Politik

Jakob Textor, Teilnehmer des Mössinger Generalstreiks 1933, verstorben

Albstadt (Korrespondenz), 21.01.10: Am 18. Januar starb kurz vor seinem 102. Geburtstag Jakob Textor, der letzte noch lebende Teilnehmer des legendären Mössinger Generalstreiks gegen Hitler am 31. Januar 1933. Die Arbeiter in der Kleinstadt nahe Tübingen waren damals dem Aufruf der KPD gefolgt und vertrauten darauf, dass sich in ganz Deutschland die Arbeiter gegen die Errichtung der faschistischen Herrschaft erheben würden.

Der Arbeitersportler Textor, Teilnehmer an der Arbeiter-Olympiade 1925 in Frankfurt, kletterte auf den Kamin der Pausa-Fabrik und hisste die rote Fahne. Schon 1932 hatte er die Parole "Wer Hitler wählt, wählt Krieg" auf Mauern gemalt.

Der Streik in Mössingen blieb isoliert, die Teilnehmer wurden verfolgt und bestraft - auch Jakob Textor wurde ins Gefängnis geworfen. Bei Kriegsbeginn 1939 wurde er eingezogen und überlebte fünf Jahre als Soldat. Nach der Niederlage Hitlers trat Textor der KPD bei.

Noch im vergangenen Juni hatte der Kreisverband Tübingen der VVN-BdA vorgeschlagen, das älteste Gemeindemitglied zum Ehrenbürger von Mössingen zu machen, doch dazu konnten die Stadtoberen sich nicht durchringen.