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Haiti: Verzweiflung schlägt in Wut um

15.01.10 - Wütende Haitianer haben aus Protest gegen die sehr schleppend anlaufende Hilfe Straßensperren errichtet. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser, die Behandlung der ungezählten Verletzten, die Rettung von Verschütteten und die Bergung der zigtausenden Toten ist katastrophal. Mehrere Lagerhäuser des UNO-Welternährungsprogramms wurden geplündert.

Die vielen Leichen in den Straßen werden wegen der Seuchengefahr derzeit ohne Identifizierung mit Radladern und LKW entfernt. Bei Temperaturen um 27 Grad wächst die Seuchengefahr. Immer noch müssen die Menschen mit bloßen Händen nach Opfern graben. "Mehr Ärzte, weniger Journalisten!" zitiert die Presse einen verärgerten Mann. 

Unterdessen verständigten sich die die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und die USA darauf, eine internationale Konferenz zur Unterstützung der Erdbebenopfer zu organisieren. Die US-Imperialisten beanspruchen klar die Führung über die Hilfsmaßnahmen. So machte nach Angaben von "spiegel-online" US-Armeesprecher Gary Tallman unmissverständlich klar: "Wir wollen die Führung übernehmen." Sicher ganz uneigennützig ...