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Starker Produktionseinbruch in Japan

Starker Produktionseinbruch in Japan

27.12.08 - Es zeigt sich immer deutlicher, dass die imperialistischen Staaten keinerlei "Rezept" haben, die Krise zu bewältigen. Die japanische Industrieproduktion ist im November so stark gesunken wie noch nie. Die Produktion schrumpfte angesichts des Exporteinbruchs um über 26 Prozent unter anderem bei japanischen Autos oder Elektronikprodukten um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich sogar ein Minus von 16,2 Prozent. Das ist der heftigste Rückgang seit 1953 - dem Zeitpunkt, von dem an es überhaupt vergleichbare Daten gibt.

Die Regierung prognostizierte am 25. Dezember, dass die Stahlproduktion in Japan Anfang 2009 um ein Drittel zurückgehen wird - auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren. Obwohl in der Auto- und Elektronikindustrie die Produktion drastisch zurückgefahren wird, wächst der Lagerbestand weiter an. Die Krisenlasten werden voll auf die Belegschaften abgewälzt. In den letzten drei Monaten wurden 85.000 Arbeiter entlassen, in Japan ist jeder dritte Arbeitsplatz nur noch zeitlich befristet. Die Entwicklung treibt die Regierung in eine starke Vertrauenskrise, sie wird nur noch von einem Fünftel der Bevölkerung unterstützt.

Die wachsende Arbeitslosigkeit engt den Absatz in Japan weiter ein. Die Ausgaben der Privathaushalte gehen seit neun Monaten in Folge zurück. Die japanische Notenbank hatte den Leitzins auf nahezu Null Prozent abgesenkt, was ohne Auswirkungen blieb. Die Regierung bläht den Staatshaushalt für 2009 mit Rekordverschuldung auf umgerechnet rund 700 Milliarden Euro auf, um durch Investitionen und Milliardengeschenke an die Monopole wie Toyota Motor oder Sony der Krisenentwicklung entgegen zu wirken.

Doch derartige Maßnahmen waren bereits bei der Weltwirtschaftskrise 2001 unwirksam, die Staatsverschuldung hatte die Krise nur noch beschleunigt.  Weltweit wurde die Ausbeutung durch die Konzerne und Ausplünderung der Staatshaushalte in den letzten Jahren enorm gesteigert. In den 500 größten internationalen Übermonopolen wurde der Umsatz pro Beschäftigtem in den vergangenen vier Jahren um über 25 Prozent gesteigert. Gigantisch wachsenden Überkapazitäten stehen weltweit wachsende Armut und Verelendung der Massen gegenüber.

Bereits 1990 erfasste in Japan eine Bankenkrise den gesamten Finanzapparat, zahlreiche große Banken brachen zusammen und die japanische Wirtschaft wurde tiefer in die Weltwirtschaftskrise 1991-93 hineingezogen als die anderen imperialistischen Länder. Die japanische Wirtschaft hatte bis vor wenigen Jahren erhebliche Probleme, sich von dieser Entwicklung zu erholen.

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