Umwelt

Widerstand gegen Kohlekraftwerk erfolgreich

12.12.09 - Genau richtig zum heutigen Klimaaktionstag kommt die Meldung über einen großartigen Erfolg des Widerstands gegen eine weitere Kohlekraftwerks-Dreckschleuder! Dazu eine Korrespondenz von der Insel Rügen:

Der dänische Energiekonzern Dong Energy wollte neben dem abgeschalteten Kernkraftwerk in Lubmin bei Greifswald sein größtes Kohlekraftwerk bauen. Das Genehmigungsverfahren läuft schon seit drei Jahren. Bis gestern - dann kam das Aus! Jubelfeiern gab es noch am gleichen Abend in Thissow auf der Insel Rügen. Die dortige Bürgerbewegung gegen das "Teerkraftwerk", wie es dort heißt, hatte eingeladen. Dieser südöstliche Zipfel der Insel Rügen liegt genau gegenüber dem geplanten Kohlekraftwerk. Voller Stolz sagen die Bewohner des Kleinen Ferienortes: "Wer kämpft, kann gewinnen - und wir haben gewonnen."

Das kleine Seebad Lubmin auf der anderen Seite des Greifswalder Boddens ist eine feine Perle an der Ostseeküste geworden. Auch hier feierten die Menschen mit erhobenem Kopf ihren Sieg gegen einen Kraftwerkskonzern, der die Kohle dafür extra aus Australien anschiffen lassen wollte. Das wäre allein schon eine unnütze Belastung der Weltmeere mit Schweröl und Umweltschmutz. Ursprünglich sollte das Kraftwerk 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Der produzierte Strom hätte mit enormen Leitungsverlusten abgeführt werden müssen.

In Vorpommern mit seiner landwirtschaftlich geprägten Struktur gibt es keine Großbetriebe mehr, welche als Abnehmer in Frage kämen.
Die verschiedensten Bürgerbewegungen von Rügen bis Greifswald und darüber hinaus haben Zehntausende Unterschriften gegen die Dreckschleuder gesammelt, eigene Berechnungen angestellt und Gutachten anfertigen lassen. Sarkastisch meinte ein Unterstützer der Initiativen: "Aus den Greifswalder Bodden wird es keinen tischfertigen Kochfisch geben."

Damit wird auf das damalige Kernkraftwerk angespielt, während dessen Betrieb die Wassertemperatur im Bodden um 2 bis 3 Grad Celsius über dem Wert der südlichen Ostsee lag. Während in Kopenhagen die Verantwortlichen für die Klimakatastrophe "Volkstheater" für den Klimaschutz spielen, haben sich die Kämpfe der Kraftwerksgegner positiv ausgewirkt. Auch der lange Atem hat zum Erfolg geführt.