Betrieb und Gewerkschaft

Automobilzulieferer Kiekert kündigt Betriebsräten

Duisburg (Korrespondenz), 16.12.09: Die Kiekert AG in Heiligenhaus stellt Schließsysteme für fast alle Automobilfirmen her. Nachdem den Kolleginnen und Kollegen mit einem sogenannten "Standortsicherungs-Vertrag" bereits rigorose Opfer abgepresst wurden - die Kollegen sprechen von ca. 5.000 Euro weniger im Jahr - wurde hinter ihrem Rücken mit einem Teil des Betriebsrates ein Sozialplan ausgehandelt. Von 307 Entlassungen ist die Rede bei einer Belegschaft von knapp über 1.000. 

Viele Kolleginnen und Kollegen sind damit nicht einverstanden. Auch nicht die Liste 2 des Betriebsrates, die sich mit ihren sechs Vertretern nicht an den Verhandlungen von Betriebsrat und Geschäftsleitung beteiligt: "Die wollen den Arbeitsplatzabbau festzurren. So eine Vereinbarung unterschreiben wir nicht." ("derwesten.de", 10.12.09) Vergangene Woche kam es zu mehreren Protestaktionen und einer Kundgebung vor dem Tor.

"Wir verzichten schon seit Jahren auf Lohnerhöhungen und Urlaubsgeld. Mit diesem Geld hat die Geschäftsleitung Fertigungsstätten in Tschechien, China und Mexiko aufgebaut. Und hier werden jetzt wieder Arbeitsplätze abgebaut. Wir haben die Nase voll", so die Meinung vieler Kollegen. Eine Unterschriftensammlung an die IG Metall mache die Runde, in der die Kolleginnen und Kollegen fordern "Erhalt von jedem einzelnen Arbeitsplatz; keine Sanierungsopfer mehr; vollen Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft - Wir sind bereit zu kämpfen!" 

Die Geschäftsleitung meinte nun, mit Maßregelungen die Kolleginnen und Kollegen einschüchtern und den beginnenden Kampf um jeden Arbeitsplatz wieder klein kriegen zu können. Drei Betriebsratsmitgliedern der Liste 2, Gülten Ucar, Servet Halis und Abdullah Celik, wurde mitgeteilt, dass sie fristlos gekündigt werden sollen. Das ließ die Belegschaft aber nicht einfach zu, die umgehend informiert wurde. Und der Betriebsrat lehnte einstimmig die Zustimmung zu den Kündigungen ab. Ein wichtiger Erfolg! 

Darauf folgte umgehend das Hausverbot der Geschäftsleitung gegen die Betriebsrätin Gülten Ucar. Damit dürfen und werden sie nicht durchkommen. "Solidarität hilft siegen", war bereits ein Leitspruch gegen die Kündigungsandrohungen. Und sie wird siegen helfen. 

Schreibt Protesterklärungen gegen die Entlassungspläne und Maßregelungen an die Geschäftsleitung der Kiekert AG, Höseler Platz 2, 42579 Heiligenhaus - mit Durchschlag an den Betriebsrat und die IG Metall (Verwaltungsstelle Velbert Oststr. 48, 42551 Velbert. Bitte ein Exemplar auch an redaktion@rf-news.de.