International

Europaweiter Protest gegen Arbeitszeitrichtlinie in Straßburg

Stuttgart (Korespondenz), 17.12.08: Rund 15.000 Arbeiter und Angestellte aus ganz Europa, von Polen über Tschechien bis hin zu Portugal, waren gestern ins französische Straßburg gekommen. Man sah ganze Gruppen von Kollegen von wichtigen Großbetrieben wie Mercedes Wörth und Sindelfingen, die stolz die IG-Metall-Fahne trugen. Gemeinsam protestierten sie gegen den Plan des EU-Parlaments, die Arbeitszeitrichtlinie und damit die Arbeitsbedingungen insgesamt weiter zu verschlechtern.

Feuerwehrleute und Polizisten traten demonstrativ in ihren Berufkleidungen auf und wehrten sich, dass gemäß der neuen Richtlinie Arbeitszeiten von bis zu 65 Wochenstunden einschließlich Rufbereitschaft - die nicht bezahlt wird - möglich sein sollen. Eine Musikgruppe der französischen Gewerkschaft CGT spielte die "Internationale", die von vielen Teilnehmern kräftig mitgesungen wurde. Das Transparent der MLPD "Aufbruch zu neuen Zeiten - Für den echten Sozialismus" fand großes Interesse, wurde zahlreich fotografiert und gab vielfachen Anlass, über die MLPD zu diskutieren und sich zu informieren.

Die offiziellen Kundgebungsredner orientierten darauf, dass die sozialdemokratische Fraktion im Europaparlament die Sache mit Hilfe des Drucks der Straße schon reißen würde und es deshalb vor allem darauf ankomme, bei den Europaparlamentswahlen "richtig" zu wählen. Mehrere Käufer der "Roten Fahne" meinten dagegen, dass eine Rebellion wie in Griechenland oder ein Generalstreik wie zuletzt in Italien notwendig sei, um diese Pläne zu Fall zu bringen.

Es herrschte eine tolle internationale Stimmung, die alle begeisterte, auch die vielen Französinnen und Franzosen auf den Weihnachtsmärkten der schön geschmückten Stadt Straßburg.