Politik

Schweinegrippe-Manipulation soll Thema im Europarat werden

21.12.09 - Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg (SPD), zugleich Arzt und Epidemiologe, hat erreicht, dass sich der Europarat im Januar in einer Dringlichkeitsdebatte der Parlamentarischen Versammlung und einem Untersuchungsausschuss mit dem Thema "Gesundheitsgefahr durch gefälschte Pandemien" befasst. Wodarg ist auch Chef des Unterausschusses für Gesundheit der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Er hält den Umgang mit der Schweinegrippe für "einen der größten Medizinskandale des Jahrhunderts".

In seinem vom Ausschuss einstimmig beschlossenen Antrag kritisiert er laut dem Berliner "Tagesspiegel" die Beeinflussung von Wissenschaftlern und Behörden durch Pharmakonzerne. Dies habe dazu geführt, dass "unnötigerweise Millionen gesunder Menschen dem Risiko mangelhaft getesteter Impfstoffe ausgesetzt" worden seien - bei einer Infektionskrankheit, die "erheblich harmloser" sei als alle Grippewellen der Vorjahre und "nicht einmal ein Zehntel der hierbei üblichen Todesfälle" verursacht habe. Die Impfstoffhersteller hätten mit ihrer Panikmache auf Kosten der Steuerzahler prächtig verdient und dafür auch "Körperverletzung in Kauf genommen". Die in den Impfstoffen steckenden Wirkungsverstärker seien kaum erprobt worden.

Beschäftigen müsse sich der Europarat insbesondere auch mit der Rolle der UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO), die im Juni für die Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe ausgerufen hat. Wodarg kritisiert, dass man die Pandemie-Definition einer Organisation überlasse, die offensichtlich dem Einfluss von Pharmakonzernen unterliege. Viele der Entscheidungsträger dort kämen aus der Industrie und gingen wieder dahin zurück. Zu untersuchen sei zudem die Rolle von Paul-Ehrlich- und Robert-Koch-Institut in Deutschland. Auf die Ergebnisse der Untersuchung darf man jetzt schon gespannt sein.