Betrieb und Gewerkschaft

"Weihnachtsgeschenk" für die 2.000 Werftarbeiter in Wolgast und Stralsund

Rostock (Korrespondenz), 16.12.09: Mit der Androhung, die Werften Pleite gehen zu lassen, wenn die Gewerkschaften und Betriebsräte bis zum 17. Dezember das sogenannte "Restrukturierungskonzept" nicht unterschreiben, werden die 2.000 Werftarbeiter erpresst. Der Vertrag sieht die Streichung von 600 Arbeitsplätzen vor. Der Personalbedarf soll auf die zu erwartende Auslastung von 1,5 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr "angepasst" werden. Mehrbedarf sollen Leiharbeiter ausgleichen.

Geplant ist der vollständige Verzicht auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld bis 2012, monatlich 100 Euro weniger Lohn für jeden Beschäftigten. Die Kollegen sollen außerdem bis 2012 auf tarifliche Lohnerhöhungen verzichten. 

Die IG Metall kündigt Widerstand gegen Massenentlassungen, Lohnverzicht, und Leiharbeit an. Ich hoffe, dass dieser Widerstand anders aussieht als auf den Werften in Rostock und Wismar. In Rostock werden zum Jahresende die letzten der ehemals 1.000 Kollegen die Werft verlassen, nachdem sie "brav" die letzten Aufträge abgearbeitet haben.