Betrieb und Gewerkschaft

"Ihr habt ein wichtiges Zeichen gesetzt"

03.12.09 - Die folgende Solidaritätserklärung schickte die Vertrauenskörperleitung von Infineon in Dresden an die Sindelfinger Daimler-Kollegen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Daimler in Sindelfingen,

Über die Medien haben wir von der geplanten Vernichtung von tausenden Arbeitsplätze im Daimler-Werk Sindelfingen und in der ganzen Zulieferindustrie in eurer Region erfahren! Es ist völlig richtig, sofort den Kampf um den Erhalt eines jeden Arbeits-.und Ausbildungsplatzes aufzunehmen!

Und weil das richtig ist, muss auch gesagt werden, dass wir ein richtiges Streikrecht brauchen. Eines, wo wir nicht nur in der Tarifrunde, nach Beendigung der Friedenspflicht, für höhere Einkommen streiken dürfen - sondern ein Streikrecht, das uns auch jederzeit das Recht gibt, für unsere Existenz, für unsere Rechte, für unsere Arbeitsplätze und für unsere politischen Forderungen zu kämpfen!

Die Konzernmachenschaften, ob bei GM, Daimler, Siemens oder Infineon sind sich doch alle recht ähnlich. Und das weltweit. Gerade jetzt in der Weltwirtschaftskrise versuchen sie in ihren jeweiligen Branchen neue Marktanteile zur Gewinnsteigerung zu erobern. Natürlich immer auf unsere Kosten.

Deshalb braucht es auch der weltweiten gemeinsamen Antworten. Von uns Belegschaften und unseren Gewerkschaften! Nur über Ländergrenzen hinweg werden wir in diesen Kämpfen erfolgreich sein! Daimler, Siemens und Co arbeiten längst so - es ist höchste Zeit, dass wir es auch tun!

Es ist ein wichtiges Zeichen, das ihr schon in den letzten Tagen gesetzt habt. Weiterhin viel Erfolg!

Wir wünschen Euch in Eurem mutigen und motivierenden Kampf alles Gute!

mit solidarischen Grüßen,

i.A. Bernhard Fischer, IG Metall VK-Leiter Infineon Dresden