Betrieb und Gewerkschaft

Europaweit gegen längere Arbeitszeiten

 

Eisenach (Korrespondenz), 10.12.08: Der Europäische Gewerkschaftsbund ruft für den 16. Dezember zu einer Demonstration in Straßburg gegen die Verschlechterung der europäischen Arbeitszeitrichtlinie auf. Sie beginnt um 13.30 Uhr.

 

Das Europaparlament entscheidet am 17. Dezember über einen Entwurf der EU-Kommission, der eine massive Verschlechterung der Arbeitszeitrichtlinie bedeuten würde, wenn er angenommen wird:
- Bei Bereitschaftsdiensten sollen nur noch die Zeiten bezahlt werden, in denen tatsächlich gearbeitet wird. Die übrige Zeit soll als Ruhezeit nicht bezahlt werden.
- Die Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche soll durch individuelle Vereinbarung (z.B. Arbeitsvertrag) auf 60 Stunden verlängert werden können, was bisher schon als zeitweilige Regelung galt.
- Der Ausgleichzeitraum für die durchschnittliche Arbeitszeit soll von vier auf 12 Monate verlängert werden.

Wenn dieser Entwurf angenommen würde, könnte das eine Verlängerung der Arbeitszeiten auf breiter Front in Europa provozieren. Dagegen muss die Arbeiterbewegung in Europa mobil machen und ihrerseits die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als internationale Forderung aufstellen.

Die Führungen des DGB und der Einzelgewerkschaften in Deutschland mobilisieren leider nur "mit angezogener Handbremse". Umso wichtiger ist es, dass in den Gewerkschaften von der Basis Initiativen für die Mobilisierung zu der Demonstration und ein kämpferisches Auftreten ausgehen, z.B. mit Transparenten für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.


Mehr Infos auf der Website des Europäischen Gewerkschaftsbunds