Jugend

Daimler: Hände weg von unserer Jugend!

Stuttgart (Korrespondenz), 03.04.09: Im Februar hat der Daimler-Vorstand erklärt, dass er im Sommer 20 Prozent der Auslerner entlassen will. 3.000 Azubis haben dagegen am 18. Februar gemeinsam mit ihren älteren Kollegen protestiert. Ende Februar wurden die betroffenen Auslerner in einem Brief informiert, dass sie nicht übernommen werden sollen. Jetzt wurde bekannt, dass der Vorstand bereits den nächsten Angriff auf die Jugend plant.

Die 4.000 Kollegen, die seit August 2004 eingestellt wurden, sollen entlassen werden. Das sind vor allem die Auslerner der letzten Jahre – junge Kollegen, die gerade angefangen haben, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Viele von ihnen haben gerade eine Familie gegründet. Viele haben Schulden, weil sie im Vertrauen auf ihren sicheren Arbeitsplatz auf Kredit ein Haus, ein Auto oder eine Wohnungseinrichtung gekauft haben.

Daimler greift die Jugendlichen an, weil er hofft, aufgrund ihrer Unerfahrenheit damit durchzukommen. Damit hat er sich schon einmal getäuscht. Im November 2005 musste der Konzern nach dem konzernweiten Azubi-Aktionstag die Zahl der Ausbildungsplätze um fünf Prozent erhöhen.

Seit Beginn der Krise hat der Daimler-Konzern bereits die Arbeitsplätze von 2.500 Leiharbeitern und 2.500 befristeten Kollegen vernichtet und zusätzlich mehrere Hundert Arbeitsplätze über Abfindungen. Jetzt sollen die Auslerner und Jungarbeiter dran glauben. Die Arbeiterklasse hat in vielen leidvollen Erfahrungen mit einer solchen Salami-Taktik gelernt, dass sie darauf abzielt, die Kampfkraft der Belegschaft zu zersetzen und dass Zugeständnisse keine Arbeitsplätze retten werden.

Die richtige Antwort auf diese "Überlegungen" von Zetsche und Co. ist ein konzernweiter Streik für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, für die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden entsprechend der Ausbildung und für den Erhalt aller Arbeitsplätze in den Daimler-Werken – egal ob bei Daimler selbst, oder bei einer der vielen in den Werken beschäftigten Fremdfirmen.