
dass mr nemme onderscheide ko
en Narra vom a rechta Mo.
Drom ruaft des Volk euch jetz "Helau!"
ond mir demonstrieret au,
ond noch Berlin do ruafet mir:
"Narri-narro - weg mit Hartz IV!"

 

Zweiakter " Die zwei Seiten vom Arbeits-Los"

 

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(Montagsdemo Bamberg)

Moderator: "1.Akt"

(Alle Beteiligten im Sketch stellen sich in einer Reihe auf - haben jeweils ein Schild umhängen mit "1970  in Arbeit")

Moderator: 
* Wir blicken zurück auf das Jahr 1970,  Arbeitslosigkeit hat nur sehr wenige betroffen
* Anders heute zu Beginn des Jahres 2005, offiziell sind über 4,5 Mio. erwerbsfähige Menschen arbeitslos  - inoffiziell zählt man alle mit die aus verschiedensten Gründen nicht registriert sind  weit mehr
* Ja was ist los, sind die Menschen denn alle faul geworden - wie es uns manche Politiker durch die Blume oder andere auch ganz unverschämt offen weismachen wollen
* Schauen wir uns in der Bamberger Betriebslandschaft mal um, wie sind viele Bamberger ihre Arbeit los geworden: Bei jedem Betrieb wird ein Schild umgedreht:
ERBA: dichtgemacht
Schmutzler und Finke: Produktion verlagert nach Rumänien und Griechenland
Greiffwerke: Produktion verlagert
Trench: Abbau der Arbeitsplätze von ehemals ..... auf .....
Kauffmann und Sohn: Soll bis Mitte des Jahres dicht gemacht werden
Schaeffler Teppichboden: Scheibchenweise abgebaut und jetzt vor dem endgültigen Aus

Moderator: "2. Akt"

Die Akteure postieren sich mit neuen Schildern: Zwei weibliche mit "in Arbeit", einer mit "Kind", eine/r mit "Freund/in", drei mit "Arbeitslos"

Moderator: "Hier zwei Frauen, die in Arbeit stehen - ihre Familien, Freunde - dort Arbeitslose ..."

Moderator: "Auf der Arbeit ..."

Die "in Arbeit" rackern sich ab, stellen die Geschwindigkeit, die Hetze den Druck pantomimisch dar
(Herumhetzen, ständiges wiederholen gleicher Bewegungen, dazwischen gequältes Freundlich sein)
Kommen nach Hause und sind kaputt (lehnen sich an, machen die Augen zu) (Dauer ca. 3 Minuten)

Moderator: "Nach der Arbeit ..."

Anforderungen von der Familie, Freunden
Kind kommt und stellt ihre Anforderungen (spiel mit mir, spazieren gehen etc.)
Wird gereizt abgewiesen (ca. 2 Min.)

Freundin ruft an (Gehst du heute noch mit mir ein Bier trinken, ins Kino etc.)
Wird abgewimmelt (pantomimisch und auch verbal - ich bin kaputt etc.) (ca.1 Min.)

Dazwischen immer wieder leise - eindringlich - mit monotoner Stimme sprechen die "Arbeitslosen": "... und für uns gibt es keine bezahlte Arbeit""... und für uns gibt es keine bezahlte Arbeit".


Neue Schröderwitze

 

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Vor dem Kanzleramt ist ein Rentner gestürzt. Schröder hilft ihm auf und sagt: "Dafür müssen Sie mich das nächste Mal wählen." Antwortet der Rentner: "Ich bin auf den Rücken, aber nicht auf den Kopf gefallen!"

Warum fährt Gerhard Schröder niemals mit dem Fahrstuhl? Weil da die Fernsehkameras nicht hineinpassen.

Warum wird für Schröder nicht mehr wie bisher bei Helmut Kohl der rote Teppich ausgerollt? - Das ist nicht nötig, weil er immer seinen grünen Läufer dabei hat.

Schröder hat sich neue Schuhe anfertigen lassen - mit den Absätzen vorn!
Er möchte endlich mal wieder das Gefühl haben, dass es in Deutschland aufwärts geht.

Bundeskanzler Schröder und Finanzminister Eichel spazieren über den Berliner Kurfürstendamm: Schröder: "Hans, Schau Dir mal diese Preise an: eine Hose 20 Euro, ein Mantel 25 Euro und ein ganzer Anzug 50 Euro! Da sieht man doch deutlich den Erfolg unserer Wirtschaftspolitik!" Eichel erblasst über so viel Sachkunde. "Du Gerhard  - das ist das Schaufenster einer chemischen Reinigung."

Fritzchen schreibt einen Brief an den lieben Gott: "Bitte, bitte schick mir 100 Euro!"
Der Post fällt nichts Besseres ein, als den Brief an Schröder zu schicken. Der schickt ihm einen Brief mit fünf Euro. Schreibt Fritzchen wieder: "Danke, lieber Gott, aber warum hast du das Geld über Schröder geschickt? Der hat doch glatt 95 Prozent Steuern einbehalten!"


Neue Sprüche aus Dessau

 

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Achtung - Achtung Nikolaus
Schmeiß uns mal den Clement raus!
Denn gegen Dummheit, da hilft kein Mittel -
nur ein tücht´ger Besenknüppel!

Achtung - Achtung Demonstranten
Schröder kriegt jetzt einen Kanten!
Der spart nur beim klein Bürger ein
Das ist sein Heilig - Kerzenschein -
Drum Leute macht hier ganz rasch mit!
Und gebt der Regierung einen Tritt!

Clement, Hundt und Rürup, Meyer  -
Holt der Teufel, und der Geier!
Sie nehmen nur arme Leute aus
Und für uns gehen nun langsam die Lichter aus!
Drum Achtung, lieber Nikolaus -
Und schmeiß die Bande gründlich raus!

Achtung, Achtung - Dessau sendet
Schröder seine Birne blendet
vergreift sich genüßlich an unserem Geld
Nur räubern, das können sie - das denen gefällt!

Mit bestem Kampfesgrüßen!
Euer Gerald Barth


Habe einen netten Reim gefunden:

Schröder gibt ein Autogramm,
nimmt dazu ein Chewingum,
lächelt dann charmant und breit,
Politikerpension ist nicht mehr weit ...

(Joachim Bauerle)

 

Zur Begrüßung der  16. Montagsdemo in Rüsselsheim gab es diesmal eine "Bescherung"                                    

 

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Mal schaun für wen hier eine ‚schöne Bescherung' im Sack drin steckt:

Ein ‚dickes Lob'  für den lieben Gerhard-Bundeskanzler
Von wem kommt denn so was ?
Ach so von den Vorstandsvorsitzenden der Unternehmerverbände
für seinen mutigen Appell an die Bürger, doch bitte jetzt ihre "Kaufzurückhaltung" aufzugeben und so richtig drauflos zu konsumieren!
Tja das ist schon ein ‚Fuchs' der Schröder - immer ein voller Einsatz für seine Brötchengeber!

Und da ist ja noch was für unseren Gerhard- Bundeskanzler!
Au, au, au - das sieht überhaupt nicht nach Lob aus!
Eine Klopapierrolle ... und ein ellenlanger Brief drauf:
‚Hallo Regierungschef' steht drüber und dann:

"Das war ja wohl der ‚Hammer' von Weihnachtskalender den du uns geschenkt hast! Überall nur Hundefutter drin. Da nützt es auch nichts, wenn von dir noch ein zusätzliches Türchen mit Datum 1. Januar 2005 beigepackt wird!
Wir haben da schon mal reingeschaut  - auch nur ein Spruch von dir für uns - der heißt: 
"Rückt freiwillig Eure Sparschweine raus - sonst holt Euch der böse Onkel Hartz!"
Das ist ja wohl das Allerletzte!
Wir haben mal einen Brief auf das passende Papier geschrieben -
denn wir wissen ja, dass dir die Zukunft von armen Kindern sowieso am Arsch vorbeigeht! 
Aber du wirst dich noch gewaltig wundern!
Einige von uns sind schon bei den Montagsdemo's dabei
und wir werden dafür sorgen dass es noch mehr werden und dann brüllen wir:
weg mit Hartz IV - das Volk sind wir!  
- Und die Nicolausrute kriegst du von uns auch noch drübergezogen!"
Unterzeichnet von 1,5 Mio Kinder die von ALG II  betroffen sind

Da kann sich der Regierungschef aber mal warm anziehen!

Wen haben wir denn noch im Sack?
Da steht drüber

Auch der Franz kann's !!!

Und drin steckt eine ‚Bedienungsanleitung'
mit Begleitbrief  -  erst mal zum Brief:

"Lieber OPEL-Franz in Rüsselsheim!

Aller Anfang ist schwer, das weiß auch ein Nicolaus.

Aber dein Versuch hier ein ‚Solidaritätskomitee' zu gründen
hat ja noch nicht mal meine Rentiere
zum Schnauben gebracht !
Als Gesamtbetriebsrat hat man bestimmt alle Hände voll zu tun
den Herren von GM alles Recht zu machen
und dabei die Belegschaft schön ruhig zu halten.
Vor lauter Hektik hast du dabei bestimmt die verkehrte
Bedienungsanleitung gegriffen - nämlich
"Wie organisiere ich eine perfekte Beerdigungszeremonie samt passender Grabrede!"
Also Franz'el - damit dir so was nicht noch mal passiert,
hier die richtige Bedienungsanleitung:
"Wie organisiere ich - in kürzester Zeit -
unter Mobilisierung aller möglichen Helferinnen und Helfer in Rüsselsheim
die Solidarität mit den kämpfenden OPEL Kollegen!"
Einschließlich einer "Blitz" - gescheiten Analyse (der neueste OPEL BLITZ und das Buch "Götterdämmerung..." werden aus dem Sack geholt).
Und wenn du Probleme mit dem Verständnis der ‚Bedienungsanleitung' hast, frag doch einfach ein paar mutige Kolleginnen und Kollegen aus dem Rüsselsheimer OPEL- Werk oder ruf in Bochum an, wie die das im Soli- Komitee hingekriegt haben!"

Mit den besten Wünschen
Der Vertrauensleute Sprecher der Kollegen der
Dienstleistungsgewerkschaft - Nicolaus - Knecht Rupprecht"

Leute heute geht das aber zur Sache mit den Geschenken!

Und noch was ist drin:

An die Passanten der Rüsselsheimer Innenstadt und die Teilnehmer der Montagsdemo am Nicolaustag:
Macht mit und werdet selber aktiv:
"OPEL, Karstadt und Hartz IV - Ausbeutungsoffensive bekämpfen wir!"

Laßt nicht nur Eure Augen glühen im Zorn über Hartz IV und die ganze andere Sippschaft -
Ihr habt heute auch die Möglichkeit Eure Becher glühen zu lassen-
mit Wein, Orangensaft und Tee
Und nicht zu vergessen die leckeren  "Arbeitsplätzchen"  (Plätzchen mit Schoko- Aufschrift 1,-E und Arbeitsamtlogo - gegen Spendenpreis ‚zu vernichten')!

Alles hier vorne am Tisch -
Und lasst auch bitte unsere Spendendose erglühen -
prallgefüllt mit Euro's für den notwendigen langen Atem unseres
gemeinsamen Kampfes gegen die Schröder Fischer Agenda 2010 und ihre Hartz Gesetze!



Agentur für Armut - Sklavenmarkt

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Der folgende Kulturbeitrag wurde in Magdeburg am 1.11.04 gezeigt. Das war eine Initiative der Bürgerinitiative Montagsdemo Magdeburg. Er ist eine Anregung, die sich sicher abwandeln lässt.

Requisiten: Sprecher mit "A"-Zeichen des Arbeitsamtes, Anzug. Die Arbeitslosen in Kaffeesäcken, an einer Kette und mit Schildern: zB "Callgirl, 43 Jahre alt, leichtes Übergewicht, bevorzugt neoliberale Politiker." Oder "Handwerker, ein Mann für alle Fälle, 3 Cent pro Minute." 

Liebe Magdeburger, liebe Kunden,

ich darf sie heute wieder herzlich begrüßen. Ich glaube doch, dass viele hier meine Kunden sind, denn ich bin von der Agentur für Armut.

Ich begrüße Sie zu unserer Aktion: Heute wieder frisch, heute wieder neu - Kaufen sie sich einen Arbeitslosen.

Wir haben hier ein Callgirl, 43 Jahre alt, leichtes Übergewicht, neoliberale Politiker bevorzugt. Ob CDU, ob FDP - das wird alles gerne genommen.
Oder hier eine Bürokauffrau, kaffeetauglich, verschwiegen, macht fast alles, putzt zur Not das Klo mit der Zahnbürste. Stundenlohn 1,56 Euro.
Oder ein Mann für alle Fälle, ein Handwerker, arbeitet für 3 Cent in der Minute.
In Sachsen-Anhalt kommt auf eine Arbeitsstelle 35 Arbeitssuchende. Da müssen wir runtergehen mit dem Preis.
Wir haben in Magdeburg einen Professor an der Uni, Professor Weimann. Er schlägt einen großen Niedriglohnbereich vor.

Der Steuerzahler soll die Sozialabgaben übernehmen - also Ihr. Denn die großen Konzerne zahlen ja keine Steuern mehr. Dafür bekommen die Unternehmer aber ein paar billige Leute, und dann geht's wieder voran.
Niedriger müssen die Löhne werden, noch niedriger. Darum hat Peter Hartz sich monatelang in Kommissionen rumgetrieben.

Wir hatten ABM - Das war schon nicht schlecht. Haben wir aber nur im sozialen Bereich umgesetzt. Mit Hartz II kamen dann Leiharbeitsfirmen von der Agentur für Armut - knapp 6 Euro Stundenlohn. Auch nicht schlecht, aber immer noch zu teuer.

Jetzt kommt der absolute Kracher, der Hit in unserem Programm: Nicht 5 Euro, nicht 4, nicht drei, auch nicht 2: Jetzt kommt es: ein Euro! Der "Ein-Euro-Job".
Greifen sie zu, Kaufen sie sich einen Arbeitslosen. Da lacht doch das Unternehmerherz, da macht es wieder Spass, Kapital zu besitzen.

Und die Arbeitszeit geht hoch: 40 - 42 - 45 - 50 Stunden. Entlassungsprogramme bei Karstadt, bei Siemens und bei OPEL.

Soviel schöne Programme von uns, und da streiken die ...
Ja die haben das alles noch nicht begriffen.

Wir gehen nachher zur Montagsdemo, letzte Woche waren es 3.000, sehr viel Arbeitslose, zusammen mit ihren Bedarfsgemeinschaften. Das ist doch ein großer Markt, da muss man doch hin. Was meinen Sie, kommen sie mit, wie jede Woche 17.30 Treff am Domplatz!

 

Die Wahl oder Colorado-Gerds Höllenfahrt

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(Sketch aus Schwäbisch Gmünd)

(Petrus, im Hintergrund)
(Schläfer auf Bühne)
(Schröder schleppt sich an)                                                

Schröder:   
Wie konnte ich in diesen Tagen
allein mich unters Volk nur wagen? (weinerlich)
Ein Arbeitsloser ohne Zähne
bespuckte mich und sprach voll Häme:
"Durch Hartz kann ich jetzt nicht mehr kauen",
begann sogleich mich zu verhauen
und rief, wir haben nicht verziehen. (laut)
Und viele schlugen, viele schrien:
"Du hast uns nach der Wahl verraten". (laut)
Ich fiel zu Boden, viele traten.

Petrus:
Als Kanzler hast du falsch und schlecht entschieden, (jedes Wort betonen)
drum bist du elend auch recht früh verschieden.
Auf Erden mochte dich wohl keiner leiden. (hämisch)
Ich heiße Petrus, du musst jetzt entscheiden,
ob Himmel oder Hölle dir genehm wär.
Ich sehe schon, dir fällt die Wahl schwer.

Schröder:
Der Himmel hängt, so heißt es, voller Geigen,
doch soll man mir die Geigen erst mal zeigen.
Ein Blick hinein, der würde schon genügen,
ich sähe gern die himmlischen Vergnügen,
womit sie sich dort drin die Zeit versüßen
und ob sie Herren auch respektvoll grüßen.
Ich bin gewohnt an meine Privilegien
und halte nichts von Gleichheit und Kollegien.

Petrus:
Noch niemals gab's, du weißt es, wirklich gleiche,
es herrscht dort einer nur in diesem Reiche
und glücklich sind sie alle, die ihn preisen,
mit Lobgesang und demutsvollen Weisen,
von früh bis spät von seiner Größe singen,
mit Hosiannah ihm ein Ständchen bringen
und lauthals Hallelujah schreien
zu Harfenklang und zu Schalmeien.
Das wird dir höchstes Glück bereiten
im Jetzt und allen Ewigkeiten.
Den zweiten Rang hält Jesus Christus,
verdankt sein Amt dem Nepotismus
und ist nur deshalb weit gestiegen,
weil Söhne gute Posten kriegen.
Doch erst hat er am Kreuz gelitten
dank altbewährten Opfersitten.
Die coolste Nummer schiebt hier oben
ein Geist, der etwas abgehoben
in mancherlei Gestalten waltet.
Dein Denken hat er nicht gestaltet!
Selbst Götter kämpfen halt vergeblich,
wenn einer blöd und allzu dämlich.
Weil körperlos, darf er nur decken,
so hinterlässt er keine Flecken.
Er zahlt auch keine Alimente,
weil Jungfrau bleibt, mit der er pennte.
Als Taube mit den Feuerzungen
hat täuschend er Marie bezwungen.
Und keiner hatte je Affären,
wenn Frauen mal ein Kind gebären.
Du siehst, Gerd Schröder, auch zur Deckung
hat keiner hier für dich Verwendung.  
Auch musst du erst ins Fegefeuer,
ich sag dir gleich, das kommt dich teuer.
Nach Jahren schafft die Flamme Reinheit,
befreit von Sünde und Gemeinheit.
Doch hör und nimm von mir den Rat an,
am Besten lebt ein Lump beim Satan. (jedes Wort betonen)

Satan: (springt hervor)
Wer ruft mich, just beim Huren und beim Zechen, (sehr laut)
wie könnt ihr meine Orgien unterbrechen!"
Ich bin der Fürst der Hölle tief im Dunkeln
und war grad schön am Saufen und am Schunkeln.
Auch harren meiner mit bereitem Schoße
Zwei junge Weiber, also macht es kurz!  (laut)
Es drängt mich sehr, dass ich zu ihnen stoße,
und sprecht bloß schnell, nicht länger als ein Furz!  (laut)

Petrus:
Der Kanzler kann sich nicht so recht entscheiden.  (zynisch)
Er ist wie immer etwas unbescheiden,
es tut mir leid, ich kann nicht andres sagen.
Im Himmel gibt's schon viele solcher Plagen,  (abfällig)
vielleicht magst du als Kunden ihn gewinnen,
er war noch nie so ganz bei Sinnen.  (verächtlich)

Satan:
Es kommt mein Knecht mit Wahlbroschüren.
Ach Petrus, schließ des Himmels Türen,
dein Boss muss ja nicht alles hören!
du weißt, dein Chef kann ganz schön stören.
Du könntest auch noch Schmiere stehen,
der Alte muss nicht alles sehen.
Auf mich, ihr Herren, müsst ihr jetzt verzichten,
auch hab ich wieder etwas aufzurichten.
Mich ödet dieses allzu lange Zaudern
und hab es satt, mich weiter zu verplaudern.
Mich zieht's zurück zu den besagten Damen
und hoff', dass sie allein nicht weiter kamen.
Bei Fragen wendet euch an meine Knechte
und glaubt es mir, es sind zwei wirklich Schlechte.  (Abgang Satan)

(Diener kommen)
(Erzähler Kommt unauffällig)
          
Erzähler:
Ein Satansdiener zeigt in Glanzprospekten   (2. Satansdiener zeigt "Praline" oder ähnliches)
wie hübsche Mädchen schamlos Männer neckten,
gekonnt die alten Knaben reizten
und nicht mit Gunst und Liebreiz geizten.
Frisösen gab's mit großen, drallen Brüsten, 
die liebend gern gefärbte Haare bürsten.

Erster Satansdiener:
Im Himmel ist verpönt das Haarefärben,  (schelmisch)
nur für die Hölle lohnte sich dein Sterben.
Bescheißen ist im Himmel auch verboten,  (laut)

Beide Satansdiener feierlich: 
Das schwören wir, der Hölle flinke Boten,
Betrüger können unten reüssieren,
und bald schon werden dich zum Chef wir küren.  (beide Abgang)

(Petrus Abgang)

Erzähler:
Zur Hölle lässt sich Gerd nun gern geleiten,  (sachlich)
doch unten zeigt der Teufel neue Seiten.  (Teufel erscheint)
Mit Feuerzangen schafft er Schröder Qual,   (Heckenschere)
auch Teufels Wort gilt nicht mehr nach der Wahl.
(Abgang alle außer Schläfer)

Erwachender Schläfer:
Der Radiowecker reißt mich aus den Träumen.  (reibt sich Augen)
Ich sehn zurück mich nach des Morpheus Räumen,  (gähnt)
doch was ich höre ist real:   (erschrockener Blick zum Radio)
Herr Schröder steht noch mal zur Wahl.  (springt auf)


Schröders Höllenfahrt

(von Münchner Montagsdemonstrierern abgewandeltes Stück für die Montagsdemo am 6.12. - Nikolaustag - oder für Silvester)

Darsteller: Petrus (ersatzweise auch Nikolaus), Kanzler Schröder, Satan, Schläfer

(Nikolaus, im Hintergrund)
(Schläfer auf Bühne, im Hintergrund)
(Schröder schleppt sich an)

Schröder:
Wie konnte ich in diesen Tagen
allein mich unters Volk nur wagen? (weinerlich)
Ein Arbeitsloser ohne Zähne
bespuckte mich und sprach voll Häme:
"Durch Hartz kann ich jetzt nicht mehr kauen",
begann sogleich mich zu verhauen
und rief, wir haben nicht verziehen. (laut)
Und viele schlugen, viele schrien:
"Du hast uns betrogen und verraten". (laut)
Ich fiel zu Boden, alle traten.
Gemeines Volk riss mich in Fetzen
wegen ein paar Hartz-Gesetzen (anklagend)

Nikolaus:
Als Kanzler hast du falsch und schlecht entschieden, (jedes Wort betonen)
drum bist du elend und recht früh verschieden.
Auf Erden mochte dich wohl keiner leiden. (hämisch)
Ich bin Nikolaus, du musst jetzt entscheiden,
ob Himmel oder Hölle dir genehm wär.
Ich sehe schon, dir fällt die Wahl schwer.

Schröder:
Der Himmel hängt, so heißt es, voller Geigen,
doch soll man mir die Geigen erst mal zeigen.
Ein Blick hinein, der würde schon genügen,
ich sähe gern die himmlischen Vergnügen,
womit sie sich dort drin die Zeit versüßen
und ob sie Herren auch respektvoll grüßen.
Ich bin gewohnt an großen Stil (hochnäsig)
Gerechtigkeit und Gleichheit - davon halte ich nicht viel

Nikolaus:
Noch niemals gab's, du weißt es, wirklich gleiche,
es herrscht nur eine Handvoll Reiche
Konzerne von solch Riesengröße
dass selbst ich mein Haupt davor entblöße
und glücklich sind sie, die sie preisen,
wie die demutsvollen Wirtschaftsweisen,
die von früh bis spät von ihrem Glanze singen,
mit Hosiannah ihnen Ständchen bringen
und lauthals Hallelujah beten
wenn kleine Leut' mit Füß' getreten.
Das sollte dir höchstes Glück bereiten
schon auf Erden und fürderhin in allen Ewigkeiten.

Schröder:
Ach heiliger Sankt Nikolaus,
das füllt mir doch den Tag nicht aus.
sechs Jahre führte ich das Geschäft dieser Herren
aus tiefer Pflicht, ihren Profit zu mehren
was kann es auch edleres auf Erden geben
als der Monopole Gewinne anzuheben?
Freilich gab es ein paar unschöne Dinge
manch armer Schlucker sprang über die Klinge
aber was soll's - um die war es nicht schade
die dreckigen Jobs - die reizen mich grade!

Nikolaus:
Du bist, Gerhard Schröder, so voller Verblendung
im Himmel hat keiner für dich je Verwendung.
du musst direkt ins Fegefeuer,
ich sag dir gleich, das kommt dich teuer.
Nach Jahren schafft die Flamme Reinheit,
befreit von Lügen und Gemeinheit.
und nimm von mir den letzten Rat an,
ein Lump wie du gehört zum Satan. (jedes Wort betonen)

Satan: (springt hervor)
Wer ruft mich, just beim Foltern und beim Knechten, (sehr laut)
wer wagt es. meine Orgien zu unterbrechen!"
Ich bin der Fürst der Hölle tief im Dunkeln
und war grad schön am Saufen und am Schunkeln.
Es harren meiner mit Spießen und Ruten
Zwei junge Folter-Ausbildungsrekruten
von der Bundeswehr - also macht es kurz!  (laut)
sprecht schnell, nicht länger als ein Furz!  (laut)

Nikolaus:
Der Kanzler kann sich nicht so recht entscheiden.  (zynisch)
Er ist wie immer etwas unbescheiden,
es tut mir leid, ich kann nichts andres sagen.
Im Himmel gibt's schon viele solcher Plagen,  (abfällig)
vielleicht magst du als Kunden ihn gewinnen,
er war noch nie so ganz bei Sinnen.  (verächtlich)

Satan:
Ich habe hier ein paar Broschüren.
Ach Nikolaus, schließ des Himmels Türen,
du könntest auch noch Schmiere stehen
die Herren Bonzen müssen ja nicht alles sehen.
Hier drin steh'n die Versprechen der Regierung
zum Beispiel der Arbeitslosigkeit Halbierung
von staatlicher Hilfe in sozialen Dingen
oder dass deutsche Soldaten der Welt den Frieden bringen
dies Papier allein wär's wert
die ganze Regierung eingesperrt
dass dich Schröder die irdene Rache als ersten erwischt
das wundert mich nun wahrlich nicht

Schröder:
So haltet ein - ihr habt ja keinen Schimmer
ohne mich wär alles noch viel schlimmer
mein Platz ist in der Chefetage
ich gehör nicht zur plumpen Volksbagage!

Nikolaus:
Sei still! Das Urteil, es ist gefällt
du schmorst jetzt in der Unterwelt!

Satan:
Schröder komm, es ist halb so wild (ermunternd)
Sankt Nikolaus verfälscht das Bild
Bescheißen ist im Himmel streng verboten,  (laut)
Das schwör'n dir alle Engelsboten
Im Himmel ist verpönt das Haarefärben,  (schelmisch)
nur für die Hölle lohnte sich dein Sterben.
Bei weiteren Fragen wende dich an meine Knechte
und glaub es mir, es sind wirklich Schlechte.

Schröder:
Man soll Für und Wider recht bedenken
fast will ich dem Teufel Glauben schenken
nur eins versprich mir, Satansbraten (fordernd)
ich bleibe Chef der Sozialdemokraten!

Satan:
mit dir werden wir uns amüsieren
und bestimmt zum Höllenboss erküren (Abgang Satan)

Nikolaus:
Zur Hölle lässt sich Gerd nun gern geleiten,  (sachlich)
doch unten zeigt der Teufel neue Seiten.  (Teufel erscheint)
Mit Feuerzangen schafft er Schröder Qual,   (Heckenschere)
auch des Teufels Wort gilt nicht mehr nach der Wahl.
(Abgang alle außer Schläfer)

Erwachender Schläfer:
Die Turmuhr hat mir den Schlaf geraubt.  (reibt sich Augen)
An Schröders Ende ich so fest geglaubt
doch was sich erträumt mein einfältig Gehirn: (erschrockener Blick zum Publikum)
Schröder will uns zu Grund regier'n (springt auf)
Leute, lasst uns diese Qual verkürzen
und die Regierung in die Hölle stürzen!


Hier ein erster Montagsdemo-Witz aus Magdeburg

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Fragt ein Montagsdemonstrant den anderen: "Wie kommt es eigentlich, dass die offiziellen Teilnehmerzahlen der Medien so stark daneben sind, wie berechnen die das?" Antwortet dieser: "Ist doch klar, mit der Software von Toll-Collect!"

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