Politik

Antifaschisten gegen "Pro NRW"

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 15.06.09 - Am vergangenen Sonntag demonstrierten Antifaschisten gegen den Landesparteitag von "Pro NRW" in Gelsenkirchen. 

Das Oberverwaltungsgericht hatte "Pro NRW" die Anmietung der Räume im Schloss Horst zugestanden - gegen den Protest des Rates und der Stadtverwaltung Gelsenkirchens. Das kommunale Personenbündnis AUF Gelsenkirchen und die von ihr initiierte Aktionseinheit sowie die Demokratische Initiative und das Bündnis gegen Rechts riefen zum Protest auf. Um 8 Uhr begann der Widerstand erstmal mit einem gemeinsamen Frühstück, Anwohner stifteten Brötchen und Kuchen. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei aus dem ganzen Ruhrgebiet mussten für die Teilnehmer vom Landesparteitag von "Pro NRW" das Schloss abriegeln, die Antifaschisten mit Kameras bespitzeln und die Demo durch den Stadtteil begleiten. 
Viele Gelsenkirchener kannten das Sammelbecken "Pro NRW" gar nicht. Es ist programmatisch ultrareaktionär, verschiedene Mitglieder auch aus der Führung haben enge Verbindungen mit neofaschistischen Parteien und Organisationen. Die Organisation treibt massiv ausländer- und islamfeindliche Hetze, die die Einheit von deutschen und ausländischen Kollegen zersetzen soll. 
Mit dem offenen Mikrofon von AUF Gelsenkirchen, Kultur- und Redebeiträgen von zig Leuten, der Montagsdemobewegung, der VVN, den Rotfüchsen und Rebellen und den Falken wurde eine erfolgreiche antifaschistische Kundgebung mit 700 Teilnehmern durchgeführt, die von der Jugend geprägt war. Der breiten antifaschistischen Stimmung in Gelsenkirchen zollte im Anschluss auch OB Frank Baranowski Respekt und unterstrich in seiner Ansprache auf der Hauptbühne, dass solche Leute in Gelsenkirchen niemals Gastrecht haben. Begrüßt wurde ein Beitrag vom katholischen Pfarrer der St. Hippolytus-Gemeinde, die gerade ihr Pfarrfest direkt nebenan ausrichteten: "Wehret den Anfängen - alle gemeinsam!"
Mit einem eindrucksvollen Zug der von AUF organisierten Aktionseinheit mit offenem Mikrofon, mit Fahnen, Transparenten, Liedern und Sprechparolen ging es später mit 250 Demonstranten durch den Stadtteil; dabei waren auch die VVN, autonome Antifa usw. - und viele Gelsenkirchener stimmten dem Protest zu. 
Die MLPD vertrat deutlich Position mit der Forderung "Für das Verbot aller faschistischen Organisationen". Verschiedene Leute zeigten Interesse an der Wählerinitiative Stefan Engel zum Thema "antifaschistischer Kampf" am 3. Juli.