Politik

Solidaritätsfest mit Ina Korntreff in Wolfen

Solidaritätsfest mit Ina Korntreff in Wolfen

Wolfen (Korrespondenz), 07.12.09: Vorbeugehaft bis zu vier Tagen wurde Ina Korntreff, Stadträtin der MLPD in Bitterfeld-Wolfen, am Vorabend einer antifaschistischen Demonstration von der Polizei angedroht, wegen angeblicher Gefährung der öffentlichen Ordnung. Das beruht auf einer Anzeige der bekannten Neofaschistin Carola Holz ("rf-news" berichtete). Die Solidarität mit Ina Korntreff führte über 70 Besucher am 5. Dezember in das Kulturhaus in Wolfen.

Frank Jasenski, Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen, zitierte den Brockhaus, der die Vorbeugehaft als Merkmal totalitärer Regimes bezeichnet. Die "Ingewahrsamnahme" wurde gegen Ende der neunziger Jahre in die Polizeigesetze aller Bundesländer aufgenommen. "Faschistoid" ist dafür genau die richtige Kennzeichnung. Klaus Fuchs forderte eine Zurücknahme der Androhung der Vorbeugehaft und eine öffentliche Entschuldigung von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann.

Bisher trafen 69 Solidaritätserklärungen ein. Auch Schauspieler Peter Sodann übermittelte solidarische Grüße am Telefon. Weitere Solidaritätserklärungen gab es am offenen Mikrofon, von der Landesleitung Elbe-Saale der MLPD, von Courage Dresden und von Bernhard Fischer, Betriebsrat bei Infineon Dresden. Dr.Dr. Gueinzius, Stadtrat der Liste "Pro-Wolfen" in Bitterfeld-Wolfen, vertritt Ina Korntreff als Rechtsanwalt und nahm an der Veranstaltung teil.

Es waren außerdem Besucher anwesend aus Potsdam, Eisenach, Leipzig, Magdeburg, Halle, Dessau, Wolfen und Bitterfeld. Die Band "Nümmes" und Andreas aus Berlin sorgten für Musik, es gab ein schönes Buffet und eine Spendensammlung für die Gerichtskosten. Am Ende der gelungenen Veranstaltung bedankte sich Ina Korntreff bei allen, die gekommen waren.