Politik

Interessante Diskussionen beim 15. Friedensratschlag in Kassel

09.12.08 - Am 6./7. Dezember fand zum nunmehr fünfzehnten Mal in Folge der Friedenspolitische Ratschlag in Kassel statt. Mit rund 400 Teilnehmern zeigt sich eine seit 2001 konstant rege Beteiligung an dieser Beratung von Menschen aus etwa 120 bis 150 verschiedenen Orten Deutschlands und einiger ausländischer Gäste.

 

Mit dem Thema "Die Welt nach Bush" wurden im Zusammenhang mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Obama Sorgen und Hoffnungen zugleich angesprochen und in verschiedenen Foren und Workshops beleuchtet. Unumstritten war die Einschätzung, dass die bisherige Vormachtstellung der USA immer mehr in Frage gestellt ist und sich mit der Entstehung neuer Machtblöcke (China, Indien, EU) die zwischenimperialistische Rivalität verstärkt, wie am Beispiel Georgien zu sehen. Ob die USA wegen ihres Niedergangs aggressiver und unberechenbarer wird, wurde nicht eindeutig geklärt.

Die in USA entstandenen Massenbewegungen gegen den Irak-Krieg oder Guantanamo wurden überwiegend hoffnungsvoll beurteilt. Zu den Hoffnungen auf Barack Obama wurde argumentiert, er wolle zurück zum "global leadership", er versuche den weltpolitischen Niedergang der Supermacht USA aufzuhalten. Das zeigten auch seine Personalentscheidungen: In den Ressorts Wirtschaft/Finanzen setzt er auf die alten Wallstreet-Banker und auch in der Außen- und "Sicherheits"-Politik wird die Kontinuität fortgesetzt.