Betrieb und Gewerkschaft

Vereiste Straßen und Schneeverwehungen keine Entschuldigung für Zuspätkommen

Marl (Korrespondenz), 09.01.10: Die Abschaffung des Buspendelverkehrs zwischen den Bergwerken und die Verlegungen quer durch das Ruhrgebiet zwingen viele Kumpels, mit dem Privatauto in Fahrgemeinschaften viele Kilometer zur Arbeit zu fahren.

Bei den derzeitigen winterlichen Witterungsbedingun­gen wird Bergleute nun zusätzlich bestraft, wenn sie ihren Arbeitsplatz nicht pünktlich erreichen können. Denn Verkehrsstörungen oder verlängerte Anfahrtswege zählen zum sog. "Wegerisiko", das der Arbeitnehmer allein trägt. Das geht aus einem einschlägigen Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor, wo ein Bergarbeiter klagte, weil er wegen Eisglätte die Schachtanlage nicht erreichen konnte.

Er erhielt keine Lohnfortzahlung – und das bei den sowieso schon niedrigen Löhnen der Bergleute – weil der "Erfüllungsort für die Leistung des Arbeiters die Schachtanlage ist. Daran ändert sich nichts, wenn der Arbeiter von ei­nem im Auftrag des Arbeitgebers eingesetzten Werksbus von seinem Wohnort zur Schachtan­lage befördert wird und der Werksbus wegen Eisglätte nicht verkehren kann."

Der RAG und den Fremdfirmen wäre es dann sicherlich recht, wenn die Bergleute bei Schnee und Eisglätte in der Kaue übernachten würden. Bei andauernden schlechten Witterungsbedingungen werden dann die Familien tagelang auf den Mann oder Vater verzichten müssen.

Glück Auf