Betrieb und Gewerkschaft

Kundgebung mit 400 Teilnehmern gegen Arbeitsplatzvernichtung in Stuttgart

Stuttgart (Korrespondenz), 28.01.10: Gegen 10 Uhr ist die Straße vor dem Stuttgarter Werk des Druckanlagenherstellers KBA Metal Print voll mit rund 400 Teilnehmern an einer Kundgebung, zu der die IG Metall aufgerufen hat und zu der auch Delegationen von Kühler Behr, Daimler Sindelfingen und Untertürkheim wie auch Coperion (früher Werner&Pfleiderer) gekommen sind. Es geht darum, Solidarität mit dem Kampf der Belegschaft von KBA Stuttgart im Kampf um ihre Arbeitsplätze zu zeigen.

Die Konzernleitung plant eine Umwandlung des Stuttgarter Standorts in ein so genanntes "Center of Excellence" ohne Produktion, wodurch zunächst 70 Arbeitsplätze vernichtet würden. Aber die Kolleginnen und Kollegen sehen darin den Anfang vom Ende für das gesamte Stuttgarter Werk. Und deshalb stehen sie jetzt bei eisigen Temperaturen mit selbst gemachten Transparenten und Sandwiches vor ihrer Fabrik, in der insgesamt rund 300 Menschen beschäftigt sind.

In dieser Lage orientieren sowohl der Betriebsrat als auch die Verwaltungsstelle der IG Metall auf einen Standortvertrag zum Erhalt des Stuttgarter Werks. In Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen von KBA wird schnell klar, dass es nicht fehlende Aufträge sind, die die Konzernleitung zu ihren Massnahmen bewegen, sondern die Verlagerung der Produktion ins "kostengünstigere" sächsische Radebeul, wo der sächsische Freistaat mit Subventionen winkt. Ein Maschinentyp wird dort bereits produziert, für andere herrscht hier in Stuttgart Auslieferungsstopp.

Gern nehmen nicht nur die Kolleginnen und Kollegen von KBA die Broschüre "Banken und Konzerne sollen die Krisenlasten selbst zahlen", können sich aber nicht so recht vorstellen, wie eine Konzernvereinbarung für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im Kampf für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze durchgesetzt werden kann. Kontakte nach Radebeul oder zum Stammsitz des Konzerns in Würzburg gibt es offenbar nicht.

Reichlich offene Fragen im Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf unserem Buckel, geht es mir durch den Kopf.

Am 2. Februar findet um 13 Uhr vor Kühler Behr in Stuttgart-Feuerbach, wo das Werk 8 ganz geschlossen werden soll, eine weitere Kundgebung statt.