Politik

Kemal Doğan und Freundeskreis laden ein zur Siegesfeier!

Köln (Korrespondenz), 22.01.10: Was viele schon nicht mehr für möglich hielten, konnte nach zehn Jahren durchgesetzt werden: Kemal Doğan hat die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Dies wird gefeiert auf dem großen Solidaritäts- und Siegesfest am 30. Januar ab 17.00 Uhr in der IB Kantine, Rolshover Straße 87 in Köln Kalk. Der Freundeskreis lädt herzlich ein. Es besteht die Möglichkeit, das Fest mit zu gestalten: mit einer Essensspende, mit einem Kulturbeitrag, einem Grußwort, mit Glückwünschen - oder einfach mit Feierlaune! In dem Einladungs-Flyer heißt es:

"Im Oktober 2009 hat unser Arbeitskollege, Freund, Nachbar, Familienangehöriger Kemal Doğan endlich die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Ohne die Solidarität wäre der Erfolg und die Ausdauer kaum möglich gewesen. Wir freuen uns mit Kemal Doğan über diesen Sieg und möchten an dieser Stelle allen danken, die durch ihr Interesse und ihre Unterstützung jeglicher Art diesen Erfolg erst möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt dem Anwalt Roland Meister aus Gelsenkirchen.

Die Stadt Köln hatte über Jahre Herrn Doğan das Recht auf Einbürgerung aus politischen Motiven verweigert. Er kam im Jahr 1980 als politischer Flüchtling nach Deutschland. Seit 1988 arbeitet er als Schichtarbeiter bei den Fordwerken in Köln-Niehl. Er ist aktiver Gewerkschafter und Vertrauensmann der IG Metall. Im Jahr 2000 hat Kemal Doğan Antrag auf Einbürgerung nach § 85 Ausländergesetz gestellt. Er hatte bereits in der Türkei und auch hier in Deutschland gegen die fortgesetzte Verletzung der Menschenrechte in der Türkei gekämpft. Für seine sozialistische Gesinnung wurde er von der Stadt Köln anhaltend diskriminiert.

Der 'Freundeskreis' organisierte vielfältig den Protest und machte den Fall öffentlich bekannt. Nach einer eindrucksvollen Podiumsdiskussion fand der 'Fall Kemal Doğan' auch in den Medien ein breites Echo. Dadurch wurde die Sache in ganz Europa bekannt und der Zusammenhang zur Diskriminierung und Benachteiligung von Migranten in Deutschland. Der Erfolg soll auch eine Ermutigung sein für alle jene, denen demokratische Rechte vorenthalten werden, nicht klein beizugeben und sich zusammenzuschließen. Denn wer für demokratische Rechte kämpft, erhält auch Solidarität."