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Streik und Betriebssetzung im südkoreanischen Ssangyong-Motorenwerk gehen weiter

Streik und Betriebssetzung im südkoreanischen Ssangyong-Motorenwerk gehen weiter

30.06.09 - Bereits seit dem 28. Mai stehen die 1.700 Arbeiter des Ssangyong-Motorenwerkes in Pyeongtaek in Südkorea im unbefristeten Streik mit Betriebsbesetzung gegen Entlassungen. Ssangyong, viertgrößter südkoreanischer Autokonzern, hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Das Ssangyong-Motorenwerk wurde vor drei Jahren mehrheitlich vom chinesischen Autokonzern SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) übernommen. Das Konkursgericht ordnete an, dass 2.646 Beschäftigte (36 Prozent der Belegschaft) entlassen werden müssen. 1.670 Angestellte meldeten sich "freiwillig" in einen vorgezogenen Altersruhestand.

Die Belegschaft insgesamt nahm den Kampf um jeden Arbeitsplatz auf. Fester Bestandteil des Kampfs, auch in der Beratung des Vorgehens, sind die Frauen und Familien der Arbeiter, die sich auf dem Gelände der besetzten Fabrik aufhalten (siehe "rf-news"-Bericht vom 25.6.). Am 27. Juni drangen 3.000 angeheuerte bewaffnete Streikbrecher in die Fabrik ein, um die Arbeiter und deren Familienangehörigen unter Einsatz von Eisenstangen und Tränengas zu vertreiben. In einem 24-stündigen Kampf wurden die Angriffe zurückgeschlagen. Die Polizei hatte die Zufahrtsstraßen abgeriegelt, um zu verhindern, dass erneut Arbeiter anderer Unternehmen zur Hilfe kommen.

Die Arbeiter erwarten, dass in Kürze direkt der Staatsapparat mit seinen Sicherheitskräften vorgehen wird. Unternehmensvertreter erklärten: "Wenn die Gewerkschaft den Streik fortführt, wird das Unternehmen bankrott gehen und 4.000 Arbeiter werden ihre Arbeit verlieren." Die Koreanische Metallarbeitergewerkschaft (KMU), die der Koreanischen Konföderation der Gewerkschaften (KCTU) angehört, erwiderte darauf, dass Zehntausende ihrer Mitglieder sich am 29. Juni aus Solidarität mit dem Streik der Autobauer an der Ssangyong Motorenfabrik versammeln und am 1. Juli ein Generalstreik begonnen werden soll. (Bilder und weitere Berichte in Englisch)

Adresse für Solidaritätserklärungen:
Korean Metal Workers' Union - KMWU
5th Floor, Daeyoung Bld.
139 Youngdeungpo-2-ga
Youngdeungpo-ku
SEOUL 150-982
Telephon: (++82) 2 2670-9515
Fax: (++82) 2 714-0662
E-mail: inter@metal.nodong.org
Website: www.kmwf.or.kr