Betrieb und Gewerkschaft

"Unbefristeter Streik bis der Vorstandsbeschluss vom Tisch ist - konzernweit"

04.12.09 - Mit dieser Überschrift erschien heute eine neue Extra-Ausgabe von "Die Stoßstange", Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Daimler-Werke in Deutschland. "rf-news" dokumentiert im Folgenden den Hauptartikel der Zeitung:

"Wir sind stolz auf die C-Klasse", "Wir akzeptieren nicht die Arbeitsplatzvernichtung", dies ist die einhellige Stimmung im Werk. "C bleibt hier", war der immer wieder aufbrandende Schlachtruf Tausender bei der Kundgebung am Dienstag. Nach dem provokativen Beschluss, die C-Klasse aus Sindelfingen zu verlagern, verloren die Kollegen die Geduld und traten am Mittwoch in den selbständigen Streik, der seitdem immer wieder weitergeführt wird.

Dieser selbständige Streik setzt ein Zeichen in Deutschland: wir sind nicht bereit, die Abwälzung  der Krisenlasten auf dem Rücken der Beschäftigten in der kapitalistischen Weltwirtschafts- und Finanzkrise mitzumachen. Alle Autokonzerne haben sich angesichts ihrer Rekordgewinne und der Suche nach maximalprofitbingenden Anlagemöglichkeiten verspekuliert. Wie die Kanzlerin Merkle haben sie vom langanhaltenden Wirtschaftsaufschwung bis 2020 geträumt und sind auf dem harten Boden der kapitalistischen Wirklichkeit gelandet. Und nun sollen die Arbeiter dafür bluten, dass der Kapitalismus untauglich ist, mit den gewaltigen Möglichkeiten der heutigen modernen Produktion  fertig zu werden und sich für die Arbeiter in allen Ländern und Standorten als Destruktivkraft erweist: mit Lohnsenkungen, steigender Arbeitshetze, wachsender Massenarbeitslosigkeit und Armut.

Es gibt keinen Grund, die Vergabe der C-Klasse und die damit verbundene Arbeitsplatzvernichtung zu akzeptieren.  Dass auf einmal neue Verhandlungen angesetzt werden, ist eine Reaktion auf unseren Streik und soll uns dazu bringen, uns von diesem erfolgreichen Weg abzubringen. Verhandelt wird nicht mal über die Verlagerung der C-Klasse, sondern nur darum, wie uns einige Beruhigungspillen verabreicht werden, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.  Jede sogenannte Beschäftigungssicherung hat nur zu Lohnverzicht und Arbeitsplatzabbau geführt. Das können wir nicht hinnehmen. Halten wir an unserem eingeschlagenen Weg  fest und spielen wir unserer Stärke aus:

- Mit Erpressern verhandelt man nicht!

- Unbefristeter konzernweiter Streik, bis das ganze Konzept vom Tisch ist.

- Kampf um jeden Arbeitsplatz

- Für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung

Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht und keine Maßregelung von Streikenden

Vorwärts zur Arbeiteroffensive - stärkt die MLPD

Auch in Untertürkheim und Mettingen und anderen Daimler Werken wächst die Kampfbereitschaft: Im Werk Untertürkheim gingen in der Früh-, Spät- und Nachtschicht bis zu 3.000 auf die Straße.