International

Bochumer Opelaner berichten ihren Kollegen vom Besuch in Antwerpen

27.01.10 - Die "Initiative für eine kämpferische, gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit - Offensiv" berichtet in einem heute verteilten Flugblatt:

"Gestern bei der Betriebsversammlung in Antwerpen waren Vertreter von allen europäischen Standorten. Kollegen aus den belgischen Ford- und Volvo-Werken unterstützen die Torblockade! Eine große Delegation von Rüsselsheimer Kollegen brachte mit Trommlern eine richtig kämpferische Stimmung. Aus Bochum waren wir mit einer Delegation von Betriebsräten und Kollegen vertreten. (...)

Wer immer behauptet hat, die Antwerpener Kollegen wären gerade uns Bochumern gegenüber feindselig, der liegt völlig schief. Ganz herzlich wurden wir empfangen und die belgischen Kollegen bedankten sich sehr für die Solidarität. Das zeigt ganz klar: Die Grenze verläuft nicht zwischen den Standorten, sondern zwischen oben und unten.

Klaus Franz betonte völlig zu recht, dass eine Schließung von Antwerpen auf keinen Fall hingenommen und keine Streikbrecherarbeit in Europa geleistet wird. Verzicht der europäischen Belegschaften war aus unserer offensiven Sicht ohnehin nie gerechtfertigt. Keinen Cent für Erpresser!

Aber die GM-Pläne mit Schließung von Antwerpen und Lohnverzicht für alle müssen jetzt im europaweiten Kampf zurückgeschlagen werden. Es ist ja gerade die Politik der Verzichtsverträge wie des 'Delta-Vertrags' und des Bochumer 'Zukunftsvertrags', die vor unseren Augen offen gescheitert ist. Deswegen kann es nicht sein, wenn der Gesamtbetriebsrat gerade in dieser Situation einen europaweiten Aktionstag ausdrücklich ablehnt. Die GM-Pläne müssen fallen - und zwar durch unseren gemeinsamen Kampf!

Dabei brauchen die Antwerpener Kollegen auch die Unterstützung und den Rat von uns Bochumern. Sie haben uns erzählt, dass sie weiterarbeiten, weil sonst das Werk sofort geschlossen würde. Sie blockieren aber die Tore und halten die produzierten Autos als 'Faustpfand' zurück. Wir erzählten ihnen von Nokia, wo auch weiter gearbeitet und am Ende das Werk geschlossen wurde.

Auf den Schließungsbeschluss von GM kann es unserer Meinung nach nur eine Antwort geben: Kein Auto mehr vom Band! Die Entscheidung müssen unsere belgischen Kollegen selbst treffen, aber sie brauchen unsere bedingungslose Unterstützung!

- Keine Werksschließungen in Antwerpen oder anderswo!

- Kampf um jeden Arbeitsplatz - der Jugend eine Zukunft!

- Die ganzen 'Reilly-Pläne' müssen vom Tisch!

- Für eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als europaweite    Konzernvereinbarung!"