Politik

Rückkehrrecht für Familie Eke!

Marl (Korrespondenz), 14.12.09: Gülhan Eke, die vor über 20 Jahren mit ihren Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kam, wurde mit ihren vier Kindern, die alle in Marl geboren sind, am 2. Dezember in die Türkei abgeschoben. Erst am 17. November wurde sie telefonisch darüber informiert, dass sie mit ihren Kindern (6, 8, 10, 12 Jahre alt) um 6 Uhr morgens abgeholt wird. Der Vater wurde bereits vor drei Jahren in die Türkei abgeschoben.

Deshalb nennt sich das jetzt zynisch Familienzusammenführung. Ein Hohn, wenn man weiß, dass die Familie ihre Wurzeln im Libanon hat, arabisch spricht und die Kinder hier in Marl zuhause sind. Keiner in der Familie spricht türkisch, aber jetzt haben sie türkische Pässe. Unter der Androhung, dass Gülhan von ihren Kindern getrennt wird, wurde sie vom Konsulat gezwungen, dafür zu unterschreiben.

Wir fragen den Bürgermeister Werner Arndt: Was ist denn mit den schönen Reden von Integration unserer ausländischen Mitbürger in Marl? Sind Sie sich darüber bewusst, dass die drei großen Kinder der Familie Eke als Rotfüchse aktive Bürger in Marl sind, die zum Beispiel beim Besentag in Marl tatkräftig mit geholfen haben, Parks von Unrat zu befreien, ja sogar von ihrer Vorgängerin Uta Heinrich drei Preise für besonderen Einsatz erhielten?

Selbst auf die Bitte, die Abschiebung wenigstens zu verschieben zwecks Wohnungssuche in der Türkei, meinte Herr Lück von der Ausländerbehörde Marl, das wäre nicht nötig, schließlich war genügend Zeit und das habe hier mit fünf Personen in einer 1,5-Zimmer-Wohnung auch prima geklappt. Wie viel Menschenverachtung darf denn dieser Herr Lück von sich geben, ohne dass er dafür zur Rechenschaft gezogen wird von Ihnen als Bürgermeister? 

Am Tag gegen die Gewalt gegen Frauen wurde der Protest gegen die Abschiebung auf die Straße getragen. Die kämpferische Frauenbewegung zeigte an diesem Tag Flagge gegen diese Gewalt und forderte die Rücknahme der angedrohten Abschiebung. Die Montagsdemonstration Marl, die MLPD und ihre Kinderorganisation hat sofort ihre Unterstützung zugesagt und die Solidarität organisiert. Für die Schüler und Lehrer der Hermann-Claudius-Schule war die Solidarität selbstverständlich. 

Bei einer herzlichen Verabschiedung am Vorabend brachten Verwandte und Freunde zum Ausdruck: "Im Herzen bleibt ihr bei uns, denn Ländergrenzen können unsere gemeinsamen Sehnsüchte und Ziele nicht trennen. Solidarität ist international." Wir fordern: Schluss mit dem Psychoterror der Ausländerbehörden und Konsulate! Absetzung des Ausländerbeauftragten in Marl! Für ein Rückkehrrecht der Familie Eke und ihres Vaters! Gleiche Rechte für alle in Deutschland lebenden Menschen!