Betrieb und Gewerkschaft

Selbständiger Streik bei Daimler Sindelfingen setzt Signal - Solidarität notwendig

03.12.09 - 18.30 Uhr: Viele Kollegen bei Daimler in Sindelfingen wollen weiterstreiken, bis die Pläne vom Tisch sind. Vor allem die jungen Kollegen und Azubis sind sehr aktiv und entschlossen, für ihre Zukunft zu kämpfen. Die streikenden Kollegen erhielten sofort Solidaritätserklärungen aus anderen Daimler-Werken. Vor allem aus Bremen, einem angeblichen Nutznießer der Neuorganisation der Produktion von Daimler. Aber auch aus anderen Automobilkonzernen, wie von Opel aus Bochum und Rüsselsheim.

Die internationalen Automobilkonzerne wollen die ganze Autoindustrie im Zuge der tiefen Weltwirtschaftskrise auf dem Rücken der Beschäftigten neu organisieren. Das soll nach Schätzungen der Unternehmensberater von A.T.Kearney allein in Deutschland 240.000 Arbeitsplätze bis 2013 kosten. Damit stehen alle Automobilarbeiter vor ähnlichen Herausforderungen.

Wichtig ist die offensive Losung "Kampf um jeden Arbeitsplatz", während die Orientierung auf die "Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen", auf die von der Betriebsrats- und IG-Metall-Spitze orientiert wird, bereits akzeptiert, dass Arbeitsplätze vernichtet werden, die der Jugend fehlen werden - unter anderem gerade den jungen Kollegen, die jetzt beim Streik mit vorne dran stehen.

Der Streik in Sindelfingen steht auch der Klassenzusammenarbeitspolitik der schwarz-gelben Regierung mit den Monopolen und rechten Gewerkschaftsführern direkt entgegen. Er begann am gleichen Tag, als sich in Berlin die Bundesregierung mit Bankiers, Unternehmerverbänden und den Gewerkschaftsspitzen zum erneuten Krisengipfel traf. Er setzt ein Signal dafür, dass die Arbeiter die Politik des Krisenmanagements auf ihrem Rücken nicht mehr länger "dulden", sondern zum Kampf dagegen übergehen.

Der Streik macht deutlich, dass der Geist der Arbeiteroffensive wach ist und die Daimler-Arbeiter an den Kampferfahrungen von 2004 anknüpfen. Umso wichtiger ist es, auch dieses Mal den Trumpf des konzernweiten gemeinsamen Kampfs auszuspielen, zumal die Pläne in Sindelfingen alle Daimler-Arbeiter, aber auch die Belegschaften anderer Automobilkonzerne und Zulieferbetriebe angehen. Aber auch Schritte zur Organisierung der breiten Unterstützung und Solidarität aus der Bevölkerung zu ergreifen. Das würde zweifellos den Vorstand und die Monopolpolitiker in Stuttgart und Berlin am empfindlichsten treffen.

Die MLPD wird alles unternehmen, um den Weg des offensiven Kampfs für die Arbeiterinteressen zu fördern und die bundesweite und internationale Solidarität zu organisieren. „rf-news“ wird weiter berichten und eingehende Solidaritätserklärungen veröffentlichen. Schickt die Erklärungen weiter an den IGM-Vertrauenskörper und den Betriebsrat bei Daimler in Sindelfingen und zur Kenntnis bitte auch an die Adresse redaktion@rf-news.de.