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Fiat-Arbeiter in Italien kämpfen gegen Abwälzung der Krisenlasten

Fiat-Arbeiter in Italien kämpfen gegen Abwälzung der Krisenlasten

09.02.09 - Rund 1.000 Beschäftigte des Fiat-Werks in der süditalienischen Stadt Pomigliano d'Arco bei Neapel haben am 5. Februar gegen drohende Entlassungen oder gar eine mögliche Werkschließung demonstriert. Sie besetzten eine Zugangsstraße zur Autobahn. Als rund 100 Fiat-Arbeiter die wichtigste Nord-Süd-Autobahn Italiens blockieren wollten, wurden sie von der Polizei mit brutaler Gewalt daran gehindert. Sieben von ihnen wurden vorübergehend festgenommen.


Der Hintergrund des Protestes ist, dass Fiat die Folgen des starken Absatzeinbruchs (31,3 Prozent im Januar gegenüber dem Vorjahr) massiv auf die Belegschaften abzuwälzen versucht. Alle Fiat-Werke in Italien wurden bereits über die Weihnachtszeit bis Mitte Januar vier Wochen lang geschlossen.


In den Werken Pomigliano, Cassino, Melfi und Termini Imerese wurde der Produktionsstopp um weitere zwei bis vier Wochen verlängert. Im Turiner Hauptwerk sind vor allem Angestellte von Kurzarbeit betroffen - im Februar bereits 2.000 für zwei Wochen und im März 5.000 Angestellte für weitere zwei Wochen.


Der Protest der Fiat-Arbeiter von Pomigliano stößt deshalb auf breite Solidarität nicht nur der anderen Fiat-Belegschaften. Empörung ruft insbesondere die staatliche Repression gegen die Automobilarbeiter hervor, die um ihre Existenzgrundlage kämpfen. In einer Solidaritätserklärung schreiben die Kollegen von Fiat New Holland aus Modena:

 

"Wir drücken unsere zutiefst gefühlte Solidarität aus mit den Arbeitern von 'Fiat Auto di Pomigliano d'Arco', die während einer friedlichen Kundgebung zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze und für die Zukunft des Werkes von Fiat Pomigliano d'Arco von den Polizeikräften brutal angegriffen worden sind. Wir verlangen, dass die sechs Arbeiter, die verhaftet und nachher wieder freigelassen wurden, von jeglicher Anklage freigesprochen werden…."