International
Generalstreik und anhaltende Massenproteste in Griechenland
Die Genossen schreiben:
"Obwohl
die reformistischen Gewerkschaftsführungen den Aufruf zu dieser
zentralen Streikdemonstration auf Bitten der Regierung zurückgenommen
hatten, kamen 10.000 bis 15.000 Arbeiterinnen und Arbeiter auf die
zentrale Demonstration in Athen. Das und die sehr breite Beteiligung am
Streik war ein Zeichen, wie sich hier die Einheit der Arbeiter mit dem
Protest der Jugend festigte. Im Unterschied zu sonst streikte diesmal
nicht nur der öffentliche Dienst, auch in vielen privaten Fabriken lief
nichts mehr. Die Polizei hatte sich zurückgezogen.
Dagegen war gestern beim Begräbnis das Vorgehen der Polizei ungeheuer provozierend. Die Totenruhe zählte nicht. Sie gingen mit Gaseinsätzen gegen den Trauerzug vor. Aber die Menschen ließen sich davon nicht abhalten, am Zug teilzunehmen. Aus dem spontanen Protest der Jugend gegen den Mord an dem 15-Jährigen Alexandros Grigoropoulos wurde inzwischen eine breite politische Bewegung, die von der Einheit der Arbeiter mit der Bevölkerung und ihrer Jugend getragen ist.
Während in den bürgerlichen Massenmedien anderer Länder die Proteste oft als chaotisch und kriminell dargestellt werden, ist dies bei uns gerade etwas anders. Selbst die großen bürgerlichen Zeitungen sagen klar, dass die Regierung die Menschen, die Jugend provoziert. Sie prangern zum Teil die Angriffe der Polizei an und weisen darauf hin, dass noch nie ein Polizist für seine Taten verurteilt wurde. Jetzt mehren sich die Anzeichen, dass die Regierung den Mord an dem Jungen als 'Unfall' herunterspielen will. Das würde noch verstärkte Proteste hervorrufen.
Es gibt Angriffe auf Läden, aber die Protestierenden und
Demonstranten stoppen solche Taten. Sie sind gegen blinde
Zerstörungswut. Etwas anderes ist, wenn Polizeigebäude oder Symbole der
Herrschenden angegriffen werden.
Die Menschen sind viel offener für die Frage nach der Alternative zum Kapitalismus. Das war auch schon in den letzten Monaten so. Wir merken das auch an einem steigenden Interesse an unserer Partei."
Ausführlichere Berichte und ein Interview mit einem Vertreter der KOE in der kommenden Druckausgabe der "Roten Fahne" (sie kann hier bestellt werden).