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Opelaner in Antwerpen blockieren die Tore

21.01.10 - Heute wurde der Opel-Belegschaft in Antwerpen auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung mitgeteilt, dass das Werk bis Ende Juni 2010 geschlossen werden soll. Am Mittwochabend hatten die Opel-Arbeiter "vorbeugend" die Tore blockiert, nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass Opel-Chef Nick Reilly gegenüber europäischen Betriebsräten die Schließung angekündigt hatte. Hinter den verschlossenen Toren blockieren mehrere Neuwagen die Durchfahrt: "Nichts geht rein, nichts geht raus." Ohne lange zu fackeln, machen die Antwerpener Opelaner damit deutlich, dass sie um ihre Arbeitsplätze entschlossen kämpfen. "No closing!" ("Keine Schließung") ist die Parole.

Gegen alle in bisherigen Verhandlungen bekundeten Versicherungen, auf Werksschließungen zu verzichten, soll jetzt Antwerpen unmittelbar dicht gemacht werden und weitere Schließungen sind im Gespräch. In der "WAZ" vom 21. Januar werden als nächste Schließungskandidaten Eisenach, Luton sowie "mittelfristig" Bochum genannt. Die Umstrukturierung des Konzerns in Europa im Interesse seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit soll nun offenbar rasch und rücksichtsloser durchgezogen werden. Für den GM-Konzern, der innerhalb weniger Jahre von Platz 1 der Weltrangliste auf den Platz 3 zurückgefallen ist, drängt die Zeit. Der neue Opel-Chef Nick Reilly betont, er werde die Kapazitäten in West-Europa drastisch - um 20 Prozent - reduzieren.

Das zeigt, was von den bisherigen Vereinbarungen, den ganzen Papieren, Kanzlerversprechen usw. zu halten ist: Sie sollten nur die Belegschaften ruhig halten. 

Die Taktik von GM besteht nun darin, die Belegschaften gegeneinander auszuspielen. So wird das Werk in Antwerpen als technisch überholt hingestellt, wo sich die Produktion des Astra nicht mehr lohne.  Mit der Verlagerung der Astra-Produktion nach Bochum will GM im Bochumer Werk mit seiner kämpferischen Belegschaft Zeit gewinnen. Die Opel-Belegschaften sollen vom gemeinsamen Kampf abgehalten werden. "Offensichtlich hat der GM-Vorstand gehörigen Respekt vor der Entschlossenheit der Belegschaft, die auch nach einer monatelangen Erpressung Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Tariferhöhung durchgesetzt hat. Reilly weiß, dass er mit einem offenen Angriff auf die Belegschaften einen europaweiten Kampf provozieren würde. Den will GM aber unbedingt verhindern." Das schrieb die Kollegenzeitung "Blitz" schon am 4. November 2009.

Am Mittwoch Abend war die Schließung und die Blockade der Tore Thema auf der Pausenversammlung in Bochum. Ein gemeinsamer Kampf erfordert mit der unterschwellig suggerierten Hoffnung, dass die Schließung in Antwerpen den "Bochumer" zu gute käme, fertig zu werden. 

In Antwerpen wird die Blockade der Tore fortgesetzt; am morgigen Freitag und am Montag ist Kurzarbeit. Auf jeden Fall gilt es, in Betrieben und Gewerkschaften die Initiative der Antwerpener Opel-Belegschaft im Kampf um ihren Arbeitsplatz bekannt zu machen und die Solidarität zu organisieren. Im Opel-Konzern muss dies verbunden werden mit der Auseinandersetzung um den gemeinsamen Kampf:

  • Die Werkschließung von Opel Antwerpen muss vom Tisch!
  • Kampf um jeden Arbeitsplatz!
  • 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung zum Erhalt der Arbeitsplätze!

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