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USA verstärken Aggression gegen afghanische Bevölkerung

USA verstärken Aggression gegen afghanische Bevölkerung

 

21.12.08: Die USA wollen im kommenden Jahr bis zu 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken, weil die imperialistischen Besatzer immer mehr in Bedrängnis geraten. Das zeigt, dass auch der künftige US-Präsident Barack Obama die aggressive Strategie des US-Imperialismus fortsetzen wird. Die Hoffnung vieler US-Amerikaner auf seinen groß angekündigten "Change"(Wechsel) wird bitter enttäuscht werden. US-geführte Truppen hatten 2001 kurz nach den Anschlägen vom 11. September Afghanistan überfallen und die regierenden Taliban mit der Behauptung gestürzt, sie seien für die Anschläge verantwortlich.

Derzeit haben die USA in Afghanistan 31.000 Soldaten stationiert, die in Teilen unter Nato-Kommando stehen. Zur Nato-Truppe gehören 51.000 Soldaten, darunter rund 4.500 von der Bundeswehr, die ebenfalls an Kriegseinsätzen beteiligt sind. Auch der militärische Einsatz der Bundeswehr wird ausgeweitet. Die Berichterstattung über Afghanistan in den bürgerlichen Medien unterliegt der US-Militärzensur. Entgegen der dort verbreiteten Behauptungen lehnt die Mehrheit der Bevölkerung die Besatzungsmacht ab, die korrupte Regierung Karsai hat jeden Kredit verspielt. Die wenigen Nachrichten, die doch an dieser Zensur vorbeikommen, sind erschütternd. Massaker an Zivilisten, Vergewaltigungen, sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen und sinnloses Morden.

Während in den Medien von Wiederaufbau und Demokratie berichtet wird, findet ein Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung statt. Sabour Zamani vom afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrum in Berlin stellt fest: „Es vergeht kein Tag in Afghanistan, an dem die Zivilbevölkerung nicht Opfer des Bombenterrors von USA und NATO ist. Seit dem Einsatz von Tornados (Kampfflugzeuge u.a. der Bundeswehr) in Afghanistan gibt es drastisch mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung.“ Neben Streumunition, Benzinbomben, Uranwaffen und Bunkerbuster, die in erster Linie die Zivilbevölkerung treffen, werden in großem Umfang neue Waffensysteme im Einsatz erprobt.

Zwischen der militärischen Führung der ISAF, dem CIA und dem BND (Bundesnachrichtendienst) gibt es Verhandlungen und Verträge mit der Drogenmafia und den so genannten „War-Lords“ in Afghanistan. Nach 7 Jahren US-Besatzung erfreut sich die Drogenmafia immer neuer Rekordernten. Bereits 2005 schrieb der „Spiegel“: „Es ist eine Groteske der Geschichte. Was die islamistischen Taliban nicht taten, schafft ausgerechnet das von den USA geförderte Afghanistan des Paschtunen-Fürsten Hamid Karsai, den Westen mit einer Drogenflut zu überschwemmen.“ In Afghanistan werden 87 Prozent des weltweiten Opiums und 95 Prozent des in Europa verbreiteten Heroins produziert.

Unter dem Taliban-Regime wurden 29 000 Hektar mit Mohn bepflanzt, heute sind es über 220.000 Hektar. In den 13 Provinzen Afghanistans garantieren die Drogenmafia, Warlords, Taliban und die Besatzungstruppen gemeinsam die Rekordproduktion von Heroin. General Jems Junis, ein führender NATO-General in London, sagte: „Ich denke, Problem Nr. 1 in Afghanistan sind nicht die Taliban und Al Qaida, sondern die Drogenmafia. Wer etwas für die Sicherheit in Afghanistan tun möchte, sollte die Drogenprobleme beseitigen“. Die Aufgabe der imperialistischen Besatzungstruppen ist allerdings nichts die "Sicherheit" der Bevölkerung. Keine einzige Heroinfabrik wurde in sieben Jahren von US-Armee und Nato zerstört, dagegen unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung 1600 Schulen und viele Häuser und Dörfer.

Der militärische Terror gegen die Bevölkerung stößt auf wachsenden Widerstand. Bereits im Oktober sagte der Brigadegeneral der britischen Luftwaffe in Afghanistan, Mark Carleton-Smith: „Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen, es ist notwendig, die Erwartungen herunterzuschrauben“. (Sunday Times 05.10.2008). Mit der geplanten Verstärkung der Truppen verstricken sich USA und NATO immer tiefer in dieses Desaster. Der sofortige Abzug aller Truppen aus Afghanistan muss durch die internationale Friedensbewegung durchgesetzt werden.