Betrieb und Gewerkschaft

Splitter von der Berliner Demo am 16. Mai

Duisburg (Korrespondenz), 18.05.09: Ich war mit einem Trupp Duisburger Genossinnen und Genossen der MLPD in Berlin. Unser offenes Mikrofon, unsere Kurzreden und Parolen kamen im Zug gut an und wurden auch mitgerufen. Nach und nach begannen sich weitere Teilnehmer selbst aktiv am offenen Mikrofon einzubringen. Im Mittelpunkt stand eindeutig die Kritik am Kapitalismus.

Bei den Jugendlichen fiel besonders auf, dass viele schonungslos eine sehr scharfe Kritik am ganzen kapitalistischen System äußerten. Aber es war gleichzeitig noch eine große Unkenntnis über den Sozialismus zu bemerken. Hier wirkte noch viel von der Verwirrung und Verzerrung durch das, was dazu in der Schule und in Fernsehsendungen verbreitet wird. Dass die DDR schon längst kein Sozialismus mehr war, als sie zusammengebrochen ist, war den wenigsten bewusst.

Noch etwas Schönes am Rande: Bei mir im Betrieb war es nicht so einfach, sich in der letzten Woche mit Kolleginnen und Kollegen zu unterhalten und welche für die Berliner Demonstration zu gewinnen. Deshalb rechnete ich auch überhaupt nicht mit deren Teilnahme. Nach der Demo, vor dem Bahnhof, als ich gerade mit zwei Kaffeebechern zu unserer Truppe zurückging, ruft mir von unten auf der Wiese jemand zu: "Hey, was machst du denn hier?" Es war eine junge Kollegin, mit der ich bisher im Büro flüchtig zu tun hatte. Jetzt kamen wir mal richtig ins Gespräch: Ein freudiges "Hallo" und "wie, warum, wieso...?" Montag folgt dann die Fortsetzung.

"rf-news" wird in den nächsten Tagen weitere Splitter von den vielen Ereignissen und Erfahrungen vor, während und nach der Berliner Demonstration bringen und bittet um Zuschriften.