Betrieb und Gewerkschaft

Management drohte Arbeiter-Delegation mit Polizei

Stuttgart (Korrespondenz), 02.12.09: Am 26. November marschierten ca. 80 Kollegen zum Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes von Coperion (ehemals Werner & Pfleiderer), wo der Aufsichtsrat tagte. Sie wollten dem Management und den Vertretern der Heuschrecke namens DBAG eine Petition übergeben, in der gefordert wurde, dem beabsichtigenden Verkauf des Betriebsgeländes nicht zuzustimmen. Unter dem Motto "Kein Schluss-Verkauf – wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze und für unsere Zukunft am Standort Stuttgart!" zeichnet sich damit eine Auflösung der bisherigen Zurückhaltung vor allem unter den Arbeitern ab.

Sie wurde dadurch genährt, dass der derzeitige Personalabbau von 120 Jobs ohne Entlassungen und nur durch das "freiwillige Ausscheiden" von älteren Kollegen und ihrem Wechsel in eine Transfer- oder Beschäftigungsgesellschaft vonstatten gehen soll. Zusammen mit den bereits erfolgten Entlassungen von Leih- und Zeitarbeitern würde damit die Belegschaft innerhalb von zweieinhalb Jahren um ein Drittel rasiert werden.

Völlig überraschend wurden die protestierenden Kollegen mit einer unglaublichen Aggressivität der "hohen Herren" konfrontiert. Ihre "Schlagfertigkeit" bestand allein darin, dass sie nicht einmal eine Delegation hereinlassen wollten, sofort mit der Polizei drohten und Kollegen körperlich am Eintreten hindern wollten. Doch diese gewannen die erste Machtprobe und konnten so ihre Petition übergeben.

Die Kollegen sind aufs äußerste empört, dass sie oder ihre Vorgänger, die dieses Werk aufgebaut und für den ganzen Reichtum gesorgt haben, von dem diese Herren im Nadelstreifen so gut leben, wie Verbrecher behandelt werden. Sie fordern eine Entschuldigung und wollen, dass der Vorgang öffentlich wird. Statt sich für seine Beleidigung eines Kollegen zu entschuldigen, hat der Personalchef bereits "arbeitsrechtliche Konsequenzen" mündlich ausgesprochen.

Inzwischen hat die Geschäftsleitung ihre Abteilungsleiter ausgerichtet, die in Info-Runden gegen die kämpferischen Kräfte und den Betriebsrat hetzen und diese quasi als Totengräber des Standortes hinstellen. Die kämpferischen Kollegen müssen sich deshalb auf den Kampf gegen die zu erwartenden Repressionen einstellen und immer mehr Kollegen für den Weg des gemeinsamen Kampfs gewinnen.