Politik

Warum verzögern sich die Hilfsmaßnahmen in Haiti?

17.01.10 - Während der US-Imperialismus sofort massive militärische Präsenz auf dem Flughafen von Port au Prince und vor der Küste Haitis sicherstellte, verzögern sich auch Tage nach dem Erdbeben lebenswichtige Hilfsmaßnahmen wie Bereitstellung von Trinkwasser oder medizinische Versorgung. Drei der neun Millionen Einwohner von Haiti sind nach Einschätzung örtlicher Hilfsorganisationen in Lebensgefahr. Die Bevölkerung versucht sich selbst zu helfen, Nonnen aus Mexiko organisieren mit primitiven Mitteln medizinische Hilfe. Da Betäubungsmittel fehlen, sind sie gezwungen, verstümmelte Gliedmaßen ohne Betäubung zu amputieren.

"Spiegel online" zitiert einen mexikanischen Feuerwehrmann: "Wir haben beim Roten Kreuz angefragt, ob sie nicht schnell ein Krankenhaus errichten können. Die haben gesagt: Wir müssen erstmal eine Bestandsaufnahme der Katastrophe vom Hubschrauber aus machen. Offenbar brauchen die Luftbilder, bevor sie tätig werden."

Die US-Armee verfügt wie alle modernen Armeen über mobile Wasseraufbereitungs-anlagen, die von Hubschraubern auch in unwegsamem Gelände abgesetzt werden könnten. Es gibt so genannte "aufblasbare Krankenhäuser", das ist ein System luftkammergestützter Zelte, die von Kompressoren aufgeblasen werden. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat solche Zelte 2005 beim großen Erdbeben in Pakistan eingesetzt. Diese mobilen Hospitäler sind mit Operationssälen, Krankenbettstationen und sanitären Anlagen ausgerüstet. Sie können ebenfalls mit Hubschraubern zum Einsatz gebracht werden. 

Dagegen sorgen sich die Imperalisten vor allem um das entstandene "Machtvakuum" ("Spiegel online"), so genannten "Bandenterror" oder nennen es "Plünderungen", wenn die Bevölkerung in die Lager der Supermärkte eindringt, um die Lebensmittel zu verteilen. Die Hauptsorge der Imperialisten besteht darin, dass sich die Bevölkerung selbst organisiert, bewaffnet, und daran geht, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.