Betrieb und Gewerkschaft

Beschäftigte bei Schaeffler stehen vor wichtiger Entscheidung

20.02.09 - Im Fernsehen wurde sie in jeder Nachrichtensendung groß gebracht: Die Unternehmerin Frau Schaeffler, in Herzogenaurach mitten unter "ihren Mitarbeitern", kämpfend für "ihr" Unternehmen. Ein Korrespondent aus Schweinfurt berichtete "rf-news" über die dortige Kundgebung:

Auftakt im Kampf um die Arbeitsplätze: Rund 3.000 Kollegen von INA/FAG in Schweinfurt machten vor dem Hauptwerk eine Kundgebung, zu der die IG Metall aufgerufen hatte. INA und FAG gehören zur Schaeffler-Gruppe. Auch in den anderen fränkischen Werken fanden Kundgebungen statt. Bundesweit findet gleichzeitig eine Unterschriftensammlung der IG Metall bei Schaeffler mit den Adressaten Bundeskanzlerin Merkel und Commerzbank-Chef Blessing statt, um Staatsgelder zu erhalten.

Diese Forderung stößt unter der Belegschaft auf Skepsis. Noch erkennen viele nicht, dass sie Illusionen schürt, dass dadurch die Arbeitsplätze erhalten werden könnten. Die verhaltene Stimmung schlug in Gelächter um, als H. Geisinger, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, angegriffen wurde.

Die Redner erinnerten an die Situation von 1993, wo es den drastischsten Personalabbau in der Geschichte gab: "So etwas darf sich nicht wiederholen!" Als Kritik an der Klassenversöhnungspolitik der rechten Gewerkschaftsführer und Ausdruck ihres Kampfwillens war ein Auftritt der INA/FAG-Jugend zu deuten mit ihrem Transparent: "Harte Zeiten brauchen echte Gewerkschaften."