Sozialismus

Heute vor 60 Jahren: Gründung der Volksrepublik China

01.10.09 - Vor 60 Jahren gab Mao Tsetung auf dem Pekinger "Platz des Himmlischen Friedens" den Sieg der chinesischen Revolution und die Gründung der Volksrepublik China bekannt. Unter seiner Führung hatte sich in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde der nationale und soziale Befreiungskampf der revolutionären Arbeiter und Bauern durchgesetzt. Nach der Gründung der Volksrepublik China begann der mit Sympathie von Millionen Menschen in aller Welt verfolgte sozialistische Aufbau. Innerhalb weniger Jahre wurde die Hungerkatastrophe besiegt, von der Hunderte von Millionen Menschen betroffen waren.

Wenn heute die bürgerliche antikommunistische Propaganda Mao Tsetung für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich machen will, dann setzt sie auf die völlige Unkenntnis vieler Menschen. China erbte eine völlig rückständige Infrastruktur und war noch bis Ende der 1950er Jahre den Naturkatastrophen weitgehend ausgeliefert, was tatsächlich noch zahlreiche Opfer unter der Bevölkerung kostete. Die Kollektivierung der Landwirtschaft war nicht die Ursache, sondern erwies sich als Lösung der Probleme. Im Gegensatz zu China, das den sozialistischen Weg ging, wuchs das Elend in allen kapitalistisch orientierten Entwicklungsländern, in Indien und Afrika. Dort fällt es der bürgerlichen Geschichtsschreibung nicht ein, von "Massenmord" zu sprechen.

In China wurde die Grundlage einer umfassenden Industrialisierung des Landes gelegt, gestützt vor allem auf die eigenen Kraft, ohne das Land von anderen Ländern abhängig zu machen. Dagegen entwickelten allerdings auch führende Funktionäre in der Partei, "Machthaber, die den kapitalistischen Weg gehen wollten", Widerstand, weil sie den Massen die großen Aufgaben der Umgestaltung des Landes nicht zutrauten.

1966 mobilisierte Mao Tsetung die Masse der Bevölkerung gegen diese Revisionisten zur Durchführung der Großen Proletarischen Kulturrevolution. Mit ihr scheiterte zunächst der Versuch der chinesischen Revisionisten, die Ausbeutung der Arbeiter und die Unterdrückung der Werktätigen wieder herzustellen. 1975 erklärte ein Schlosser der Generatorenfabrik Shanghai deutschen Besuchern:

"Die Kulturrevolution ist gut. Vor ihr hatten fast immer nur von oben eingesetzte Betriebsdirektoren im Betrieb das Sagen. Für sie standen die Produktionsziffern an erster Stelle, nicht der Mensch. (...) Viele der Direktoren mussten in unserer Kulturrevolution in heftigen Auseinandersetzungen ihren Platz räumen. Heute haben wir andere Werksleitungen. (...) Die Mitglieder werden direkt oder indirekt durch uns gewählt und bestimmt und kontrolliert. Sie können auch jederzeit wieder durch uns Arbeiter und Angestellte abgesetzt werden. Wir wollen mehr, besser, schneller und wirtschaftlicher produzieren, ohne Zweifel, aber die Bedürfnisse der Massen, dass der Mensch im Mittelpunkt steht - darauf kommt es in der Produktion, bei der Entlohnung, den Arbeitsbedingungen an."

Als kleinbürgerlich entartete Elemente unter der Führung des später im Westen hofierten Teng Hsiao-Ping nach dem Tode Maos 1976 die Macht an sich reißen konnten, wechselte China die Farbe. Es entwickelte sich  schrittweise zu einer imperialistischen Großmacht. Wessen Geistes Kind diese Leute waren, zeigte erstmals offen das Massaker von 1989 auf dem Platz des "Himmlischen Friedens" gegen die Massen, die für bürgerlich-demokratische Rechte und Freiheiten demonstrierten.

Die Folgen der kapitalistischen Restauration wie Arbeitslosigkeit und Massenelend beleben wieder die Erinnerungen an die Zeit des Sozialismus und den Sieg über den Kapitalismus. Die Verteidiger des Kapitalismus können bis heute ihre Niederlage nicht verwinden. Insbesondere die erstmalige Verwirklichung der Kulturrevolution in einem sozialistischen Land ist zu einer Zielscheibe antikommunistischer Hetze geworden. Doch gerade ihre Idee erlebt heute in China trotz aller Greuelmärchen geradezu ein "Comeback".

Auf vielen chinesischen Seiten im Internet wird das China Mao Tsetungs als positive Alternative verdeutlicht, in dem es keine Korruption, keine Arbeitslosigkeit und keine "himmelschreienden Unterschiede" zwischen Reich und Arm gab. In den zahlreichen Streiks und Kämpfen chinesischer Arbeiter und Bauern zeigten diese in letzter Zeit offen ihre Verehrung für Mao Tsetung. Die chinesischen Machthaber fürchten die erneute Anziehungskraft des Sozialismus.

Von den offiziellen Feierlichkeiten wurde das Volk nahezu ausgeschlossen. Polizei und Armeeeinheiten bewachten mit automatischen Gewehren im Anschlag nahezu jede Straßenkreuzung. Sie mussten aber zum Teil dem Druck des Volkes nachgeben. Studentenorganisationen haben für eine offiziell geplante Demonstration einen "Mao-Block" mit zwei Transparenten durchgesetzt, auf denen steht: "Es leben die Ideen Mao Tse Tungs!" und "Das chinesische Volk steht auf!"