Betrieb und Gewerkschaft

Erfolg der Solidarität: Abmahnung bei Daimler in Bremen zurückgenommen!

Bremen (Korrespondenz), 18.12.09: Mit Datum vom 15. Dezember teilte die Personalabteilung bei Daimler Bremen mit, dass sie die Abmahnung gegen den Vertrauensmann Kai Steinhage mit sofortiger Wirkung aus der Personalakte entfernt habe. Das ist ein großartiger Sieg der Solidarität! Über 400 Kollegen hatten die Solidaritätserklärung unterschrieben.

Offensichtlich haben die Herren in der Geschäftsleitung nun kalte Füße bekommen. Der Streik in Sindelfingen vor gut einer Woche gegen die Verlagerung der C-Klasse, die Unruhe unter der Belegschaft gegen die gestiegene Arbeitshetze und nicht zuletzt die Aktivitäten des Solidaritätskreises brachte sie wohl zum "Umdenken". Und nicht, wie ein Vertreter der Personalabteilung gegenüber der IG Metall erklärte, dass man "sowieso vorgehabt" habe, "die Abmahnung vorzeitig aus der Personalakte zu nehmen".

Ob es den Herrschaften gelingt, die Fragen nach den Selbstmorden und ihren Zusammenhängen und die wachsende Empörung gegen das zunehmend mörderische Arbeitstempo damit zum Schweigen zu bringen, ist eher unwahrscheinlich. Die Kollegen in Bremen konnten sie mit ihren Einschüchterungsversuchen jedenfalls nicht zum Schweigen bringen, was die zahlreichen Redebeiträge auf der Betriebsversammlung am 10. Dezember zeigten.

Der Solidaritätskreis gegen Abmahnungen bei Daimler wird jetzt die Lage gründlich beraten und dann dazu Stellung nehmen. Außerdem gibt es noch mehr Abmahnungen, die weg müssen.