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Sarkozy: "Die Franzosen sind ein Volk von Königsmördern"

Paris (Korrespondenz), 20.12.08: Vor einigen Tagen hat der französische Bildungsminister eine Schulreform sozusagen über Nacht zurückziehen müssen ("rf-news" berichtete). Es war die erste "Reform" der Regierung unter Präsident Sarkozy, die nicht durchgesetzt werden konnte. Regierungssprecher und Presse ließen verlautbaren:

"Sarkozy und seine Kollegen haben am vergangenen Freitag, den 12. Dezember, in Brüssel über die Aufstände in Griechenland beraten. Sie waren beeindruckt und ihr Standpunkt war klar: Funkenflug ist zu verhindern! Letzte Woche hörte man mit Erstaunen den Präsident daran erinneren, dass die Franzosen ein Volk von Königsmördern seien, dessen Geschichte mit Revolten und Barrikaden gepflastert sei. Dieses Risiko wolle er nicht eingehen." (Tageszeitung "Le Parisien" vom 16.12.08). Innen- und Kultusministerium ließen verlautbaren: "Eine Protestbewegung der Jugend derzeit in Frankreich: Niemand könne sie kontrollieren und sagen, wo sie ende. Vor allem nicht vor dem jetzigen Hintergrund der Krise."

Die mutigen Schüler in Frankreich vertreten: Eine "Reform", die an Stellenstreichungen geknüpft ist, wollen wir nicht! Die Regierung plant, in den nächsten Jahren 80.000 Lehrerstellen auszuradieren. Sie geht hart gegen die kämpfenden Schüler vor, die aber nicht klein beigeben. Die Proteste der Jugend gehen weiter, auch nach dem Rückzieher des Ministers. Zig Schulen werden blockiert, 150.000  Demonstranten am Donnerstag, den 18.12, in mehreren Städten.

Fazit: Die Regierenden fürchten unseren Widerstand über Ländergrenzen hinweg und vor allem, dass der Gedanke einer Revolution wächst. In diesem Sinn: ein kämpferisches und internationalistisches Neues Jahr!