Betrieb und Gewerkschaft

"Das einzige, worauf wir verzichten können, sind die Conti-Manager und ihre Millionengehälter"

"Das einzige, worauf wir verzichten können, sind die Conti-Manager und ihre Millionengehälter"
Demonstration der Kollegen von Continental Automotive GmbH am 28.4.08

Dortmund (Korrespondenz), 09.12.08: So beschreibt die Kollegenzeitung "ElektroPower" für Kolleginnen und Kollegen im Siemens-Konzernverbund vom 3.12. die Reaktion vieler Kollegen bei Continental Automotive GmbH (früher Siemens VDO) in Dortmund. Die Kapitalistenverbände haben für einige Standorte von Continental den Antrag für Ergänzungstarifverträge (besser: "Verzichtstarifverträge") gestellt. Die Kollegenzeitung schreibt weiter:

 

"Für den Kraftstoffbereich und die zugehörigen Standorte bei Continental (das betrifft ca. 2.500 Beschäftigte in Deutschland) haben die Kapitalistenverbände einen Antrag entsprechend dem 'Pforzheimer Abkommen' gestellt. (...) Darin wird geregelt, dass die IG Metall Ergänzungstarifverträge abschließen kann, die Abstriche am Flächentarifvertrag beinhalten (z.B. 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, Streichung bzw. Kürzung von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld). (...)

Entsprechend waren auch die Reaktionen in der Abteilung. Die Kollegen standen teilweise in Trauben und diskutierten heftig darüber. Eine große Mehrheit in der Abteilung Sensorik hat einen prinzipiellen Standpunkt eingenommen: 'Wieso sollen wir jetzt verzichten? Sollen wir alles aufgeben, was sich unsere Väter und Mütter alles erkämpft haben?' (...) Bei einem kleineren Teil der Kolleginnen verfängt aber auch: 'Besser verzichten. Immer noch besser als arbeitslos oder Leiharbeiter!'

Genau da wollen uns die Unternehmer hin haben. Deshalb wurde die Leiharbeit ja auch so ausgeweitet, damit Druck auf die Tarifverträge gemacht werden können. (...) Die Kapitalisten dürfen mit einem weiteren Bruch des Flächentarifvertrags nicht durchkommen! Keine Aufnahme bzw. sofortiger Abbruch von Verhandlungen über Ergänzungstarifverträge durch die IG Metall!"