Betrieb und Gewerkschaft

Kämpferische Aktion bei Mann+Hummel

Ludwigsburg (Korrespondenz), 11.12.09: Nachdem die Geschäftsführung auf der Betriebsversammlung vom 18. November die Vernichtung von 388 Arbeitsplätzen bis 2012 in Ludwigsburg angekündigt hatte, kam es am 9. Dezember zur ersten kämpferischen Aktion der Belegschaft, organisiert von der IG Metall. Die Aktion war verbunden mit einem Streik von 1,5 Stunden der Spätschicht in allen Produktionsabteilungen, an dem sich die große Mehrheit der Kollegen beteiligte. Im Unterschied zu bisherigen Aktionen, wo die Geschäftsführung versuchte, die Kollegen einzuschüchtern, stellten die Vorgesetzten es den Kollegen frei, teilzunehmen. Neu war diesmal, dass erstmals eine Masse von Angestellten-Kollegen mitmachte. 

Fast alle Redner der IG Metall und des Betriebsrates sprachen sich für einen Kampf um jeden Arbeitsplatz aus. Das ist nur zu begrüßen! Allerdings ist noch nicht geklärt, was das konkret bedeutet. In einer Erklärung der Vertrauensleute wird die Forderung erhoben "diese Pläne (der Geschäftsführung) müssen vom Tisch" und das mit konkreten Forderungen verbunden wie "keine Entlasssungen; Übernahme aller Auszubildenden und befristet Beschäftigten! Keine Sonntagsarbeit!"

Auf der Kundgebung wurde eine Solidaritätserklärung der Vertrauensleute für die streikenden Daimler-Kollegen (siehe www.stuttgart.igm.de) verlesen und bekam großen Beifall.
Immer mehr Kollegen sagen "die haben das verbockt (die Krise) und wir sollen das ausbaden" und lehnen das grundsätzlich ab. Auf jeden Fall kam die Protestaktion bei den Kollegen gut an als Auftakt, den Kampf aufzunehmen. Viele wollen, dass dieser härter geführt wird und haben vorgeschlagen, die Schwieberdinger Straße zu besetzen und in allen drei Schichten zu streiken.