Betrieb und Gewerkschaft

Aktionstag der Opel-Belegschaften gegen die Werksschließung in Antwerpen

25.01.10 - Am morgigen Dienstag findet ein europaweiter Aktionstag gegen die geplante Schließung des Werks in Antwerpen und gegen die gesamten GM/Opel-Pläne zur Abwälzung der Krisenlasten auf dem Rücken der Belegschaften statt. Aus Bochum, Rüsselsheim und anderen Standorten fahren Busse nach Antwerpen.

Breite Teile nicht nur der Bochumer Belegschaft empfinden den Schließungsbeschluss für Antwerpen als heftigen Einschnitt, der das Bochumer Werk ebenfalls negativ betrifft - als nächsten Schließungskandidaten. Auf diese Stimmung in der Belegschaft muss auch die Betriebsratsspitze reagieren: Die Gespräche über die "Mitarbeiterbeteiligung" und einen Lohnverzicht der Arbeiter und Angestellten in Höhe von 265 Millionen Euro sind zunächst gestoppt.

Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Klaus Franz erklärte in Rüsselsheim, es gäbe dafür keine Zusagen mehr. Der Bochumer Betriebsrats-Vorsitzende Rainer Einenkel bekräftigte: "Wir werden alles tun, um diese Schließung rückgängig zu machen." Gleichzeitig sind bisher z.B. im Bochumer Werk keine kämpferischen Aktionen am Dienstag geplant, die viele Kollegen jedoch erwarten und fordern.

Aus Rüsselsheim wird berichtet: "Die Stimmung im Werk ist ernst. Etliche zauderten, ob die Schließung von Antwerpen nicht eher gut für den Standort Rüsselsheim sei. Einige Kollegen meinten allerdings auch: 'Nur Delegationen zu schicken, reicht doch nicht, da muss mehr passieren!'"

In einer "persönlichen Botschaft an die Mitarbeiter" schreibt der neue Opel-Chef Nick Reilly am 19. Januar: "Es wird Zeit, dass Opel/Vauxhall zurück zu einer Siegermentalität findet und auch als Gewinner wahrgenommen wird ... Dank der richtigen Entscheidungen werden wir wieder Marktanteile zurückerobern und Gewinne erzielen ... Das nenne ich Siegermentalität." Weil der GM-Konzern weltweit auf Platz drei (nach Toyota und VW) zurückgefallen ist, soll der ganze Konzern auf Kosten der Belegschaften und in der Konkurrenz zu den Belegschften der anderen Konzerne umstrukturiert werden.

Die Argumentation des angeblich "notwendigen Abbaus von Überkapazitäten" ist auch insofern ein Täuschungsmanöver, weil gleichzeitig die Produktion des neuen Astra in Kaliningrad, Sankt Petersburg (Russland) und Elsmerport (Großbritannien) hochgefahren wird bzw. dies geplant ist. Notwendig ist, den morgigen Aktionstag zum Signal des gemeinsamen Kampfes aller Opel-Belegschaften gegen Werksschließungen, für jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zu machen!

E-mail-Adressen für Solidaritätserklärungen an die Antwerpener Opel-Belegschaft:
- info@abvvmetaal.org (Metallergewerkschaft ABVV, eine der drei starken Gewerkschaften bei Opel Antwerpen)
- info@GMWorkersblog.com (Internetdiskussionsforum von Oepelbeschäftigten)
- Und an redaktion@rf-news.de zur Kenntnis und Veröffentlichung