Betrieb und Gewerkschaft

Bosch will 2011 Werk in Cardiff (Wales) schließen

Schwäbisch Gmünd (Korrespondenz), 29.01.10: Nach einer Machbarkeitsstudie über die mögliche Einführung neuer Produkte für das Bosch-Werk in Cardiff, Wales, soll der Standort 2011 geschlossen werden. Das betrifft etwa 1.000 Beschäftigte. In Cardiff läßt Bosch Drehstromgeneratoren für die Autoindustrie herstellen. Infolge der Weltwirtschaftskrise ist 2009 der Umsatz der Generatoren um 45 Prozent gesunken. Für 2010 wird ein weiterer Rückgang von 65 Prozent erwartet. 

Durch die Weltwirtschafts- und -finanzkrise hat der Bosch-Konzern nach eigenen Aussagen zum ersten Mal in 60 Jahren ein negatives Bilanzergebnis ausgewiesen. Im ganzen Konzern werden deshalb Strukturmaßnahmen eingeleitet, um ein "profitables Wachstum" zu sichern, wie sich Bosch-Chef Fehrenbach ausdrückt.

"Strukturmaßnahmen" sind im Bosch-Konzern eine schönfärberische Umschreibung für Arbeitsplatzabbau. In den deutschen Werken kehren die Manager gerne den "sozialen Bosch" hervor. Was davon zu halten ist, zeigten Entlassungen und Schließungen an mehreren Standorten im Ausland. Aber auch in Deutschland findet ein ständiger Arbeitsplatzabbau statt. 2009 betraf dies vor allem viele befristet Eingestellten, Leiharbeiter und Auszubildende, die nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurden.