Betrieb und Gewerkschaft

"Jetzt einen draufsetzen! Unbefristeter Streik konzernweit!"

07.12.09 - Das ist die Überschrift einer neuen Extra-Ausgabe von "Die Stoßstange", Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Daimler-Werke in Deutschland, die heute erschien. "rf-news" dokumentiert den Hauptartikel, in dem es weiter heißt:

Trotz dem Protest von 15.000 Arbeitern beschloss der Daimler-Vorstand provokativ, die C-Klasse aus Sindelfingen zu verlagern und damit tausende von Arbeitsplätzen zu vernichten. Doch Zetsche und Co. hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Die Belegschaft nahm die Herausforderung an. Arbeiter aus der E-Klasse machten den Anfang und 5.000 bis 7.000 Arbeiter schlossen sich am Mittwoch morgen dem selbständigen Streik an! Auch in der Spät- und Nachtschicht lief nichts.

Seitdem wird wechselhaft gearbeitet und gestreikt, am Donnerstag kam es zu weiteren selbständigen Demonstrationszügen im Werk, nachdem der Betriebsratsspitze um Klemm nichts anderes einfiel als auf einer vom Betriebsrat angesetzten Kundgebung nur "Larifari" zu reden und nichts Besseres zu tun zu haben, als mit "neuen Beschäftigungsgarantien" für die immer weniger Arbeiter uns zu vertrösten. Vom Kampf gegen die Verlagerung der "C-Klasse" kein Wort.

Darauf haben die Arbeiter in den Hallen die Initiative ergriffen: Wir sind nicht länger bereit, uns der kapitalistischen Logik unterzuordnen und das Krisenmanagement weiter hinzunehmen. Und dieses Signal ist bundesweit angekommen. Solidaritätsgrüße von Daimler aus Bremen, Düsseldorf und Wörth, von Opel Bochum bis zu Volvo-Arbeitern aus Schweden. Und in Stuttgart legten die Belegschaften am Donnerstag in allen Schichten für jeweils 3,5 Stunden die Arbeit nieder und führten Kundgebungen in Mettingen und Untertürkheim durch.

Das zeigt: Der Geist der Arbeiteroffensive ist lebendig!

Davor, dass dieser Streik Schule macht, haben die Herrschenden eine Heidenangst. Aufgeschreckt bezeichnen bürgerliche Kommentatoren unseren selbständigen Streik als "wilden Streik" und beschimpfen uns Arbeiter, die wir uns wehren und für unsere Interessen kämpfen, als "wild" und "außer Kontrolle". Wild ist dieser Vorstand, der in seiner Jagd nach Weltmarktanteilen und Maximalprofiten die Zukunft einer ganzen Region aufs Spiel setzt. Chaotisch und "außer Kontrolle" ist der Kapitalismus, der in die tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte gestürzt ist. Und ist es nicht ein Skandal, dass die Konzerne Arbeitsplätze vernichten können, so oft sie wollen, der Kampf dagegen aber nicht erlaubt sein soll? Wir müssen uns das Streikrecht nehmen und ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht durchsetzen!

Wenn jetzt der Vorstand und einige Betriebsräte sagen, einen Vorstandsbeschluss könne man nicht kippen, so ist die Frage erlaubt: warum eigentlich nicht? Lassen wir es doch darauf ankommen. Wenn Zetsche seine Zukunft an die Verlagerung der C-Klasse festmacht, dann soll er eben mitgehen. Nicht nur die C-Klasse muss bleiben! Das ganze Vorstandskonzept muss vom Tisch! Für den unbefristeten Streik - konzernweit!

Machen wir unsere eigene Rechnung auf:
- Unbefristeter konzernweiter Streik, bis das ganze Konzept vom Tisch ist!
- Kampf um jeden Arbeitsplatz!
- Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
- Vorwärts zur Arbeiteroffensive - stärkt die MLPD!