Betrieb und Gewerkschaft

Daimler Sindelfingen: 3.000 bis 4.000 im spontanen Streik

Sindelfingen (Korrespondenz), 02.12.09: Nachdem heute Morgen die Nachricht bekannt wurde, dass Daimler die Produktion der C-Klasse aus Sindelfingen verlagern will (ab 2014 nach Bremen 60 Prozent, nach Tuscaloosa/USA 20 Prozent und nach China bzw. Südafrika je 10 Prozent), dauerte es nur noch eine kurze Zeit, bis die Montage komplett stand: sowohl in der C-Klasse als auch in der S- und E-Klasse stand die Produktion und 3.000 bis 4.000 Kollegen zogen zur Werksleitung, um sich anzuhören, was jetzt mit ihren Arbeitsplätzen werden soll.

Zwar hat die Geschäftsleitung gebetsmühlenartig wiederholt, durch die Verlagerung der SL-Klasse von Bremen nach Sindelfingen seien "die Jobs in Sindelfingen und in Bremen sicher", aber die Kollegen bezweifelten genau das. Denn die Verlagerung der C-Klasse betrifft direkt ca. 4.500 Arbeitsplätze (plus 2.000 bei Zulieferern), für die SL-Produktion braucht man dagegen höchstens 1.300 Arbeitsplätze. Bereits gestern hatten in Sindelfingen rund 15.000 Daimler-Arbeiter protestiert (siehe "rf-news"-Bericht).

Die komplette Spätschicht führte den Kampf weiter, sogar einschließlich Rohbau und Lackierung - mit einer Kundgebung von ebenfalls 3.000 bis 4.000 mit offenem Mikrofon. Die Presse war auch da, die gesamte Spätschicht wurde dann ab 16 Uhr nach Hause geschickt. Morgen finden nun im Werk erneut zwei Kundgebungen um 9 und 16 Uhr statt.

Schickt Solidaritätsadressen an die Vertrauenskörperleitung der IG Metall und den Betriebsrat bei Daimler in Sindelfingen (erich.klemm@daimler.com) sowie zur Kenntnis an redaktion@rf-news.de!