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Betriebsversammlung bei Mercedes in Untertürkheim: 30-Stunden-Woche in der Diskussion

Stuttgart (Korrespondenz), 12.12.08: Aus den Werkteilen Zuffenhausen, Untertürkheim, Hedelfingen, Mettingen, Sirnau und vielen Außenstellen waren ca. 13.000 Kolleginnen und Kollegen am 8. Dezember in die Schleyerhalle gekommen. Während die Werksleitung darauf orientierte, wir säßen alle in einem Boot und müssten jetzt gemeinsam durch die Stürme, meinte ein Redner der Gruppe "Alternative", die Gewerkschaft müsse sich mit Streiks, Großdemonstrationen und Marsch über die großen Straßen wehren.

Betriebsrat Volker Kraft von den "Offensiven Metallern" und Kandidat auf der Offenen Liste der MLPD, griff besonders die Frage des vom Werkleiter in Aussicht gestellten "Insourcing" (Umkehrung des "Outsourcing") an und zeigte auf, dass in Wirklichkeit die Fremdvergabe weiter floriert. Während vor zehn Jahren 700.000 Motoren mit 22.000 Kollegen gebaut wurden, waren es dieses Jahr mit 17.000 Kollegen bereits rund 1.200.000 Motoren. Er schlussfolgerte daraus, dass die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich schon mehr als erarbeitet ist.

Ein Kollege stellte den Kapitalismus an den Pranger, der Schuld an der jetzigen Entwicklung sei, und zog einen Bogen zum erfolgreichen Volkswiderstand gegen die bürokratischen Kapitalisten der DDR. Von allen Diskussionsredner erhielt er den meisten Beifall.

Ein weiterer Kollege betonte, dass wir selbst als Arbeiter rechnen müssten und zeigte die reale Wirtschaftlage auf. Er zog den Schluss, dass wir uns nicht durch die Panikmache für einen Verzicht weich kochen lassen dürften, sondern die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich fordern müssen.