MLPD

"Warum hat die MLPD ihr Konto gerade bei der Deutschen Bank?" - Stefan Engel antwortet

29.12.09 - Von verschiedener Seite wurde die Frage gestellt, warum die MLPD ein Konto ausgerechnet bei der Deutschen Bank hat. Darauf antwortete Stefan Engel:

Liebe(r) ...,

du fragst, warum die MLPD Konten bei der Deutschen Bank hat?

In meinen Buch "Götterdämmerung über der 'neuen Weltordnung'" habe ich untersucht und bewiesen, dass die seit den 1990er Jahren einsetzende Neuorganisation der internationalen Produktion sich auch auf das Finanz-, Banken- und Börsenwesen bezieht. Hier heißt es: "Zu den 500 Übermonopolen gehörten im Jahr 2000 auch 56 Banken. Durch Großfusionen und Übernahmen veränderte sich die Stellung der internationalen Monopolbanken in der Rangfolge der internationalen Monopole seit 1995 zum Teil sprunghaft. So verbesserte sich die Deutsche Bank von Platz 55 auf 29 ... ." (S. 46)

Die MLPD hat ihr Konto bei der Deutschen Bank, weil wir nicht die Illusion haben, dass wir uns durch die Unterstützung "kleiner" oder "alternativer" Banken diesen Gesetzmäßigkeiten entziehen könnten. Zum einen ist es ein ständiges "Fressen oder gefressen werden". So hatten wir auch ein Konto bei der Postbank, diese wird nun aber von der Deutschen Bank aufgekauft; die Commerzbank war eine private Bank – nun ist der Staat mit fast 50 Prozent daran beteiligt. Und am Bankenboykott gegen die MLPD beteiligen sich - freiwillig oder unfreiwillig - alle in Deutschland relevanten Banken. Wir haben daher nicht die Illusion, uns durch Wechsel der Bank einem solchen Bankenboykott entziehen zu können.

Die ökonomische Macht der großen Banken findet eben auch ihren Ausdruck in der politischen Macht. Und diese Kontokündigungen sowohl meines privaten Kontos bei der Commerzbank als auch der Konten der MLPD bei der Deutschen Bank haben politische Hintergründe. In der "Roten Fahne" Nr. 48 gehen wir auf die von uns bisher recherchierten Hintergründe ein, die in der "Terrorismus-Bekämpfung" liegen. Politische Angriffe müssen politisch zurückgeschlagen werden und nicht, indem wir uns seitwärts durch die Büsche schlagen.

Der Erfolg gibt uns recht. Mit dem Prozess am 25.11. haben wir einen wichtigen Etappensieg erreicht. Die 11. Zivilkammer wies die Commerzbank an, die Gründe für die Kündigung offen zu legen. Genau dies haben sie bisher verweigert, in dem sie sich darauf beriefen, bei einer Kontokündigung keine Gründe offen legen zu müssen und dass diese Kontokündigung keinerlei politischen Hintergründe hätte. Das Gericht folgte nun unserer Klage, es wird geprüft, ob die Commerzbank mit ihrer Entscheidung gegen das Willkürverbot verstoßen hat.

Das Ganze ist jedoch ein ernst zu nehmender Angriff und die Sache ist noch nicht vom Tisch! Da muss weiter dran geblieben werden! Vielen Dank für die Solidarität.

Stefan Engel